dr. jur. Hubert Lang

Publikationen

Judaica Lipsiensis

Herausgeber: Ephraim-Carlebach-Stiftung, Leipzig 1992

Am Ende des Zweiten Weltkrieges stand auch die Stadt Leipzig an einem Endpunkt. Die Stadt war schwer zerstört, die Bevölkerungszahl um über 100.000 gesunken. 14.000 Leipziger waren Opfer der Judenverfolgung geworden. Nur wenigen war es gelungen, ihr Leben durch die Flucht zu retten.

Die Chronik der Leipziger jüdischen Gemeinde nennt mit Stolz die Namen bedeutender Persönlichkeiten. Doch das Leben, der Alltag, wurde durch die heute für uns namenlosen Mitglieder der Gemeinde geprägt. Diese lebten mit und neben uns. Sie erlebten familiäres Glück und Unglück, beruflichen Erfolg und Misserfolg, Streit und Missgunst. Aber fast alle fühlten sich hier zuhause, denn Leipzig war für sie eine besondere Stadt.
Dann sollte diese Stadt plötzlich nicht mehr ihr Leipzig sein. Am 21. Januar 1942, nur einen Tag nach der Wannsee-Konferenz, begann in Leipzig die „Endlösung“. Damals wurden über 700 Juden nach Riga deportiert.

Warum können wir Menschen, die anderen Glaubens sind, anders denken, anders fühlen oder anders aussehen, nicht neben uns ertragen?
Was bewirkt, dass Vertrauen und selbstverständliches Nebeneinander in Hass und Aggression, ja sogar in Bestialität umschlagen?

Wir müssen uns diesen Fragen immer wieder stellen, wenn wir als Menschen eine Zukunft haben wollen. Der wahrhaft menschliche Umgang mit unseren Nachbarn und unserer Umwelt ist die einzige Gewähr für unser gemeinsames Überleben.

Das Schicksal jüdischer Menschen kann und muss uns hierfür stetiges warnendes Beispiel sein.
Bilder verblassen, drohen zu verschwinden. Doch nur in der Erinnerung liegt die Erlösung.

Hubert Lang (1992)

Format: 250 x 300 mm,
limitierte Auflage von 300 Stück,
handgebunden, signiert

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