dr. jur. Hubert Lang

Anwaltsgeschichte

Zwischen allen Stühlen Juristen jüdischer Herkunft in Leipzig (1848-1953) Ergänzungen und Korrekturen

Mit diesen Ergänzungen und Korrekturen zu den 2014 veröffentlichten Biogrammen sollen Nutzern des Buches neueste Erkenntnisse zu den dargestellten Juristen jüdischer Herkunft zur Verfügung gestellt werden. Die Texte beziehen sich auf die Numerierungen in den Biogrammen im Buch.

Anlage A   Biogramme

004 Bachwitz, Hans

Der Mädchenname seiner Ehefrau war Littauer. B. wurde im Familiengrab seiner Schwiegereltern auf dem Alten Jüdischen Friedhof beigesetzt. Flora B. heiratete im Juli 1939 in Warschau Julian Rawicki.

017 Bose, Carl Eduard von

Auf dem Leipziger Südfriedhof befindet sich das Grab der Familie von Bose. Dort sind neben den Eltern und dem Bruder Heinrich auch sein Bruder Carl (23.03.1901-03.10.1923) bestattet. Seine Tochter, Erika von Bose, starb am 06.02.2017 im Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig.

Quellen: https://billiongraves.com/grave/Carl-Von-Bose/25962010?referrer=myheritage

030 Chamizer, Erwin

Chamizer heiratete am 01.04.1920 in Den Haag. Die Ehe blieb kinderlos.

Quellen: Jane Wegewitz und Tom Pürschel, Broder, Cerf & Löbl – Nachbarn auf Zeit, Berlin 2017, S. 112

032 Citron, Curt

Citrons Eltern waren der LGR Max C. (1846-1940) und dessen Ehefrau Wanda geborene Seligsohn (1852-1940). Sein Bruder Fritz C. (14.01.1876 Berent–26.12.1938 Berlin/Selbstmord) war Richter am Oberverwaltungsgericht am Preußischen OVerwG in Berlin.

Quelle: Renate Citron-Piorskowski und Ulrich Marenbach, Verjagt aus Amt und Würden. Vom Naziregime 1933 verfolgte Richter des Preußischen Oberverwaltungsgerichts, Berlin 2017, S. 28-40

045 Dressler, Leo

Dressler starb am 01.10.1968 in Genf. Seine Urne wurde 1971 im Grab der Eltern beigesetzt. Die nach seinem Tod in Genf gegründete Frieda-Dressler-Stiftung übernahm die Grabpflege. Der Vater starb am 09.07.1935 und die Mutter am 10.02.1935. Das Grab der Eltern befindet sich auf dem NJF. Sein Bruder Karl wurde im Oktober 1938 abgeschoben und gilt als verschollen. Ein weiterer Bruder war Melchior D. (1897-1919). Sein Grab befindet sich auf dem AJF.

046 Drucker, Martin

Druckers jüngste Tochter Renate starb am 23.10.2009 in Leipzig.

Quelle: Jens Blecher und Howard M. S. Kroch (Hrsg), Renate Drucker 1917-2009. Nekrolog

048 Ehrenberg, Victor

Ein weiterer Bruder Ehrenbergs war Maximilian Otto E. (1848-1928). Dessen Sohn war der Theologe Prof. Hans E. (1883-1958), Pfarrer in Bochum.

051 Engländer, Bernhard

Engländer hatte fünf Kinder. Walter E. (1882-1941), ein weiterer Sohn, wurde in der Petrikirche getauft. Sein Taufpate war der RGR George Franz Friedrich Meyer. Er wurde im Mai 1941 in Pirna-Sonnenstein Opfer der Euthanasie. Es gibt zu ihm eine Patientenakte im Bundesarchiv. E.s Grab befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof.

