dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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Dr. phil. Heinrich Roloff
Seestadt Rostock
Parkstraße 4 a
Rostock, 11. Juni 1946.

Hochverehrter Herr Dr. Drucker!

Seit langem schon wollte ich Ihnen schreiben, um nach diesen fürchterlichen Jahren die alten Verbindungen wiederherzustellen. Da schrieb mir Eberhard Forche, daß er schon mehrfach versucht habe, mit Ihnen in Verbindung zu treten, leider aber bisher ohne Erfolg. Nun bietet sich mir die Gelegenheit, Ihnen durch Professor (Walter) Gerstenberg, mit dem nur hier vielfältige Beziehungen verbinden, ein Lebenszeichen zukommen zu lassen, und so will ich – in Eile – Ihnen rasch einen Gruß schreiben. Ich hoffe sehr, daß Prof. Gerstenberg – der ja Ihren Sohn Heinrich auch gut gekannt hat – mir nun gute und befriedigende Nachrichten über Ihr und Ihrer Töchter Ergehen mitbringen wird und Sie an der altgewohnten Stätte in der Schwägrichenstr. antrifft.
Meinen letzten Brief vom 9. März 1945, der Ihnen mein Beileid zu Heinrichs Tode übermittelte, haben Sie gewiß noch erhalten und wissen also, daß wir bis dahin ohne Schäden an Gut und Gesundheit durch den Krieg gekommen sind. Gott lob, können wir auch den letzten Kriegsmonat und die ganze Zeit seitdem dies gleiche von uns sagen. Meine Frau kehrte noch im April von Plauen, wo sie ja seit März 1944 mit unseren Jungen und ihrer Mutter lebte, hierher zurück mit den beiden, und wir überstanden das Kriegsende, das am 1. Mai 45 durch den kampflosen Einmarsch der Russen kam, gut und ohne Minderungen. Ein persönliches Opfer mussten wir allerdings bringen. Meine Schwiegermutter starb am 9. August an einer Miliartuberculose der Lunge, einem alten Leiden, das schlechte Ernährung und die Anstrengungen der letzten Jahre frühzeitig wieder hatten aufbrechen lassen. Sie fehlt uns sehr. Nach den ersten …? unmutigen und hinsichtlich der Ernährung schwierigen Monaten hat sich unser Leben nun wieder in normale Bahnen begeben. Vor allem dürfen wir von uns persönlich sagen, daß wir bisher immer satt geworden sind – wenn es auch nicht immer ganz leicht war, die Voraussetzungen dazu zu beschaffen. Auch mit der Heizung ging es infolge großer Sparsamkeit in den vorangegangenen Wintern ganz leidlich, wir hatten es immer so, daß wir nicht froren.
Beruflich blieb zunächst alles beim alten für mich. Die Bibliothek blieb zunächst geschlossen, und wir hatten mit Ordnungsarbeiten usw. viel zu tun. Mitte Oktober begann der Lehrbetrieb wieder im alten Umfange. Im Rahmen der radikalen Entkernungsaktion unserer Zone wurde ich dann Mitte Dezember ehrenhalber entlassen: Nachdem ich 1937 und 1938 es vergeblich versucht hatte, ohne parteiliche Bindung in meinen Bibliothekarsberuf hineinzukommen, musste ich dann 1939 den Antrag auf Aufnahme wenigstens stellen, der dann infolge meines vielfachen Ortswechsels erst 1942 tatsächlich noch zu meiner Aufnahme in die Partei führte. Da man aber nicht nach der Gesinnung, sondern nur nach der Tatsache der Zugehörigkeit urteilt – einstweilen wenigstens -, so bin ich also von dieser Maßnahme mit betroffen. Ich habe mich aber inzwischen in meinem Stande ganz gut eingerichtet und verdiene durch Privatunterricht zu meinen Studienfächern bequemer als sonst und auskömmlich das, was ich brauche. Zum wissenschaftlichen Arbeiten komme ich sehr wenig, mehr hingegen zu meiner Musik, Kammermusik, vor allem Streichquartett, und Mitwirkung bei dem Symphoniekonz. des städt. Orchesters sind es hauptsächlich. Zudem ist Oper und Konzertleben reichlich und teilweise recht gut. Viel Zeit braucht natürlich, vor allem im vergangenen Herbst und Winter, der Haushalt, einige Zeit natürlich auch unser Sohn, der wohl am besten gesundheitlich die Kriegsjahre überstanden hat und nur mit seinem Temperament und seiner fröhlichen Munterkeit sehr viel Freude macht. Gesundheitlich geht es auch meiner Frau gut, auch mir, doch merke ich bisweilen spürbar an einer schnelleren Ermüdbarkeit die Schäden einer jahrelangen unzureichenden Ernährung.
Ich hoffe, daß Sie dieser Brief mit Ihren Töchtern bei guter Gesundheit antrifft, und würde mich herzlich freuen, wenn ich Ihnen ab und an einmal von mir berichten dürfte.

In alter, herzlicher Verbundenheit grüße ich Sie alle
in aufrichtiger Ergebenheit
Ihr Heinrich Roloff