dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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22. Juli 1946.

Mein lieber Kollege Grubel!

Ihr Brief vom 4. April ds. Js. hat mich hoch erfreut, weil er mir so gute Nachrichten über Sie und Ihre Familie brachte. Ich hätte Ihnen längst geantwortet, war aber schon seit Anfang Mai infolge einer Lungen- und Rippenfällentzündung schwer krank zu Hause und fange erst jetzt wieder an, mich zu betätigen.
Wie ich aus Ihrem Schreiben ersehe, haben Sie auf irgendwelchen Umwegen Nachricht von den Schicksalsschlägen erhalten, die mich getroffen haben, hoffen aber, dass diese Angaben nicht zutreffen. Leider ist es mir aber schlimmer ergangen, als Sie vielleicht erfahren haben. Meine beiden Söhne sind als Obergefreite in des Verbrechers todgeweihtem Heer gefallen; Peter schon 1942 in Aegypten, Heinrich Ende Januar 1945 in Niederschlesien.
Ausgebombt bin ich viermal. Zu allererst ging am 4. Dezember 1943 unser Bürohaus nicht nur mit allen Akten, sondern auch mit meiner Ihnen so gut bekannten schlechthin unersetzlichen Bibliothek in Flammen auf. Dann wurde 1944 ein Teil des Mozartstrassenflügels meiner Wohnung weggerissen. Im Februar 1945 wurde das ganze Haus durch Bomben und Feuer vernichtet. Was wir an Einrichtungsgegenständen zunächst gerettet hatten, ging dann am 6. April 1945 in einem Lagerhaus zu Grunde. Dass die Nazibestien, wie Sie sie recht milde nennen, mich all die Jahre über drangsaliert und verfolgt haben, ist ja selbstverständlich. Weil es ihnen aber nicht gelang, mich unschädlich zu machen, versetzte man mich unter dem 1. April 1944 in den Ruhestand, den es doch für den freien Beruf gar nicht geben kann. Nachdem wir im Februar vorigen Jahres obdachlos geworden waren, sollte ich noch ins Konzentrationslager kommen, entzog mich dieser Ankündigung aber durch Uebersiedlung nach Jena, von wo ich nach der Befreiung Jenas und Leipzigs durch die Amerikaner hierher zurückkehrte. Dr. Eckstein, dessen älterer Sohn als Ingenieuroffizier auf einem Unterseeboot umgekommen und dessen jüngerer Sohn so zerschossen worden ist, dass er am Stock gehen muss, hatte im Europahaus am Augustusplatz (jetzt Karl-Marx-Platz) ein Büro gemietet, das nach meiner Rückkehr erheblich erweitert worden ist. Wir haben jetzt ein Dutzend oder mehr Angestellte und vermögen trotz Zutritts unseres Ihnen vielleicht noch bekannten Referendars Dr. Herbert Franz, der natürlich inzwischen Rechtsanwalt geworden ist, sowie einer Referendarin die Arbeit kaum zu bewältigen.
Von unseren alten Angestellten ist Herr Thierbach trotz seiner 72 Jahre noch als Registrator bei uns tätig. Ich bin nach meiner Rückkehr sofort zum Präsidenten des hiesigen Ausschusses der Rechtsanwälte und Notare gewählt und auch als Vizepräsident in den Dresdner Kammervorstand berufen worden. Sie können sich unschwer vorstellen, welche Arbeit auf mir lastet.
Dass Sie beide Eltern, und zwar Ihre Mutter auf so grauenhafte Weise verloren haben, beklage ich mit Ihnen. Ich halte es immer für eine Gnade, dass meine Frau schon im Januar 1939 verstorben ist und somit wenigstens das grauenhafte Kriegsgeschehen und den Tod ihrer beiden Söhne nicht erlebt hat.
Nun aber zu Ihrer dortigen Tätigkeit. Es gereicht Ihnen zur Ehre und macht mich stolz, dass Sie eine so hohe Stellung sich erworben haben, und ausserdem ist doch die Aufgabe, die die von Ihnen erwähnte Organisation sich gestellt hat, ganz besonders schön. Dass Sie Aussicht haben, einmal nach Europa zu kommen, ist gleichfalls sehr erfreulich. Nun fürchte ich, dass wir uns nicht sehen werden. Die Zonenteilung Deutschlands steht dem wohl im Wege. Ihre Bereitwilligkeit, mit Affidavits sich zu betätigen, ist höchst dankenswert. Es heisst aber hier, dass Amerika nur den nächsten Verwandten derartiger Bürger Aufnahme gewähren wird. Ich selbst bin aber auch schon zu alt, um noch verpflanzt zu werden.
Das Ehepaar Rossberg übt seine Tätigkeit wieder wie früher aus.
Herrn (Ralph) Busser bitte ich gelegentlich von mir zu grüssen.
Er hat das gleiche schon selbst mir gegenüber getan.
Interessieren wird Sie vielleicht, dass Dr. Erich List ehrenamtlicher Geschäftsleiter der hiesigen Anwaltsorganisation ist. Sie kann sich natürlich mit dem früheren deutschen Anwaltverein nicht in Parallelle setzen, dessen Wiederaufrichtung auch an den Zonengrenzen scheitert. Vielleicht gelingt es uns aber, die Juristische Wochenschrift wieder auf die Beine zu stellen.
Wenn Sie drüben irgendwelche deutschen Juristen aus unserem Bekanntenkreise treffen, zum Beispiel Held/Starnberg oder Marcuse/Berlin – andere fallen mir im Augenblick nicht ein – so grüssen Sie sie alle bitte von mir.
Aber mit besonderer Herzlichkeit grüsse ich Ihre Gattin und Ihr beiden Kinder, von denen das zweite wohl erst in Amerika geboren ist.

In alter Freundschaft
Ihr (Drucker)