dr. jur. Hubert Lang

Nachlass Martin Drucker, Briefe und Fotos

M e i n e  L i e f e r a n t e n !

Vorgetragen in Leipzig zu meinem 25jährigen Brühljubiläum am 1. November 1944

Ich schlag- zu feiern diesen Tag
im Buche der Erinnerung nach;
Von Lieferanten, die ich kenn‘
nenn‘ ich erst a) die arischen.

Mit kleinstem Einkauf fing ich an
beim Putzgrossisten Ahlemann.

Den Boaschwänzchen lief ich nach
und kauft  bei Otto Willsenach.

Auch hab‘ ich mich zur Schwänzchenjagd
zu Otto Jähnichen gewagt.

Dann kam als auserwählter Mann
mein Freund, der Oswald Miehle dran.
Ihm bin ich heute noch gewogen
und mit ihm viermal umgezogen.

Die Pelzzutaten groß und klein
kauft ich stets bei Parthaune ein.
Ich hielt zur Firma überdies,
als später sie Ernst Müller hieß.

Zum Märker Wilhelm konnt’s mich ziehn
er hatte billige Sealkanin.

Mein erster Pelzhutfabrikant
hat damals Albrecht sich genannt.
Beim zweiten bin ich auch im Bilde,
die Firma lautet Gasch und Wilde.

An Schneider Karl auch sei gedacht,
der gute Mützen mir gemacht.

Zehn schwarze Füchse, mir zum Ruhm,
hab ich gekauft bei Gaudig und Blum.

Von David keinesfalls zu trennen
lernt ich bald Hermann Altwein kennen.

Ich wurde auch sehr bald durch diesen
zu Kleemann, Schkeuditz, hingewiesen.
Und Fritze kam, jahrein, jahraus
nicht mehr aus meinen Büchern raus.

Der Belte Wilhelm ward bekannt
als bester Pelzhutfabrikant.
Mit seinem guten Fabrikat
macht schon halb Chemnitz größten Staat.

Im Hof bei Erich Schuster war
ich Kunde schon im frühsten Jahr.

Kurt Spindler kam nach Chemnitz viel
bekannt als „Weltmann von dem Brühl“.

Beim Otto Schneiderheinze dann
fing ich durch ihn zu kaufen an.

Zu Lohse trat früh im Verlauf
Verbindung schon durch Chemnitz auf.

Mit Nagel Karl kam ich in Handel
durch einen braunen Ledermantel

Eh ich mich zu Paul Schwabe find
besucht mich sein Vertreter Kind.

Beim Liebold, mit dem lahmen Bein,
kauft ich mitunter günstig ein.

Von Hempel-Mehlhorn-Hust weiß ich,
sie waren allle drei recht fleißig.

Der König Richard senior,
kam immer königlichmir vor.
doch hängt er mir als guten Kauf
noch seine letzten Vielfraß auf.
Doch war die Wechselfrist herum
legt er vor Schreck sich selbst bald um.

Franz Langrock war voll Freundlichkeit,
ich kannt ihn aus frühster Zeit!!!

Karl Dreyer, Dresden, müht sich sehr
und schickt den kleinen Kölbel her.

Karl Adolf Schneider im Verlauf
sucht mich durch den Herrn Niedner auf.

Mit großem Koffer, dann und wann,
kam Firma Hermann Zieger an.

Die Liste ist noch nicht am Ende,
von Hamburg aus kam Jonny Wende.

Bei Friedrich Erler kauf ich ein,
denn seine Füchse waren fein.

Ich merkt auch, E. A. Gäbler ist,
der große Seehundspezialist.

Die Firma Haber ward bekannt
als günstger Kreuzfuchslieferant.

Max Hohmann kenn ich schon seit Jahren,
als noch Opusum Mode waren.

Ich kehrt auch bei Keskari ein,
doch sollt’s nicht für die Dauer sein.

Aus Ehrmanns Zeiten, mir zum Lohn,
kenn ich Johannes Schulze schon.
Wenn’s mir nach ging, dann hätt‘ man ihm
auch schon das Ritterkreuz verliehn.

Paul Zeisig ist ein netter Mann,
auch wenn er jetzt nichts bieten kann.

