dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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Handschriftlicher Vermerk  von Wihelm Tell auf dem Briefumschlag:

Interessanter Brief von meinem früheren Verteidiger Dr. Drucker, Leipzig, dem ich zu unendlichem Dank verbunden war und der mir in allen ernsten und schwierigen Lebenslagen als wertvoller Freund u. Berater beigestanden hatte.

Persönliche Angelegenheit
Leipzig, den 2. Februar 1919

Eurer Excellenz

Bestätige ich mit verbindlichstem Danke den Empfang des freundlichen Schreibens vom Jochnau(?)jahrestage und der Überweisung von M 200,-
Mehrwöchige Krankheit, von der ich erst jetzt mich langsam zu erholen beginne, hat mich zu meinem Leidwesen bis heute am Briefeschreiben verhindert.
Endlich kann ich nunmehr zum Ausdrucke bringen, mit welcher freudigen Teilnahme ich die Entwicklung der Verhältnisse in Altenburg verfolgt habe. Eurer Excellenz persönliches Schicksal bewahrheiten das Wort, dass die Weltgeschichte das Weltgericht ist. Wo sind sie nun alle hin, die Dunkelmänner, die dem von einem Teile gehassten, einem anderen Teile nur unbequemen Bürgermeister mit skrupellosen Intrigen den bürgerlichen Tod bereiten wollten!
Ich bitte, es nicht als Unbescheidenheit aufzufassen, wenn ich versichere, dass ich über diese Wendung der Dinge auch meine eigene Genugtuung empfinde, die Genugtuung, auf der rechten Seite in diesem bureaukratisch-klüngelhaften Kampfe gestanden zu haben. Stärker aber ist meine Freude darüber, Eurer Excellenz meinen herzlichsten Glückwunsch aussprechen zu können. Ein ganz klein wenig Neid macht sich freilich geltend: in Altenburg wird noch regiert, bei uns wird tyrannisiert. Ich war mein Lebtag nicht nur Demokrat, sondern warmer Freund der unteren Klassen. In der Zeit der wüstesten Sozialistenverfolgung bin ich als Anwalt, als Verteidiger energischer für die Unterdrückten eingetreten, als persönliche und gesellschaftliche Rücksichten erlaubten. Aber ich sehe jetzt, dass der Pöbel, der hier zur Herrschaft gelangt ist, an Unduldsamkeit gegen andere es den äußersten Reaktionären der alten Zeit mindestens gleich tut. Und das Bürgertum verdumpft völlig. Heute vor acht Tagen hat es die bürgerliche Majorität des Stadtverordnetenkollegs durch sträfliche Wahlschlappheit einfach verschenkt. Und heute bei den Wahlen zur sächsischen Volkskammer lagen die Wahllokale in den bürgerlichen Bezirken still und verödet da. Ich habe gerade in diesen Wochen schwer empfunden, dass meine Krankheit mich zur Untätigkeit zwang.
Durch aufopferungsvolle Agitation ist noch viel zu retten, was wenigstens viel zu retten. Das Volk ist ja so erschreckend unwissend – wie viele auch in unseren Ständen sind national-ökonomisch hinreichend gebildet, um zu ermessen, welchen ungeheuren Wahnsinn, welches namenlose Unglück die „Sozialisierung“ unter den heutigen Verhältnissen bedeuten würde. Marx und Engels würden sich im Grabe herumdrehen, erzählte man ihnen, dass in einem politisch niedergebrochenen, wirtschaftlich ruinierten und vom Weltmarkt ausgesperrten Binnenstaate plötzlich sozialisiert werden solle. Ich hatte noch im November eine Unterredung mit dem Führer der hiesigen Unabhängigen: das Unglück ist, dass auch diesen Leuten der Umsturz über den Kopf hereingebrochen ist und dass sie nicht genug Zurückhaltung besitzen, um wenigstens für jetzt von einer Verwirklichung ihres Programms Abstand zu nehmen. Statt aus wirtschaftlicher Entwicklung soll nun der sozialistische Staat durch Dekret geschaffen werden!
Ich bitte um Entschuldigung, dass ich mir diesen Erguß nicht versagt habe. Der Leiter eines Staatswesens kämpft mit diesen Dingen verantwortlicher als der Privatmann. Aber uns allen gemeinsam ist die Gefahr und das Recht der Notwehr.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass Bankgeschäfte mich demnächst nach Altenburg führen. Vielleicht wage ich es dann Euer Excellenz für eine Viertelstunde an der Regierung zu hindern. Inzwischen verbleibe ich mit der Versicherung ausgezeichneter Hochachtung

Eurer Excellenz
Ergebener Dr. M. Drucker