Quellen: Jens Trombke, Zur Geschichte der Leipziger Peterskirche und ihrer Gemeinde, Leipzig 2012, S. 168; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/11/Grabst%C3%A4tteBernhardEngl%C3%A4nder.JPG

052 Engländer, Siegmund Robert Konrad

Engländer wurde 1880 in der Petrikirche zu Leipzig getauft.

Quelle: Jens Trombke, Zur Geschichte der Leipziger Peterskirche und ihrer Gemeinde, Leipzig 2012

068 Glücksmann, Heinrich Anselm Gerd

Glücksmanns Mutter war eine Halbschwester von Fritz Haber.

086 Harrwitz, Julius Paul

Harrwitz‘ Vater starb am 12.01.1908 in Dresden. Seine Schwester Martha (1858-1914) heiratete 1880 in Dresden Ernst Emil Reichelt (1850-1881). H. promovierte 1884 in Jena. Eine weitere Enkelin war Anna-Luise Schneider, verh. Petri (1905-1966), die 1935 an der Leipziger Handelshochschule promoviert wurde. Ihr Sohn war der Lyriker und Graphiker Walther Petri (1940-2011).

Dissertation:  Kann dem Expropriaten die Zahlung der Entschädigungsgelder bis zur Stellung einer Cautionshypothek vorenthalten werden?

Quellen: Persönliche Informationen des Ururenkels Jan Petri vom 11.12.2016

099 Herrmann, Elsa (verh. Pick)

Herrmann studierte seit 1916 Philosophie und seit 1917 Jura in Berlin. Sie starb am 23.03.1957 in München, wo sie bei ihrem Bruder zu Besuch weilte, nach schwerer Krankheit. Der Vater Max H. war 1859 geboren und starb am 20.01.1919 Plauen. Ihre Mutter Emilie H. (1870-1942) wurde Opfer des Holocaust.

H. verließ Deutschland bereits 1933 und lebte zunächst in Teplitz-Schönau in Böhmen. Sie heiratete am 16.12.1933 den 15 Jahre jüngeren Bankrevisor Bedrich Goder. Diese Ehe – wie auch ihre zweite mit Karel Pick – blieben kinderlos.

H. hatte einen Bruder Adolf, der bis April 1939 die väterliche Firma leitete. Er emigrierte mit seiner Frau nach Bolivien. Er lebte nach 1945 in München und zuletzt in London.

Quellen: Jürgen Nitsche, Dr. Elsa Hermann, eine streitbare jüdische Frauenrechtlerin und ihr Buch „So ist die neue Frau“. Nicht nur ein Exkurs zu ihrem Weiblichkeitsentwurf in den späten 1920er Jahren. In:  Caris-Petra Heidel (Hrsg.), Jüdinnen und Psyche, Frankfurt am Main 2016, S. 77 bis 108

100 Herrmann, Franz

Herrmann wurde 1957 was Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Quelle: http://ausstellung.geschichte-innenministerien.de/biografien/franz-herrmann/ (19.10.2019)

116 Jaffé, Richard Julis Moritz

Jaffé starb im Juli 1973 in Horsham/England. Seine Frau Ende dieses Jahres ebenda. Sein Sohn Max Alfred J. (1920-2006) lebte zuletzt in Guildford/England.

120 Juncker, Josef Johann Georg

Juncker trat erst 1914 zum griechisch-katholischen Glauben über. Seine Mutter (1863-1928) starb in Dresden. Die Schwester Rovenna Armi Josefovici (27.04.1887-26.03.1948) überlebte in Los Angeles/USA.

123 Kallir, Leon

Kallirs Sohn Max Freddy K. (28.09.1896-01.05.1917) war Flugzeugführer im Ersten Weltkrieg und stürzte bei einem Angriff auf Saloniki ab. Seine Brüder waren der Nahrungsmittelchemiker Dr. phil. (Leipzig 1887) Jacob K. (28.07.1862 Brody–20.07.1929 Leipzig) und Alexander K. (05.04.1867 Brody-?)