W. Stephan ist mir gut bekannt,
die Freundschaft kam in Binz zu stand.
Weil Walter zu der Wehrmacht kam,
schmeißt Erna heut den ganzen Kram.

Kurt Lühmann hab ich gern besucht
und meist auch den Erfolg gebucht.

Gebrüder Heinrich nenne ich,
sie hatten oft etwas für mich.
Frau Helbig kann recht gnädig sein
und schreibt mir einen Lieferschein.

Durch Teuer Ernst, mir gut bekannt,
ward Erich Friedrich Lieferant.

Hans Müller wollt noch viele Waren
verlaufen mir in Friedensjahren.
Kurt Linke, aus dem gleichen Hause,
macht große Lieferantenpause.

Es rücken die Fellspitzer an,
mit Sigall, Schönfeld, Tangemann.

Oft mußt ich mir altfarbne Fohlen
beim Spezialisten Rückmar holen.

Für schlimmste Fälle war noch da,
Brühl siebenundzwanzig – – Bregula.
Der liebe Freund ist kaum zu loben,
er hat mich manches Mal verschoben.

Beim Gräfe Bernhard kehrt ich ein,
er konnte immer anständig sein.
Er trat auch die Verbindung auf
Zur Firma Rudi Theuerkauf.

Max Thiele, heut noch dank ich’s diesem,
hat mich zu Pomnitz hingewiesen,
und seit dem Jahre achtunddreißig
besuche ich ihn gern und fleißig.

Zu Rudolph Müller kam ich oft,
weil ich dort was zu finden hofft.

Hans Greiner war mir sehr gewogen,
eh‘ er zur Wehrmacht eingezogen.

Max Hoffmann war zu jeder Zeit
für mich verkaufs- und hilfsbereit.
Aus spätrer Rechnung ist zu lesen,
Herr Schwenke ist das Co gewesen.

Vom gleichen Hof trat spät noch an
mit großem Preis, der Fuchs Hermann.

Von Otto Lösche rühm ich sehr,
er gab die meisten Nadeln her.

Herr Erich Langner war stets nett,
wenn er nur oft was für mich hätt‘.

Ich holte aus dem Schweizerhaus
von Georg Kühn viel Tafeln raus.
Der Büttner Otto nahm sie froh
und schickte sie zu Nagel Co.

Als Kunde ging ich ein und aus
Bei Märkle, einem großen Haus.

Bei Pechau konnte ich mir holen
gefärbte und auch graue Fohlen.

Die Eisbärköpfe hat voll Pracht
der Kunze Hermann mir gemacht.

Bei Otto Prager dann und wann
frug ich nach roten Kälbern an.

Kurt Schmitz am Brühl erklärt mir glatt,
daß er jetzt keine Füchse hat.

Von Schweitzer schreib ich tiefbewegt,
er hat mich zweimal reingelegt!

E. Preller stellte mich zufrieden,
sobald er etwas anzubieten.

Bach Erich ist nicht bill’g gewesen,
er hat zu hohe Lagerspesen!! – –

Zu Albert Kuthnig steige ich hinauf,
es kam zu manchem schnellen Kauf.

An Hilfsbereitschaft vorne dran
stand unbedingt Paul Bornemann.

Auch Burkhard wollte sich sehr mühn,
allein die Wehrmacht holte ihn.

Es schreibt die Firma Enderlein
noch heut mit roter Tinte ein.

Auch Zucknik Hermann schlauer Weise
hat immer zeitgemäße Preise.

Bekannt ward ich zur rechten Zeit
auch mit der Firma Reifferscheidt.

Wenn ich in meine Bücher seh,
find ich die Mertens R.A.G.
Erklären kann ich mir zur Freude,
Es sind recht angenehme Leute.

Gut ist’s, daß ich bei Keller und Rahm,
nicht groß in die Geschäfte kam.

Es denkt auch an mich, das fand ich nett,‘
die Firma Werner, Markranstädt.

Die letzte Verbindung, sehr willkommen,
ward mit Großlehna aufgenommen.
Es war bestimmt sehr „kluge“ Tat,
als Arthur in mein Leben trat.

Ein Silberfuchs und kein geringer,
kam heut noch an von Deninger.

