dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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8. Juli 1946

Lieber Herr Dr. Roloff!

Es hat mich ausserordentlich gefreut, durch Ihren Brief vom 11. Juni ds. Js. über Ihre Erlebnisse unterrichtet zu werden. Wenn Ihnen Eberhard Forche von der Vergeblichkeit seiner Versuche, mit uns in Verbindung zu treten, geschrieben hat, so liegt die Ursache bei der Post. Meine Schwiegertochter hatte ihm schon vor Monaten einen ganz ausführlichen Brief geschrieben, den er nie bekommen hat. Uebrigens habe ich ihm nunmehr auch selbst noch einmal ausführlich Nachricht gegeben.
Herr Professor (Walter) Gerstenberg hat sich nicht mit mir in Verbindung gesetzt. Das mag damit zusammenhängen, dass ich die letztem zwei Monate infolge einer Lungen- und Rippenfellentzündung krank zu Hause gewesen bin.
Den von Ihnen erwähnten Brief vom 9. März 1945, in dem Sie mir Ihr Beileid zu Heinrichs Tode ausgesprochen haben, habe ich nicht bekommen. Wir hatten uns im März vorigen Jahres nach Jena verfügt, um der mir bevorstehenden Abtransportierung in ein Konzentrationslager entgehen zu können. Dann aber spitzten sich ja die Verhältnisse derart zu, dass in unserer Gegend der Postverkehr nahezu völlig lahmgelegt wurde. Auch Ihrer Annahme, das Ihr jetziger Brief mich an der altgewohnten Stätte in der Schwägrichenstrasse antreffen werde, muss ich leider entschieden entgegentreten. Von diesem Haus würden Sie, wenn Sie nach Leipzig kämen, nur noch Schutt vorfinden. Nachdem es schon im Juli 1944 schwer beschädigt worden war, wurde es am 27. Februar 1945 durch Bomben und Phosphor gänzlich zerstört. Wir waren obdachlos und fanden bis zu der schon erwähnten Uebersiedlung nach Jena bei verschiedenen Familien ein vorübergehendes Unterkommen. Was wir aus dem brennenden Hause noch hatten retten können, wurde in einem Lagerhause untergebracht, dass dann am 6. April 1945 gleichfalls durch Bomben und Brand aufgefressen wurde. Von unserer beweglichen Habe besitzen wir eigentlich nur noch den Inhalt einer Anzahl von Kisten, die schon vor jenen Unglücksfällen auswärts untergebracht waren. Seltsamer-und erfreulicherweise ist aber unser Ihnen so gut bekannter Flügel gerettet worden. Er stand zunächst zwei Tage mit Decken zugedeckt auf der winterlichen Schwägrichenstrasse und wurde dort von einer mir nahestehenden Speditionsfirma abgeholt, bei der er zum Glück nicht beschädigt worden ist.
Nach dem Einmarsch der Amerikaner konnte ich nach Leipzig zurückkehren und meine Praxis wieder aufnehmen. Unser Büro befindet sich in dem Ihnen noch bekannten Europahaus, und zwar hoch oben im 10. Stock, also hoch über dem Getriebe der schlechten Menschheit, deren Gebresten und Untaten allerdings dann oben bei uns verarbeitet werden müssen.
In meiner oben angegebenen Wohnung führt meine Schwiegertochter mir den Haushalt. Ihre beiden kleinen Jungen sind unsere grosse Freude. Meine Tochter Ina ist im Dezember aus russischer Kriegsgefangenschaft (Thorn ins Westpreussen), wo sie viele Monate als Aerztin beschäftigt worden war, zurückgekehrt und jetzt hier am Kinderkrankenhaus angestellt. Renate, die noch in Strassburg ihr Doktorexamen ablegen konnte, hat einen Lehrauftrag für geschichtliche Hilfswissenschaften (Mittellatein) an der Universität, konnte aber noch nicht lesen, weil die historischen Disziplinen in diesem Semester noch nicht gelesen werden durften. Sie ist ausserdem journalistisch für die in Berlin erscheinende Universitätszeitschrift „das Forum“ verpflichtet, und überdies vielbeschäftigte Sekretärin des Ausschusses der Rechtsanwälte, der gleichfalls im Europahaus sein Büro hat und unter meiner Leitung steht.
Wie nun die Verhältnisse sich weiter entwickeln werden, weiss freilich niemand.
Ich hoffe, dass mein Brief Sie in befriedigenden Verhältnissen antrifft, und bleibe mit der Bitte um Empfehlung an Ihre Frau Gemahlin und herzlichen Grüssen

Ihr (Drucker)