126 Kastan, Moritz

Kastans Vater Heinrich K. war 1819 und die Mutter Rosalie Wieruszowska war 1822 in Kempen geboren. Kastan hatte sieben Geschwister. Der Schriftsteller, Arzt und Journalist Dr. Isidor K. (1840-1931) war einer seiner Brüder.

Seine Ehefrau Johanna Goßmann war am 10.02.1855 in Berlin geboren. Sein Schwiegersohn, der LGR Otto Goldmann, starb am 14.01.1947 im Speziallager Nr. 1 in Mühlberg.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Isidor_Kastan; https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Goldmann_(Jurist)

141 Kufeld, Herbert

Kufeld und seine Frau Clare Nancy reisten am 23.11.1954 mit dem Schiff von London nach Sydney. Diese Reise hatte er allein auch schon 1950 unternommen. Damals gab er als seinen Wohnsitz Berlin-Wilmersdorf an. 1954 sind die Eheleute C. im Wählerverzeichnis von St. Kilda in Australien verzeichnet. Am 10.6.1963 flog die Ehefrau allein von Frankfurt nach Sydney. Sie starb am 30.03.1998 in Brighton/Australien.

144 Landmann, Fritz Moritz

Landmanns Vater und die Mutter Rebecka Rosa geborene Wolff sind beide vor 1919 in Leipzig verstorben. Sein Großvater mütterlicherseits war der Rabbiner Dr. phil. Moritz Wolff in Göteborg. Auch der Urgroßvater war bereits Rabbiner in Meseritz. Nach der Heirat der Mutter mit einem Nichtjuden wurde diese vermutlich aus ihrer Familie verstoßen, so dass es keinen Kontakt mehr gab. Seine Ehefrau Martha Ottilie geborene Schink war am 12.02.1887 in Kratzau bei Reichenberg in Böhmen geboren.

146 Lebrecht, Karl Wilhelm

Lebrecht war der Sohn des Sensals/Geldwechslers Leo Lebrecht (* 30.11.1809 Mainz) und dessen Ehefrau Theresia geborene Langgäßer (*22.05.1819 Mainz-vor 1892 Leipzig). Die Familie verzog um 1878 nach Leipzig.

L. heiratete am 27.04.1892 in Mainz Barbara Landauer, die Tochter des Mainzer Kaufmanns Joseph Landauer (1836-1911) und dessen Ehefrau Friederike geborene Mainzer (1844-1896). Die Eheleute Lebrecht verfassten 1927 ein gemeinschaftliches Testament auf Gegenseitigkeit, in welchem sie die Schwestern der Ehefrau zu ihren Erben bestimmten.

Quelle: Renate Knigge-Tesche/Hedwig Büchert: Der neue Jüdische Friedhof in Mainz. Biographische Skizzen zu Familien und Personen, die hier ihre Ruhestätte haben, Mainz 2013, S. 339

147 Lehmann, Emil

Lehmanns Mutter Breindel (Bella) geborene Kaim starb 1840 in Dresden.

155 Levita, Eduard Leopold Karl

Die Eheschließung erfolgte am 17.01.1854 in Mainz. Seine Frau war am 18.01.1833 in Alzey als Tochter des Gutsbesitzers Joseph Guilino (verst. 20.08.1850 Alzey) und dessen Ehefrau Gertrude geborene Herberg (* 1809). Sie starb am 05.05.1887 in Mainz.

Die Tochter Anna Maria Emilie (* 15.07.1857 Alzey) heiratete am 28.12.1889 in Mainz den Arzt Hermann Wolfgang Georg Otto Freund (* 16.05.1859 Breslau). Sie starb am 18.03.1942 in Berlin-Zehlendorf.

Die Tochter Anna Maria Theresia Julie (* 12.01.1856 Alzey) heiratete am 02.02.1901 in Mainz den Major Karl Jacob Scheurer (* 02.02.1854 Kaiserlautern). Sie starb am 20.05.1940 in Wiesbaden.