Nun sind die meisten aufgezählt,
ich weiß genau, daß mancher fehlt,
doch komm ich selber zu dem Spruch:
die Liste ist schon lang genug.
An alle ist mein Dank bereit
für fruendlichste Verbundenheit,
die weiterhin verheißungsvoll
in Treue uns erfreuen soll.

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L i e f e r a n t e n l i s t e  II

Nun wenden wir uns voller Ruh
zu Punkt b), den Beschnittenen zu.

Der kleine Danziger macht Preise
für fertig Füchse, dutzendweise

Roßdeutscher wußt es anzudrehen,
er hat von mir viel Geld gesehen.

Beim alten Gottfried hab ich schon
geramscht die ganze Konfektion.

Dem Graenitzer war ich gewogen,
nur nicht dem Katzenellenbogen.

Den schönsten Skunks, ich sage es,
fand ich beim alten Kuritzkes.

Mongolenfüchse, dann und wann,
bot David Schereschewsky an.
Mit größtem Nachdruck macht er klar,
wenn etwas „fällig, fällig“ war.

Die beiden Hoffner warn gerissen,
sie haben bei mich – – beschummelt.
Es macht mir aber keine Qual,
denn ich bemerkt es nicht einmal.

Bellmonte war ein übles Haus,
er kam nicht aus den Pleiten raus.

J. Baumring war ein mieser Jüd,
wie man an der Mischpoge sieht.
Am Wechsel wollte er recht schlau
sogar die Unterschrift der Frau.

Der Rubin, Isaak geheißen
verkaufte zu normalen Preisen.

Sein Bruder schlich um mich herum
und offerierte Opussum.

Der Jacob Kuch war sehr gewandt,
das Ännchen hab ich auch gekannt.

Sein Bruder Joseph macht mir Preise,
verkauft mir Füchse, dutzendweise.

Der Jami, das erklär ich hier,
war ein gehängter Kavalier.
An einem schönen Sommertag
war er mit seinem Geld in Prag.

In frühren Jahren stand Kurt Tuch
in meinem Wareneingangsbuch.

Anständig stellt sich immer an
mein Freund, der David Zimmermann.
Ward was im Sommer prolongiert,
hat er sich nie erst lang geziert.

Amdursky war ein feiner Mann,
nur pumpt er mich als Kunde an.
Als dann die Darlehensfrist herum,
erhielt ich dafür Opussum.

Beim Eisenbruch, zu billgem Preise
kauft ich die Stoffe ballenweise.

Ich wurde Kunde überdies
beim Bernhard, der Verständig hieß.

Der kleine Czopek und sein Co.
besuchten mich in Mäntel froh.

Gebrüder Zucker hatten Futter,
die gingen weg wie tran’ge Butter.

Fast alle Sachen gab’s bei Salm,
ich war dort Kunde dieserhalben.

War Pinkus Hübner Philosoph,
zeigt er sich in Geschäften doof.

Von Schischa wurde mir bald klar,
daß er ein richt’ger Grieche war.

Einst legte mich Mustafa rein,
das sollt ihm nicht vergessen sein.
Bei seinen Füchsen jedenfalls
war angestochen Kopf und Hals.

Z. Landau war mein „Hoflieferant“,
weil er sich in dem Hof befand,
Und Autoweis hab ich die Waren
selbst sonntags gern nach Haus gefahren.

In Chemnitz kam Herr Sobelmann
mit großen Minesoten an.

Nach Kräften handeln kont ich schon
bei M. Marienberg und Sohn.
Wenn ich mich oft mit ihm verkracht,
holt er mich aus dem Fahrstuhlschacht.

Ich schleppt aus Robert Ehrmann’s Haus
viel Zentner Antilopen raus.

Im Goldhahngäßchen ’s ist kein Spaß,
die Firma Kalb und Frisczer saß.
Bei den Geschäften merkt ich fast,
sie haben gut dorthin gepaßt.

Gebrüder Hepner waren groß
sie hatten in Kanin viel los.

Bulgarische Lämmer groß und klein
kauft ich bei Eskenazi ein.

S. Blückas wurde mir bekannt,
man, merkt er war aus Griechenland.

Gefärbte Kälber konnt beziehn
ich von der Firma Zweifler und Grün.

