dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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6, Fraser House
Albrion Avenue, S. W. 8
21th Juny 1946

Lieber Bruder,
ich war glücklich, trotz aller ernsten Nachrichten, Deinen Brief vom 20. Mai zu erhalten. Während all der Jahre war es ein schreckliches Gefühl nicht voneinander hören zu können, wir haben ständig an Euch gedacht.
Du hast wirklich genug durchmachen müssen und ich fühle brüderlich mit Dir. Peter war uns ein guter Freund geworden, den wir lieb gewonnen hatten, und wir freuten uns stets ihn zu sehen. Er stand uns besonders nahe, da er in Hamburg lebte. Heinrich haben wir leider infolge räumlicher Entfernung nur selten gesehen. Du kennst meine scharfe Einstellung gegen alles was Nazi hiess und ich empfinde es als eine Schande, dass wegen eines verbrecherischen Lumpen Deine beiden Söhne ihr Leben lassen mussten. Wir wussten nicht, dass Heinrich geheiratet hatte. Ich weiß nicht, ob ich Ursel getroffen habe. Es ist schön, dass sie mit Heinrichs beiden Jungen bei Dir wohnt. Kinder bringen Sonnenschein ins Haus, den man heute braucht und ich freue mich für Dich.
Was Du mir über Karl Mannsfeld und unsere arme Betty schreibst, ist auch tief traurig. Ich habe Karl immer hochgeschätzt. Abgesehen von seinen großen Fähigkeiten war er ein guter anständiger Mensch. Der Tag, an dem wir alle vor meiner Abreise nach England und zu Gretes Lebenszeit noch einmal bei Euch zusammen waren, wird mir stets unvergesslich bleiben. Grüße Ina und Renate von mir. Sie sorgen sicher gut für Dich und mit ihnen, Ursel und den Kindern hast Du einen schönen Familienkreis um Dich.
Du schreibst, dass Du erkrankt warst. Ich hoffe, dass Du nun wieder gesund und wohlauf bist. Ich bin stolz, dass Du, mein Bruder, wieder in führender Stellung bist und damit die Anerkennung erfährst, die Du verdienst.
Nun noch ein paar Worte über uns. Ich schrieb Dir die vorhergehenden Zeilen gestern im Büro, möchte aber den Brief auf alle Fälle heute abschicken. Aber wir können von jetzt an einen laufenden Briefwechsel aufrecht erhalten.
Bis jetzt sind wir drei wohl geblieben. Aber auch wir haben Erfahrungen gemacht. Wir haben oft unsere Wohnung wechseln müssen. Wir haben keine eigenen Möbel u.s.w. hier und haben entweder in möblierten Häusern oder Etagen gewohnt. Das ist natürlich viel teurer. Anfang Juli müssen wir auch aus unserer jetzigen Wohnung heraus, da die Eigentümerin zurück kommt.
Wir müssen uns Zimmer nehmen bis wir etwas anderes finden, was im Aguenblick sehr schwierig ist.
Joan hat ihre eigene kleine Wohnung, die sie aber für einige Zeit an einen Norweger vermietet hat. Sie hat in der Zwischenzeit bei uns gewohnt. Sie hat eine gute Stellung bei der B.B.C. Anfang Juli will sie auf 14 Tage nach Schweden gehen. Ich habe eine Firma für Textil-Abfälle, wo ich mit Hilfe einer Grossbank arbeite. Die Zeit während des Krieges war infolge Arbeitermangels und Warenrestrictionen sehr schwierig. Dieses Jahr bedeutete aber sicher einen Aufschwung, da nicht allein die erwähnten Schwierigkeiten nach und nach geringer werden, sondern auch der Export wieder ermöglicht wird. Jedoch am 4. Januar brach ein schlimmes Schadenfeuer aus, das die halbe Fabrik zerstörte. Wir erwarten täglich die Lizenz zum Wiederaufbau, aber inzwischen sind wir auf ein Drittel unseres Umsatzes reduciert. Well, such is life. Von Hamburg habe ich in jüngster Zeit eine ganze Reihe von Briefen erhalten. Die Bank steht noch. Erstaunlicherweise ist auch der Kerl, der mich s. Zt. denunciert hatte, noch angestellt. Er ist plötzlich ein scharfer Anti-fascist und „überzeugter“ Sozialdemokrat geworden. Andere viel anständigere Leute haben gehen müssen. Vor Monaten erhielt ich einmal eine mysteriöse Anfrage von Hamburg, ob ich evtl. gewillt wäre, wieder die Leitung der Bank zu übernehmen, habe aber seitdem nichts mehr davon gehört. Auch ich wäre glücklich am Wiederaufbau deutscher Kultur mitzuhelfen. Diese Kultur liegt durch die verbrecherischen Handlungen der Nazi-Anti-Kulturisten schwer darnieder, aber sie kann nicht tot sein, sie schläft.
Ich danke Dir, daß Du versucht hast unsere Möbel zu retten. Aber wir sind nicht die einzigen, die alles verloren haben.
Aber Du wirst ungeduldig werden über die Länge der Epistel. Nur noch zwei andere Punkte.
Du wirst Dich erinnern, daß ich die Bank vor dem Kriege plötzlich verlassen musste, weil ich scharfer Gegner der Nazis war. Die Mitglieder des Aufsichtsrates fürchteten um ihre eigene Sicherheit infolgedessen. Sie gaben aber gleichzeitig Erklärungen über meine „Tüchtigkeit“ und darüber dass mein Weggang einen „Verlust für die Bank bedeute“, ab. Well, das ist „wrongful dismissal“ oder unberechtigte Entlassung. Kann ich dafür ansprüche geltend machen, die beträchtlich sein würden?
Zweitens eine Bitte. Ich halte Lebensversicherungen wie folgt:
a) Alte Leipziger:
Vers.-Nr. 607 967, fällig, ich glaube voriges Jahr oder mit dem 60. Lebensjahr bereits. Ich bin nicht ganz sicher.
b) Allianz und Stuttgarter Berlin, Hamburger Geschäftsstelle
A 46 195, fällig 1939 (als Joan 25 Jahre alt wurde)
beide Policen sind auf Gold-Basis und im Namen K. Drucker.
Kannst Du etwas darüber ausfindig machen? Vielen Dank.
Carl schrieb mir, dass Hans Sickert gestorben sei. Er hat auch manches bittere durchgemacht. Carl vermutet, dass Onkel Paul (Drucker) von den Nazis ermordet worden sei. Ist das wahr?
Schreib weiter an meine Adresse Fraser House, bis ich Dir eine andere mitteile.
Das war ein langer Brief. Sei nicht böse. Wes das Herz voll ist, dem geht der Mund über.
Bertha, Joan und ich senden Dir und allen Deinen herzlichste Grüße
Dein Bruder Conrad