Die Tochter Anna Elisabetha Gertrude (* 24.02.1854 Alzey) heiratete am 22.10.1879 in Mainz den Hauptmann Adolph Sartorius (* 23.05.1843 Neu-Insterburg). Sie starb am 07.11.1888 in Mainz.

Der Sohn Karl Gustav wurde am 17.05.1865 in Mainz geboren.

Der Sohn Heinrich Joseph Eduard wurde 19.02.1853 geboren und starb 25.01.1869 in Mainz.

158 Lewinsohn, Siegbert

Der Vater betrieb in Dessau das Schuhwarenversandhaus „Siegfried & Arthur Lewinsohn“.

165 Lippert, Robert

Lippert das jüngste von 13 Kindern, zwölf Söhnen und einer Tochter. Sein Bruder Philipp nahm bei seiner Taufe vor 1818 den Familienamen Philippi an. Hofrat (1824) Dr. phil. Ferdinand Philippi (1795-1852) war ein bedeutender Verleger in Grimma. Sein Bruder Adolf (* 1801) nahm nach der Taufe den Familiennamen Löwe an und war Sprachlehrer in Wien und Florenz

Lippert wurde am 03.03.1835 an der Leipziger Universität zum Dr. phil. (nicht zum Dr. jur.!) promoviert. Seit 1836 arbeitete er journalistisch und als Übersetzer  u. a. für die Zeitschrift der eleganten Welt.

Lippert lebte zunächst in Moskau, wo er eine Russin heiratete. Im Jahr 1841 verzog er nach St. Petersburg. Nachdem es ihm nicht gelungen war, dort eine Stelle als Bibliothekar zu erlangen, soll er 1879 nach Deutschland zurückgekehrt sein.

weitere Veröffentlichungen: L. veröffentlichte aus Dresden in der Zeitung für die elegante Welt:

Nr. 211 vom 27.10.1836, S. 841: Maria Malibran

Nr. 212 vom 28.10.1836, S. 845: Die pariser Börse

Nr. 63 Der Ritter d‘Eon, Cavalier und Dame

Nr. 79 vom 24.04.1837 Die Seitenpartien der Deputirtenkammer

Nr. 98 Abbé Lamennais

Nr. 168 bis 170: Peter der Große als Literat

Nr. 152 bis 165 vom 06.08.1838 bis 14.08.1838: Streifzüge, Novelle von Marlinskij nach dem Russischen

Blicke auf die russische Literatur im Jahre 1846, in: Magazin für die Literatur des Auslands vom 10.04.1847

Quellen: Armin Tille: Eine Judenfamilie, in: Familiengeschichtliche Blätter, Heft 8/1935 (antisemitischer Hetzartikel gegen die Familie!); Eberhard Reißner: Deutschland und die russische Literatur 1800-1848, Berlin 1970, S. 191-198; https://weber-gesamtausgabe.de/de/A001473.html (27.06.2021)

172 Löw, Theodor

Löws Tochter Helene verh. Heynemann (1888-1944) und ihr Ehemann Paul Heynemann (1890-1944) wurden Opfer des Holocaust. Der Sohn Max Markus (1890-1938) lebte in Danzig. Sein Grab befindet sich auf dem NJF.

Quellen: Bertram, Menschen ohne Grabstein, S. 352 f.; E-Mail von Ellen Bertram vom 22.10.2019

173 Löwenheim, Hans

Der Vater Theodor Löwenheim war geboren am 10.04.1858 in Jessnitz und starb im September 1915 in Leipzig. Seine Eltern waren Luis Löwenheim und Johanna geborene Merker. Die Mutter Anna geborene Wolfsohn war am 05.06.1855 in Landshut geboren.

178 Mandelkern, Salomon

Mandelkern war verheiratet mit Agathe geborene Byk (1850-1912). Die Gräber des Ehepaares befinden sich auf dem AJF.