Viel link’sche Stiefel, ganze Haufen,
konnt günstig ich beim Lehrfreund kaufen.

Der kleine Gingold müht sich sehr
und stellte schöne Futter her.

Sechzig Mark Opossum, ’s ist kein Witz,
kauf ich beim Leiser Schklanowitz,
nur einmal ließ ich mich bereden
und bin nicht wieder eingetreten.

Ein bißchen handeln konnt man gern,
weil’s nötig war beim alten Stern.

Freundlich, gerissen obendrein
konnt I. und Gustav Feldmann sein.
Ich kam mit beiden recht gut aus
und schafft viel Ware aus dem Haus.

Bei jeder Pleite ei, ei, ei,
war Doktor Kaplan mit dabei.
Trotz allem war er stest vergnügt,
von mir hat er sein Geld gekriegt.

Bei seinem Bruder war mir klar,
daß er ein großer Schiefhals war.

Der alte Fuchs hat angeboten
gleichnamige Köpfe und auch Pfoten.

Der alte Kassel war sehr fromm,
der kleine Moritz ist entkomm‘
trotzdem wird heut noch anerkannt,
er war meinerster Fuchslieferant.

Die Firma Rotter war am Brühl,
sein Zickelleder hielt nicht viel.

Dem alten Hirsch und seinem Haus
stell ich ein gutes Zeugnis aus.

Und will ich alle gründlich zählen,
darf Moritz Wasserstrom nicht fehlen,
weil ihm gewisses Lob gebührt,
daß er Bueno eingeführt.

Zeillinger konnte von Berlin
nach Chemnitz mit viel Koffern ziehn,
doch hatten an mir wenig Freude
die unverzagten Kofferleute.

Es gab noch manche Eintragsfliege,
doch muß die Aufstellung genügen,
sie klingt noch in die neue Zeit
und ist doch längst Vergangenheit.
Doch weinen wir am heut’gen Tag
den meisten keine Träne nach:
gut kaufen kann man unbestritten
auch bei dem, der noch nicht beschnitten.

Muß ich in künft’gen Friedenstagen
einst wieder nach der Ware jagen,
brauch ich nicht neue Lieferanten,
es sind bestimt genug vorhanden!
Als besten Dank will ich den Alten
noch jahrelang die Treue halten.

-===oooOOOooo===-

Gewidmet von
Martin H i e m a n n
Chemnitz.

 

Anmerkungen zu den erwähnten Personen und Firmen nach den Leipziger Adressbüchern, dem Gedenkbuch und weiteren Informationen von Ellen Bertram:

Ahlemann, Julius: Stroh- und Filzhutfabrik, Hainstraße 10
Albrecht & Co.: Pelzwaren-Konfektionsgroßhandlung, Richard-Wagner-Straße 12, Inhaber: Georg Gasch
Altwein, Hermann: Kürschnerei und Rauchwaren, Packhofstraße 3, später Nikolaistraße 28-32
Amdursky, Abraham: Rauchwarenkommission, Ritterstraße 23-29 pt. (AB 1920), 1939 Emigration in die USA (E-Mail Ellen Bertram vom 08.10.2022)
Baumring, Isaak: Groß- und Kommissionshandlung mit Rauchwaren (seit 1920), Brühl 69; Opfer des Holocaust (Bertram S. 152)
Belmonte, Max (* 1870): Rauchwarenfirma, die mehrfach ihren Rechtsstatus änderte, Brühl 61; Herbert B. (1916-2004) war sein Sohn.
Belte, Wilhelm jr.: Firma für Pelzhuterzeugnisse, Schkeuditz, 1952 verstaatlicht
Blükas, Gebr.:  Inhaber  der Firma (1925:  Brühl 25) waren die griechischen Brüder Konstantin und Sprius B. Um 1940 ist auch ein Kürschner Simon B. nachweisbar. Diese Firma (Brühl 47) beschäftigte auch Zwangsarbeiter.
Büttner, Otto: Kürschner, Leutzsch, Grenzstraße 9/pt.
Czopek & Co.: Rauchwaren, Reichsstraße 14, Aufgang A (AB 1935); Inhaber: Hirsch Czopek (1882-1942), Opfer des Holocaust (Bertram S. 215)
Danziger, Rubin Rudolf: Kürschnerei, Brühl 26; geb. 1896 Brody, konnte vermutlich mit Ehefrau und Sohn Harry noch rechtzeitig nach Großbritannien emigrieren.
Ehrmann, Robert (* 1883): Rauchwarenhandlung (seit 1907), Richard-Wagner-Straß 9 (AB 1930); Vorstandsmitglied des Verbandes Leipziger Reuchwarenfirmen, emigrierte 1936 nach England.
Eisenbruch, Marcus (1862-1931): Stoffgroßhandlung (seit 1903), Nikolaistraße 24 pt.; nach seinem Tod für seine Frau Laja (* 1871), die Opfer des Holocaust wurde. die Firma fort ; Grab auf dem AJF
Eskenazi, Mois (* 1900): Inhaber einer 1924 gegründeten Rauchwarenhandlung, er lebte in den 1950er Jahren in Paris
Feldmann, Gustav (* 1897) uns Jakob (* 1898): die Brüder hatten ihre Firma 1918 gegründet, beide konnten rechtzeitig emigrieren.
Fuchs: es gab mehrere (auch jüdische) Rauchwarenhändler mit diesem Namen, so das eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist.
G. Gaudig & Blum: Rauchwarenhandlung, Brühl 34-40
Gasch & Wilde Nachfolger: Pelzhutfabrikation, Kochstraße 111, Inhaber. G. Rösch (1949)
Gingold,
Josef (* 1903): Inhaber einer Rauchwarenhandlung; Die Familie wurde Opfer des Holocaust, nur die Tochter Hanna (* 1934) überlebte.
Gottfried: Es gab drei Rauchwarenfirmen mit diesem Namen, der „alte“ Gottfried war vermutlich Hirsch Ber G. (* 1872), der seine Rauchwarengroßhandlung 1897 gegründet hatte, er ist bereits 1933 emigirert.
Graenitzer: konnte nicht ermittelt werden, war aber vermutlich kein Jude
Greiner, Hans: Kürschnerei, Brühl 44/IV (AB 1940)
Hepner, Gebrüder: vermutlich die 1896 gegründete Rauchwarengroßhandlung von Israel Leib Hepner (1854-1927), die nach seinem Tod von seiner Ehefrau Feige H. (1857-1948) mit den gemeinsamen Söhnen Elias Pinkas H. (1895-1938), Jakob H. (1893-1973) , Bernhard H. (1895-1976) und Gedelje H. (1898-1973) fortgeführt wurde.
Hirsch, Isaak (* 1876): Inhaber der 1922 gegründeten Rauchwarenhandlung I. Hirsch & Co., die er später gemeisam mit seinem Sohn Adolf H. (* 1901) führte. Beide konnten rechtzeitig emigrieren.
Hoffmann, Max: Rauchwaren, Brühl 16 (AB 1940)
Hoffner, David und Leon: Rauchwaren,  Nikolaistraße 39-45
Hübner, Pinkus (1868- 1944): Rauchwaren, Ritterstraße 7 (AB 1930);, Opfer des Holocaust (Bertram S. 367)
