dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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Leipzig . 0.27, den 6. Mai 1946.
Störmthalerstrasse Nr. 9 pt. r.

Sehr geehrter Herr   J u s t i z r a t !

Als Herr Dr.   H a r t m a n n   mich neulich um die Abschrift des Nachrufs meiner Schwagers Ernst   S i e h r   aus Königsberg Pr. bat, erfuhr ich, daß Sie, werter Herr Justizrat ein sehr guter Freund meines Schwagers sind. Da ich Ihnen das Abschriftliche gerne selbst überbringen wollte, sagte ich das auch Herrn Dr. Hartmann, aber er wollte es Ihnen selbst überbringen.
Ich möchte nun so gern einmal Sie besuchen kommen, um Ihnen aus den letzten Lebensstunden  meines lieben Schwagers Ernst  S i e h r zu erzählen; denn seine Frau hat mir Genaues darüber berichtet. Sie werden ja auch selbst wissen, wie sehr er beliebt bei allen Menschen war und ich war sehr, sehr traurig, als mich die Todesnachricht erreichte. Ich habe am 28. Juli 1922 den jüngsten Bruder von Ernst Siehr geheiratet, der fast 20 Jahre Jünger ist, ich bin also seine jüngste Schwägerin und wir haben uns so gut immer verstanden. Als er noch Oberpräsident war, besuchte er uns öfter in Berlin in unserer damaligen Wohnung in Charlottenburg. Das waren immer Festtage für uns. Meine Schwägerin ist sehr gebrochen und mein Mann, glaube ich, er weiß noch nicht einmal, daß sein Bruder Ernst, der seine Interessen für ihn wahrnehmen sollte, verstorben ist, also gar nichts mehr für ihn tun kann. Mein Mann war zuletzt hier Reichsgerichtsrat , vielleicht haben Sie ihn auch gekannt, er war ganz eben so ein Mann wie sein Bruder Ernst und fast sieben Jahre bin ich jetzt allein, fast sechs Jahre war er Soldat, Stabsoffizier und ein Jahr ist er in Kriegsgefangenschaft, ein halbes Jahr lag er wegen Entkräftung in einem Lazarett und ich habe ein ganzes Jahr von ihm nichts gewußt, ich habe sehr darunter gelitten.
In unserm Hause erzogen wir, da wir selbst keine Kinder hatten, das uneheliche Kind meiner jüngsten Schwester! Da er Halbjude war, haben wir 12 Jahre mit ihm gelitten, er mußte überall raus und war doch ein so tadelloser Mensch. Mich hatten die Nazis mal in die Gestapo gebracht, weil ich mit den Offizieren des 20. Juli in Verbindung stehen sollte. Meinem Mann durfte ich nichts davon mitteilen.
Ich würde mich so freuen, wenn ich Sie einmal aufsuchen dürfte. Einmal war ich schon dort gewesen, da war aber das Büro schon geschlossen.
Mein Mann hat noch einen zweiten Bruder im Jahr 1945 verloren, es war der M a x   S i e h r  , der in Insterburg Rechtsanwalt war. Er hatte zuletzt in Freiburg i/Breisgau gelebt, wo seine jüngste Tochter verheiratet ist. Er hatte einen Spaziergang gemacht und hatte dabei einen Herzschlag bekommen.
E r n s t   S i e h r   lebte zuletzt in   B e r g e n   a/Rügen bei seiner Tochter, die auch ihren Mann bei einem Autounfall verloren hat.
Hoffentlich habe ich Sie mit meinem ausführlichen Brief nicht gelangweilt !

Indem ich Ihnen freundliche Grüße sende, bleibe ich immer Ihre

Anna Siehr

Anmerkung:
Der Ehemann war RGR Kurt Siehr.