181 Marcuse, Ulrich

Marcuse wurde 1933 vom Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände zur Durchführung des Herbergswerkes für die jüdische Jugend zum Vertrauensmann für Pommern bestellt. Seine damalige Wohnanschrift in Stettin lautete Birkenallee 9.

184 Metz, Joseph Richard

Metz‘ Mutter war am 13.03.1839 in Frankfurt am Main als Tochter von Herz Simon Goldschmidt (1807-1886) und dessen Ehefrau Adelheid geborene Schloss (1811-1894) geboren und starb am 09.02.1869 in Köln. Der Vater Leonard Lehmann Metz war am 04.11.1830 in Marendorf als Sohn von Joseph Elias Metz (1780-1846) und dessen Ehefrau Rachel Hirsch (1789-1864) geboren und starb am 21.11.1898 in Köln. Der Vater heiratete in zweiter Ehe die Schwester seiner ersten Frau, Julie Sophie Goldschmidt (30.08.1851 Frankfurt am Main – 19.07.1907 Köln).

Sein Sohn Richard (1894-1986) begann 1913 eine Offizierslaufbahn und diente auch nach 1933 als Offizier in der Wehrmacht. Er wurde 1944 zum Generalleutnant befördert und starb unverheiratet in Kassel.

Quelle: Bryan Mark Riggs, Hitlers jüdische Soldaten, Paderborn 2003

186 Meyer, Herbert George

Meyers Eltern erhielten 1933 die Taufe in der evangelisch-reformierten Kirche Leipzig. Herbert Meyer erlangte 1942 die US-Staatsbürgerschaft. Seine Tochter Marie (1935-2005) starb in Englewood/USA.

Quelle: Archiv der evangelisch-reformierten Kirche Leipzig

187 Meyer, Theodor

Meyers älteste Tochter war eine promovierte Chemikerin. Die jüngeren Töchter Elise Franziska (12.04.1892 Zweibrücken-26.10.1972 London) und Hedwig Luise (29.02.1896 Zweibrücken-25.02.1977 Freiburg) waren promovierte praktische Ärztinnen.

Quelle: Südfriedhof Leipzig (Foto)

189 Michaelis, Richard

Michaelis Vater war der Kaufmann Adolf M., der in Straßburg starb. Seine Mutter war Adele geborene Marries.

190 Michel, Ulrich Arnold

Michels Mutter Hertha Michel studierte Sprachen in Berlin, Heidelberg und ab 1914 in Leipzig, wo sie 1917 mit ihrer Dissertation „Ranieri Calzabigi als Dichter von Musikdramen und als Kritiker“ zum Dr. phil. promoviert wurde.

208 Peltasohn, Bruno

Peltasohns Vater war ein promovierter Arzt. Der Mädchenname der Mutter lautet korrekt Urbach. Peltasohn starb am 19.12.1918 in Berlin. Sein Sohn Walter Joseph Peltasohn emigrierte 1937 nach Palästina und starb 1985 in New York. Er war verheiratet mit Charlotte P. (1897-1993). Ihr Grab befindet sich auf dem King David Cemetry

228 Rosenblatt, Hans Wilhelm Arthur

Rosenblatts Bruder Wilhelm Friedrich  R. (1913-2004) emigrierte 1953 in die USA, wo er als angesehener Spezialist für Tuberkuloseerkrankungen tätig war.

230 Rosenthal, Meier

Rosenthals Vater starb 1896. Rosenthal wurde 1874 in Jena zum Dr. jur. promoviert. Er war 1898 der Verteidiger von Thomas Theodor Heine in dem Majestätsbeleidigungsprozess vor dem Landgericht Leipzig.

Dissertation: Der Nothstand (Jena 1874)

231 Rubinstein, Alfred

Rubinsteins Mutter hieß korrekt Jette (1887-1980). Rubinstein war verheiratet mit Dorothy G. Bourke (1915-1953) und starb nach 1978 in Frankfurt am Main.