Jähnichen, Otto: Kürschnerei, Schweif- und Boafabrikation, Ritterstraße 50/III
Jami, Kurt: Großhandel in Pelzwaren, München
Kalb & Fryszer: Rauchwaren (seit 1923), Goldhahngäßchen 4; Inhaber waren Chaskel Heinrich Kalb (* 1899) und Abraham Fryszer (* 1897), die beide mit ihren Familien 1933 nach Frankreich emigrierten. Die Familie Kalb lebte später in Argentinien.
Kaplan, Alexander (* 1891): Dr. med., Kaufmann; Arztpraxis: Poetenweg 13; daneben war er gemeinsam mit seinem Bruder Max K. (1892-1948) Geschäftsführer der Rauchwaren-Vermittlungsfirma Kaplan GmbH in der Nikolaistraße 28/32; die Brüder konnten rechtzeitig nach England emigrieren.
Kassel, Josef Abraham (1870-1932): Inhaber einer 1907 gegründeten Rauchwarengroßhandlung, sein Sohn Moritz K. (1905-1984) konnte rechtzeitig emigrieren.
Katzenellenbogen, Isidor: Rauchwaren, Brühl 51; geb. 1884, er führte die Firma gemeinsam mit seiner Frau Jetty (* 1886). Das Ehepaar konnte vermutlich 1933 nach Palästina emigrieren. Ihre beiden Söhne Max und Samuel K. wurden Opfer des Holocaust.
Keller & Rahm: Rauchwaren,  Am Hallischen Tor 10 (AB 1930)
Kleemann, Fritz: Kürschnerei, Schkeuditz, 1953 enteignet, Fortführung der Firma in Frankfurt am Main
Kuch, Jakob (1889-1940): Pelzhandlung (seit 1910), Ritterstraße 37/I; seine Firma wurde schon 1935 in nichtjüdischen Besitz überführt; er konnte nach der Verhaftung während der Pogromnacht mit seiner Frau nach Enlgand emigrieren.
Kuch, Josef (1884-1943): Kürschnerei, Naundörfchen 20 pt.; Opfer des Holocaust (Bertram, S. 442)
Kühn, Georg: Schweizerhaus?
Kuritzkes, Abraham (1859-1941): Rauchwaren (seit 1906), Reichsstraße 41; Grab auf dem AJF
Landau, Zallel (* 1888): Rauchwarenhandlung, Nikolaistraße 8 (AB 1930); er wurde 1938 nach Polen abgeschoben, kehrte kurzzeitig nach Leipzig zurück und ging dann wieder nach Lwów.
Langner, Erich: Kaufkmann, Stöckelstraße 35/II (AB 1939)
Lehrfreund, Siegmund (* 1898): Inhaber einer 1924 gegründeten Rauchwarengroßhandlung, er konnte mit seiner Familie noch rechtzeitig emigrieren.
Lösche, Otto: Pelzzutaten, Reichsstraße 33/35 (AB 1939)
Lohse, Gebr.: Rauchwaren-Färberei, Chemnitz. Die Firma wurde um 1912 in Leipzig durch Joseph Einschlag verrteten. Später gab es auch eine Firma dieses Namens in Naunhof.
Märker, Wilhelm: Rauchwaren, Nikolaistraße 19
Märkle, Franz: Fabrikbesitzer, Gohlis, Goebenstraße 6/pt.
Marienberg, W. & Sohn: Felle und Rauchwaren, Nikolaistraße 27/29; Inhaber der Firma waren Wolf M. (* 1871, 1934 Emigration nach Palästina) und sein Sohn Isaak Moses M. (* 1899), (Bertram, S. 496 – er hat mit seiner Familie aber überlebt)
Mertens R.A.G:  F. L. Mertens AG, Filiale Leipzig, Rauchwarenhandlung, Brühl 56/58 (AB 1930)
Miehle, Oswald: Kürschner, Mariannenstraße 4/III, Fa. Großmann Nachf.
Müller, Ernst: Kürschnermeister, Neumarkt 29
Müller, Rudolf: Rauchwaren, Brühl 45 (AB 1940)
Nagel & Co: Schkeuditz, Leipziger Straße 45; später: Schkeuditzer Rauchwarenzurichterei und Färberei
Parthaune, Willy: Pelzzutaten aller Art für Kürschner und Zurichter, Nikolaistraße 6/I
Pomnitz, Hans: Rauchwarengroßhandlung, Nikolaistraße 31/pt. (AB 1940)
Reifferscheidt, F.: Pelz- und Mützenzutatenfabrik, Nordstraße 19 (AB 1930)
