dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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23. Juni 1946.

Mein lieber Herr Alois!

In der Mappe, in der unbeantwortete Briefe liegen, befindet sich noch immer Ihr Schreiben vom 28. Dezember, das Mitte Januar hier eingegangen ist. Ich bedaure sehr, dass ich anscheinend nicht einmal Ihre freundlichen Glückwünsche zum neuen Jahr erwidert habe. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich durch eine kaum überwindbare Arbeitsbelastung gehindert worden bin, mich mit Privatangelegenheiten zu beschäftigen. Seit Anfang Mai bin ich infolge einer Lungen-und Rippenfellentzündung zu Haus, die zwar jetzt behoben ist. Ich darf aber noch nicht ausgehen, sondern nur täglich einige Zeit ausser Bett verbringen und benutze diese Stunden, um in ihnen wichtigste Büroangelegenheiten zu erledigen und wenigstens einige Privatbriefe zu diktieren. So bin ich denn auch heute in der Lage, Ihnen einige Mitteilungen zu machen.
Es ist richtig, dass in einer schon im Juni vorigen Jahres erschienen Zeitung angekündigt war, dass ich meine Praxis wieder aufgenommen habe und wieder Schwägrichenstrasse 5 wohne. Das war aber nur im ersten Teil richtig. Wir waren im Juni aus Jena zurückgekehrt und fanden jene Bekanntmachung in der Zeitung bereits vor. Die Amerikaner hatten alle politisch nicht belasteten Anwälte wieder zugelassen. Aber das Haus Schwägrichenstrasse 5 war ja schon am 27. Februar 1945 vollständig zerstört und niedergebrannt. Ich bemerke gleich, dass unsere ganze schöne Wohnungseinrichtung, die Sie und Ihre Frau ja so genau kennen, vernichtet ist und dass wir jetzt hier in einer zwar recht guten, aber nur mit zusammengeborgten Gegenständen eingerichteten Wohnung hausen. Den Haushalt führt meine Schwiegertochter. Renate ist Assistentin an der Universität. Ina ist im Dezember vorigen Jahres aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und jetzt als Aerztin im Kinderkrankenhaus angestellt.
Meinen Dresdner Verwandten, nach denen Sie fragen, ist es auch recht schlecht ergangen. Bei einem der furchtbaren Angriffe im Februar vorigen Jahres verloren nicht nur alle drei Familien ihre Wohnungen und Einrichtungen vollständig, sondern mein Schwager (Carl) Mannsfeld wurde auf der Strasse von einem Bombentreffer in der Schläfe getötet und meine Schwester an seiner Seite schwer verletzt. Nach monatelangem Kranksein ist sie erst jetzt wieder notdürftig hergestellt. Mein Neffe Ernst Mansfeld wurde infolge des Wegfalls des Nazismus sofort Ministerialrat bei der Landesjustizverwaltung, und mein anderer Neffe Dr. (Eduard) von Bose (1898-1963) ist jetzt Amtsgerichtsdirektor in Borna.
Ihre Mitteilungen über Ihre Erlebnisse, seitdem Sie im April vorigen Jahres das Glück gehabt haben, unverwundet in Gefangenschaft zu geraten, haben mich sehr interessiert, weil Sie ja alles gut überstanden haben. Aber die Herzkrankheit will mir doch nicht recht gefallen. Ich empfehle Ihnen die allergrösste Vorsicht. Ich freue mich sehr, dass Sie beide wieder bei Herrn Geheimrat (Wilhelm) Kisskalt Ihre frühere Tätigkeit aufnehmen können. Für die von Ihnen erwähnte Arbeit, die er über das Versicherungswesen schreiben will, interessiere ich mich sehr stark. Vielleicht ist es Ihnen möglich, ihn zu bitten, mir durch Sie mitteilen zu lassen, wann, wo und unter welchem Titel die Arbeit erscheinen wird oder schon erschienen ist. Herrn Geheimrat Kisskalt wird ja bekannt sein, dass hier in Sachsen eine ganz besondere Regelung des Versicherungswesens eingetreten ist, deren Zweckmässigkeit mir nicht recht einleuchtet.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich nicht so lange auf Antwort warten liessen als ich Sie, und bleibe mit freundlichen Grüssen an Sie und Ihre Frau, auch im Auftrag meiner Töchter,

Ihr (Drucker)