238 Schaps, Georg

Schaps‘ Vater lebte von 1826 bis 1925 und seine Mutter von 1843 bis 18.04.1877.

244 Schopeck, Carl Hermann

Schopecks Schwester Marie Ottilie (1823-1869) heiratete 1841 den Advokaten und Landtagsabgeordneten Hofrath Dr. Alexander Otto Kormann (1811-?)

246 Schulhof, Georg

Schulhofs Mutter Bella (1873 New Orleans-1934 Leipzig) war eine geborene Gugenheim. Seine Schwester Lotte war seit 1923 verheiratet mit Ferdinand Bernhard Goldschmidt (1890-1952) und starb 1986 in Gauly/Großbritannien.

258 Skutsch, Walther Heinrich Feodor

Skutsch starb am 24.01.1978 in New York. Er war verheiratet mit Luise geborene Huttner (1896-1987). Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne (1932-2015, * 1935) hervor. Seine Schwester Ilse Mathilde (1900-1985) starb unverheiratet in Braintree/Großbritannien.

260 Steigmann, Max

Der Mädchenname der Mutter war Hutschnecker, geboren am 15.07.1874 in Kolomea. Die Familie verzog 1908 von Wuppertal nach Leipzig. Für die Mutter und den Bruder Leo wurden in der Berliner Straße 56 Stolpersteine verlegt.

265 Traub, Ernst Harry

Traubs Schwester Jeanne (1890-1942) heiratete 1921 den braunschweiger Augenarzt Oscar Fehr (1871-1959). Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter (* 1922, 1923) hervor. Die Familie konnte rechtzeitig nach Schottland emigrieren.

270 Waldecker, Ludwig Maria

Waldecker war der Sohn des Hauptmanns a. D. Carl Waldecker und dessen Ehefrau Sofie Brede. Sein Großvater war der Dommusikdirektor Peter Waldecker in Speyer. Er war seit 1909 mit Irmgard geborene Zeising, der Tochter des Landgerichtspräsidenten Hugo Z. (* 1859 Landsberg) in Berlin, verheiratet. Ihr Vater hat 1879 in Leipzig Jura studiert.

Aus dieser Ehe ging der Sohn Konrad (1910-1987) sowie die Töchter Gertraude (1912-1985) und Erika (1921-1946) hervor.

Waldecker studierte Jura in Gießen und Würzburg. 1913 hatte er sich in Berlin bei Otto Giercke (1841-1921) für Öffentliches und Genossenschaftsrecht habilitiert.

Quelle: Hans-Jürgen Becker, Die neue Kölner rechtswissenschaftliche Fakultät von 1919 bis 1950, in: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 19. Jahrhunderts, Band 118, Tübingen 2021, S. 321-339

273 Waldheim, Leopold

Waldheim war der Sohn des 1870 zum Kommissionsrat ernannten Cousin Lazarus Waldheim (1812-1874), der in Sternberg ein Banquier- und Wechselgeschäft sowie eine Agentur der Colonia Versicherung betrieb und dessen zweiter Ehefrau Auguste geborene Josephy (1829-1909) aus Ludwigslust. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor. Der Vater hatte noch einen außerehelich geborenen Sohn und drei weitere Söhne aus seiner ersten Ehe.

Quelle: Jürgen Gramenz/Sylvia Ulmer: Die jüdische Geschichte der Stadt Sternberg (Mecklenburg), Hamburg 2015

274 Wallfisch, Curt Heinrich

Der Vater Hermann Wallfisch (1862-1920) war aktiver Sozialdemokrat in Dresden. Er war Inhaber eines Verlages in Dresden, welcher u. a. „Die Hütte. Zeitschrift für das Volk und seine Jugend“ herausgab. Er war Geschäftsführer des Dresdner Parteiverlages und der Sächsischen Arbeiter-Zeitung, Prokurist der Firma Kaden & Comp. und Vorstand der F. Vorwärts Dresdner Baugesellschaft AG.