Rosdeutscher, Salomon und Ludwig: Rauchwaren und Pelzkonfektion, Brühl 71/pt+I; Ludwig R. (1894-1943) und sein Bruder David R. (*1885) wurden Opfer des Holocaust (Bertram, S. 588); die Firma war 1872 vom Vater der beiden Brüder, Naftali R. (1841-1917) gegründet worden.
Rotter, Adolf (1864-1930): Inhaber einer 1903 gegründeten Rauchwarengroßhandlung. Es könnte aber auch Mendel Rotter (* 1890), Inhaber der Firma M. Rotter & Co. gemeint sein, der Opfer des Holocaust wurde (Bertram, S. 606).
Rubin, David: Rauchwaren, Brühl 61
Rubin, Isaak (* 1898): Rauchwarengroßhandlung (seit 1920), Nikolaistraße 16 pt.; er verzog mit seiner Familie 1933 nach Berlin, von dort konnte er vermutlich nach Palästina emigrieren.
Salm, Ferdinand (1863-1927): Rauchwarengroßhandlung (seit 1886), Nikolaistraße 27/29 (AB 1930); nach seinem Tod fürhte seine Ehefrau Franziska geb. Cahn (*1884), die Opfer des Holocaust wurde, die Firma fort. Mitinhaber war Max Keller (1886-1941), Grab auf dem AJF
Schereschewsky, David (1851-1926): Rauchwaren (seit 1904), Brühl 68/pt.; nach seinem Tod führte sein Sohn Sawely Sch. (1880-1927) die Firma gemeinsam mit Max Sigall (* 1903) fort; Grab auf dem AJF
Schischa, Christos: Rauchwaren, Nikolaistraße 18 I (AB 1930); in Leipzig gab es auch einen Kürschner Wasilios Schischas, Humboldtstraße 15.
Schklaniewitz, Leiser (1889-1941): Inhaber einer Rauchwarenfirma; die gesamte Familie wurde Opfer des Holocaust (Bertram S. 630 f.)
Schneider, Karl Adolf: Felle und Rauchwaren Kommission, Brühl 71 und Richard-Wagner-Straße 3
Schneiderheinze, Otto: Rauchwaren und Felle, Nikolaistraße 10
Schuster, Erich: Mitinhaber der Rauchwarenhandlung Lichtenstein & Schuster, Nikolaistraße 33-37
Schwenke, Johannes: Rauchwaren, Brühl 61.
Sobelmann, Gebrüder (Benno und Hermann): Rauchwaren, Reichsstraße 27/III; Hermann S. (1867-1936), Grab auf dem AJF
Spindler, Kurt: Generalvertreter, Stockstraße 6
Stern, Jechiel (* 1867): Rauchwarenkommission; er wurde als Pole  ausgewiesen und verließ Deutschland 1939; er ist vermutlich mit dem „alten Stern“ gemeint, da Benno Stern erst 1893 geboren war.
Theuerkauf, Rudi: Wollgroßhandlung, Brühl 68 (AB 1940)
Tuch, Kurt: Rauchwarenkommission (seit 1920), Brühl 72; er emigrierte mit seiner Familie 1936 nach England
Verständig, Bernhard (* 1908): Rauchwaren, Brühl 61 (AB 1935); er wurde 1938 wegen Devisenvergehen verhaftet, konnte aber noch seiner Freilassung nach London emigrieren.
Wasserstrom, Moritz:  gemeinsam mit seinem Bruder Paul W. inhaber der 1907 gegründeten Rauchwarengroßhandlung Paul W. Er war mit einer Nichtjüdin verheiratet, überlebte unbd kehrte nach Leipzig zurück. Sein Bruder Paul W. wurde Opfer des Holocaust (Bertram S. 728).
Willsenach, Otto: Rauchwarengeschäft, Ritterstraße 50/I
Zimmermann, David (* 1894): Kürschnerei, Richard-Wagner-Straße 8  (AB 1930); da sein Hausrat 1938 durch Klemm versteigert wurde, ist er vermutlich kurz zuvor emigriert.
Zucker, Gebrüder: Rauchwaren, Nikolaistraße 12/14 (AB 1935); Inhaber waren die Brüder Naftali Z. (1896-1931) und Josef Z. (* 1897), der Opfer des Holocaust wurde.
Zeilinger, Arnold: Pelzwaren, Berlin, Schützenstraße 65/66 (AB 1930)
Zweifler & Grün: Inhaber der 1920 gegründeten Firma für Häute, Felle und Rauchwaren waren Leo Zweifler (* 1898) und Mendel Grün (* 1888). Leo Z. wurde 1938 nach Polen abgeschoben, Mendel G. emigrierte zunächst nach Tunesien und lebte später in London.