067a Ginsberg, Wolfgang
(17.01.1898 Dresden - 28.04.1981 Dresden)
Dr. jur. (Leipzig 1924, cum laude), Regierungsrat
Gustav Wolfgang Ludwig Ginsberg war der Sohn des Oberjustizrats Oberamtsrichter Dr. jur. Ludwig Eduard Ginsberg in Dresden (08.11.1854 Zittau – 17.07.1938 Dresden), der zuletzt Amtsgerichtsdirektor war, und dessen Ehefrau Helene Bertha Antonie, geb. Hansen (26.4.1869 Lensahn/Schleswig-Holstein – 25.06.1957 Dresden). Der Vater konvertierte 1868 vom Judentum zum evangelisch-lutherischen Glauben. Zum Zeitpunkt seiner Eheschließung 1888 in Tonder/Dänemark war er Assessor und Premierleutnant in Bautzen. Eduard G. ließ für seine Familie in der Palaisstraße 19 (später: Franz-Liszt-Straße 19) die „Villa Ginsberg“ erbauen. Im Jahr 1896 war der Vater Mitbegründer des Mozartvereins in Dresden.
Jenny Mila Elisabeth G. (12.09.1889 Dresden – 01.01.1935 ebda.) war die ältere Schwester von Wolfgang G. Sie war seit 1912 mit dem späteren Oberstleutnant Hauptmann Konrad von Rüdiger (24.01.1877 Leipzig – 23.05.1946 Dresden) verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor.
Die Großeltern väterlicherseits entstammten jüdischen Familien. Der Großvater war der Zittauer Ehrenbürger (1879) Kommerzienrat Ludwig Otto Ginsberg (28.6.1815 Breslau – 25.12.1893 Zittau) und dessen Ehefrau Christiane Wilhelmine Elise, geb. Detmold (* 04.10.1817 Hannover). Ludwig G. war 25 Jahre Stadtrat in Zittau und wurde 1871 zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Er war Inhaber eines Garn- und Baumwollgeschäfts und gehörte 1849 der Deputation zur Anerkennung der Reichsverfassung an. Sein Vater war Jacob Meyer aus Breslau. Seine Familie nahm zu Beginn des 19. Jahrhunderts des Familiennamen Ginsberg an.
Die Großmutter väterlicherseits war die Tochter des jüdischen Arztes und Hofmusikus Isaak Hertz Detmold (1771-1842), der sich mit seiner Frau und den sechs gemeinsamen Kindern am 23.02.1815 in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover taufen ließ. Der Großvater nahm mit der Taufe die Vornamen Georg Heinrich an. Er war verheiratet mit seiner Cousine Friederike Louise geb. Oppenheim (1780-1860). Die Wurzeln der Familie liegen in der Stadt Detmold im heutigen Nordrhein-Westfalen.
1926 wurde Wolfgang G. gestattet, den Geburtsnamen seiner Mutter dem Familienamen hinzuzufügen.