Die Mutter Helene Ida geborene Schwabe (1873-1945) war die Tochter des Theaterregisseurs Julius Schwabe (1842-1901) und seiner Ehefrau, der aus Budapest stammenden Sängerin Anna geborene Singer (1853-1905).

Die Eheschließung der Eltern erfolgte am 24.06.1893 in Berlin. Bereits damals gaben die Brautleute ihre Religion mit „Dissident“ an. Daraus kann nicht zwingend geschlossen werden, dass auch die Braut zuvor jüdischen Glaubens war. Da Helene W. in Königsberg die Nazi-Zeit überlebte, erscheint es fraglich, ob sie nach 1933 als sogenannte „Volljüdin“ eingestuft wurde. Dann wäre aber auch ihr Sohn Heinrich W. nicht als „Volljude“ einzustufen gewesen. Seine Todesumstände bleiben weiterhin im dunkeln.

Heinrich W. hatte vier jüngere Geschwister. Sein Bruder Hans Herbert (1896-1932) war Buchdruckereibesitzer in Königsberg. Die Firma übernahm seine Witwe Johanna geb. Brandt (* 1900). In Königsberg lebte auch der Bruder Hellmut (* 1903), der Buchdruckermeister war und vermutlich in der Firma seines Bruders arbeitete. Er und seine Mutter waren noch 1937 im Königsberger Adressbuch eingetragen.

Ein weiterer Bruder war Herbert Walther (1896-1915), der erst 19jährig in Dresden starb. Auch die Schwester Hildegard (* 1912) ist vermutlich schon als Kind gestorben.

276 Werthauer, Paul Heinrich

Werthauers Mutter Josefine geborene Hesselberger war am 14.07.1832 geboren und starb am 19.05.1900 in Leipzig.

Im Jahr 1906 wurde W. neben Leo Jolowicz und Gustav Rothschild Mitgesellschafter der in Leipzig neu gegründeten Akademischen Verlagsgesellschaft (AVG).

Quelle: Andrea Lorz: Die Akademische Verlagsgesellschaft (AVG), in: Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig 1815-1938, Leipzig 2021, S. 91

277 Wiener, Heinrich

Heinrich Wieners Ehefrau Angelika geborene Goldstücker starb am 23.05.1916 in Berlin.

281 Wolf, Theodor

Wolf starb am 12.04.1891in Dresden. Der Jurist, Höhlenforscher und Naturschützer Dr. jur. (Leipzig 1896) Benno Wolf (1871-1943) war der Sohn seines Bruders Richard. Er wurde in Theresienstadt Opfer des Holocaust. Seine Schwester Elise (1832-1917) war seit 1860 mit dem Breslauer Exportkaufmann und Bankier Carl Schloßmann (1831-1907) verheiratet. Der Pädiater und Sozialhygieniker Arthur Schloßmann (1867-1932) war ihr gemeinsamer Sohn.

Quellen: Sächsisches Staatsarchiv Chemnitz, 30145 Amtsgericht Zwickau, Nr. 256; https://at.vvikipedla.com/wiki/Benno_Wolf (13.06.2021); https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schlo%C3%9Fmann (13.06.2021)

282 Woyda, Julius

Veröffentlichungen:

Der Eigentumsvorbehalt beim Kauf, in: Die Uhrmacher-Woche, Nr. 15 vom 11.04.1925, S. 245 f.

Existenz und Existenzen, in: Neue Bahnen, Nr. 4/1925, S. 147-149

Wieder Lehrlingszüchterei? in: Der Maler, Organ des Verbandes der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder, 24.06.1926, S. 119

283 Wronker, Ilse

Wronkers Vater starb 1955, ihr Cousin Siegfried Wronker 1966.

288 Zülzer, Max (Dan)

Zülzers Neffe, der Diplomat Michael Elizur, starb am 27.12.2003 in Australien

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Elizur (14.06.2021)