dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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Dr. Gerhard Herrmann,
München 13,
Elisabethstr. 7 II links
11.April 1946

Lieber und verehrter Fempe,

Meinen Brief von vor 14 Tagen, den ich Ihnen kurz nach der Begegnung mit Herrn Mau schrieb, werden Sie hoffentlich erhalten haben. Meine früheren Versuche mit Ihnen in Verbindung zu treten scheinen allerdings fehlgeschlagen zu sein. Entweder ist die Post verloren gegangen oder wurde Ihnen nach der neuen Anschrift nicht nachgesandt.
Mein Dasein in den letzten 5/4 Jahren ist einigermassen turbulent verlaufen – wie wohl bei den meisten von uns – per saldo habe ich aber ziemlich Glück entwickelt.
Im Januar 1945 geriet ich natürlich in den Wirbel der grossen Russenoffensive. Wie durch ein Wunder kam ich aber heil davon und gelangte schließlich durch einen tollen Zufall zum Stabe der Heeresgruppe Mitte (Schörner), der in den letzten Monaten des Krieges in der Tschechei lag. Hier wurde ich als Schreiber und Kurier eingesetzt und bin in Mittelböhmen viel als Kurier hin- und hergesaust. Noch Anfang Mai 45 war ich in dem scheinbar friedlichen Prag. Als dann der grosse Aufstand der Tschechen losbrach, von dem man wohl in Deutschland durch den allgemeinen Zusammenbruch wenig erfahren hat, befand ich mich erfreulicherweise gerade bei meinem „Verein“ in Altbunzlau. Es glückte uns dann unter Kämpfen mit Tschechen knapp vor den Russen zu den Amis in der Karlsbader Gegend zu gelangen. Diese konnten aber mit uns nichts anfangen und da die Gefahr bestand, daß wir zu den Russen abgeschoben wurden, haben wir uns einzeln in Richtung Heimat selbständig gemacht. Auf grossen Umwegen gelangten wir über Tirschenreuth ins Reichsgebiet. Bei dem Versuch bis Leipzig durchzustossen, wurde ich mit einem Kameraden nördlich des Fichtelgebirges geschnappt vom Ami. Wir hatten aber Glück und wurden schon nach einer Woche wieder entlassen und zwar Richtung München wo ich zunächst mal bei Verwandten unterschlüpfte. In der zweiten Hälfte 45 konnte ich mir dann eine sehr schöne Existenz als Dolmetscher und Sprachlehrer in Mü. aufbauen. Das Glück war freilich von kurzer Dauer, denn auf Grund der Nazisäuberungsbestimmungen wurde mir jede sprachliche Betätigung untersagt und seit Ende Dezember habe ich eine ganz untergeordnete Stellung als Hilfsarbeiter bei einer Baufirma inne. Schön ist anders, aber was will man machen. Von diesem beruflichen Mißgeschick abgesehen, gefällt es mir aber hier sehr gut. Die herrliche Stadt ist zwar böse zugerichtet, aber sie hat doch viel von ihrem alten Zauber bewahrt.
Nun, und über die schöne Umgebung, nahe wie weite, ist weiter kein Wort zu verlieren. Solange das Schicksal des Goldmann Verlages nicht positiv geklärt ist, hat auch eine Rückkehr nach L. wenig Sinn für mich. Denn hier habe ich, wenigstens nach erfolgter Denazifizierung, wenigstens die Möglichkeit, mir eine „englische“ Existenz aufzubauen, wozu in L. kaum die Möglichkeiten gegeben sind. Und ob und wann man sich wieder der Verlegerei widmen kann, ist doch noch recht ungewiss. Dieses Schreiben möchte ich nun mit einer Bitte verknüpfen, die auszusprechen mir nicht ganz leicht wird. Sie wissen, für die Bereinigung braucht man polit. Leumundszeugnisse. Für die Zeit ab 1937 haben mir hiesige einflussreiche Bekannte sehr schöne Testate ausgestellt. Aber ich muß natürlich den Nachweis führen, daß ich auch vor 1937 ein anständiger Mensch war. Würden Sie nun die grosse Freundlichkeit besitzen, mir eine entsprechende eidesstattliche Erklärung zu übersenden. Hieraus müsste sich ergeben, daß Sie selbst niemals Parteimitglied waren usw, daß Sie mich seit 1928 kennen etc. Ich weiß nicht, wie diese Dinge in L. gehandhabt werden, habe aber im allgemeinen den Eindruck, daß man hierzulande in dieser Hinsicht weit strenger ist. Aber wie stets heute sind die Informationen recht widersprechend. Es ist mir recht peinlich, daß ich Sie in dieser Sache behelligen muß, aber ich sehe keine andere Möglichkeit, um mein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Difficile est satyram non scribere !
Mit Sorge habe ich von den sehr schlechten Ernährungsverhältnissen in L. gehört. Hoffentlich ist Ihre und der Enkel Gesundheit hierdurch nicht gar zu nachteilig berührt worden.
Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen oder von weiblicher Hand – denn Sie werden jetzt gewiß sehr viel zu tun haben, Näheres über Ihr und Ihrer Familie Ergehen zu erfahren. Wie geht es Ursel, Ina und Renate, wo stecken sie, was treiben sie? usw. Es gäbe so viel zu fragen und zu erzählen. Und manches wäre leichter, wenn man einander gegenüber sässe. Aber der Himmel weiß, wann dies der Fall sein wird.
Recht herzliche Grüsse Ihnen, Töchtern und Enkeln
Ihr stets treu ergebener

Gerhard Herrmann