dr. jur. Hubert Lang

Buch: Kurt Hezel

Asenijeff, Elsa (eigentlich Elsa Maria Packeny)
A. soll mit Hezel vor deren Verbindung mit Max Klinger verbunden gewesen sein. Es gibt an dieser von Hezel, wie auch von seinen Freunden, kolportierten „Beziehung“ erhebliche Zweifel. Tagebucheinträge von A. deuten darauf hin, dass Hezel sie einmal im Rosenthal bedrängt hat. Ob es sich hierbei um eine Vergewaltigung handelte, erscheint nicht völlig zweifelsfrei. Es sind sind zahlreiche Briefe und Gedichte Hezels an A. aus späterer Zeit erhalten. Gustav Brecher beabsichtigte bis Oktober 1898, Hezels Asenijeff-Lieder (Hekate, Schwarze Flaggen, Charfreitagsnacht) zu vertonen. Dazu kam es aber offenbar nicht.
Quelle: Kantonsbibliothek St. Gallen, Signatur: St. Gallen, KB Vadiana SG, VadSlg NL 202 : 72 : 58f.

Augsburg, Anita 
(22.09.1857 Verden – 20.12.1943 Zürich),  Juristin, Pazifistin
Quelle: Martens, S. 209

Bartels, Adolf 
(15.11.1862 Wesselburen – 07.03.1945 Weimar), Schriftsteller, Journalist
Dichter und Literaturhistoriker, militanter Antisemit; besuchte ab 1885 die Leipziger Universität obwohl er nicht die Hochschulreife besaß; 1939 Ehrenpromotion in Leipzig

Bary, Alfred von 
(18.01.1873 Valletta – 13.09.1926 München), Neurologe, Opernsänger
Neurologe, Kammersänger und namhafter Wagner-Tenor; seit 1899 Assistenzarzt in Leipzig, wo er in einem Chor sang und Arthur Nikisch seine Stimme entdeckte; seit 1902 Heldentenor an der Dresdner Hofoper; wird als Freund Hezels in einer Karte an Dehmel genannt. Er war seit 09.01.1909 in zweiter Ehe verheiratet mit der Bildhauerin Jenny von Bary-Doussin (1874-1926), er hatte aus erster Ehe drei Söhne

Bary-Doussin, Jenny von
(14.04.1874 Bunzlau – 16.08.1926 München) Bildhauerin
B. war die zweite Ehefrau des obigen. Sie schuf die Porträtbüste Hezels, welche als Vorlage für die Grabstele auf dem Leipziger Südfriedhof diente.

Beckerath, ? von
bei Ernst Eggebrecht erwähnt, da der Vorname nicht genannt wird, konnte B. nicht eindeutig identifiziert werden. In Frage kommen: Emil, * 1889, PA im UAL oder: Gerhard, * 1890 in Wiesbaden, stud. 1920 Chemie in Leipzig oder: Gustav Adolph oder Rudolph Heinrich, beide Dr. jur. im Leipzig
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

Bernoulli, Carl Albrecht
(10.01.1868 Basel – 13.02.1937 Arlesheim), Theologe, Schriftsteller
Pseudonym: Ernst Kilchner; Kirchenhistoriker und Schriftsteller; Schriftwechsel mit Hezel von 1906 in Literaturarchiv Marbach; Prozeß gegen das Nietzsche-Archiv

Beyerlein, Franz Adam 
(22.03.1871 Meißen – 27.02.1949 Leipzig), Jurist und Schriftsteller
B. war 1895 Mitbegründer der Literarischen Gesellschaft; studierte zunächst Jura in Leipzig. Vgl.: Leipziger Kalender 1925, Vom Tische der Vergangenheit, S. 122-128; der Nachlass befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig

Blume, Max Erich
(04.05.1885 Sebnitz – Leipzig?) , Dr. jur., Rechtsanwalt
Sohn des Bürgermeisters (1876-1902) und Ehrenbürgers (1901) Emil Otto Blume in Sebnitz; seit 1913 Rechtsanwalt in Leipzig , seit 1919 Sozius von Kurt Hezel; 1943 Aufsichtsratsmitglied  der Körting & Mathiesen AG in Leipzig;

Rudolf Mothes: Zu den Referendaren der Kanzlei Zehme gehörte Dr. Erich Blume, dessen Vater Bürgermeister von Sebnitz in Sachsen war. Er hatte das Vitzthumische Gymnasium in Dresden besucht und einige Semester in Genf studiert. Dort verlobte er sich mit einer aus Mittelfrankreich stammenden Französin (27.03.1909: Louise S. Pouget, Südstraße 108), der Tochter eines Arztes, die etliche Jahre älter war als er. Als er sich entschlossen hatte, sich in Leipzig als Anwalt niederzulassen, ließ er noch als Referendar die Dame mit ihrer Tochter nach Leipzig kommen. Hier vereinigte sie sich mit Fräulein von Bosse, die ein Fremdenheim unter der Bezeichnung „Pension von Turcke“ betrieb. Die Gesellschaft der beiden Damen war von kurzer Dauer. Es kam zu einem Rechtsstreit, in dem ich Fräulein von Bosse, der Kollege Dr. Kurt Riedel die Französin vertrat. Es gelang uns, die Parteien auf einer Grundlage zu vergleichen, die beide befriedigte. Bald darnach schloss Dr. Erich Blume die Ehe mit der Französin. Er bat den Kollegen Dr. Kurt Riedel und mich zu zuvor niemals mit Politik beschäftigt hatte. Die Entwicklung der Standesamtszeugen und schickte am Tage danach jedem von uns beiden eine Schachtel mit guten Zigarren. 1914 ließ er sich als Anwalt in Leipzig nieder und fand nach dem Tode Felix Zehmes aus der Großkaufmannschaft viel Zuspruch; es gelang ihm, eine Praxis aurea zu entwickeln. Als sich Felix Zehme von Kurt Hezel trennte, nahm ihn Erich Blume in seine Kanzlei auf. Nach dem Zusammenbruche 1945 ließ sich Dr. Blume von den Liberaldemokraten zum Stadtverordneten wählen, obwohl er sich Verhältnisse unter der Herrschaft der Besatzungsmacht entmutigte ihn. Als ihm seine Frau starb, hielt ihn nichts mehr am Leben.
AB 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, 1919: Goethestraße 1/II (Kanzlei mit Hezel), Gautzsch, Bauvereinsstraße 9 (Wohnung)
AB 1942: Goethestraße 1/II (Königsbau, Kanzlei), Schwägrichenstraße 9 (Wohnung)

Bierbaum, Otto Julius 
Journalist, Redakteur, Schriftsteller und Librettist. Bekannt war er auch unter den Pseudonymen „Martin Möbius“ und „Simplicissimus“; Thomasschüler, Leipziger Auguren-Kolleg

Bobtschew, Nikola (auch: Bobtscheff)
(1863 Elena/Bulgarien -?), Philosoph
B. studierte Philosophie und promovierte 1888 bei Wundt in Leipzig mit dem Thema: Die Gefühlslehre in ihren hauptsächlichsten Gestaltungen von Kant bis auf unsere Zeit historisch-kritisch beleuchtet; Vater: Fabrikbesitzer, studierte seit 28.09.1873 an der Technischen Hochschule Braunschweig, Fachgebiet Textilindustrie, Freund von Hermann Conradi

Brecher Gustav 
(05.02.1879 Eichwald – Mai 1940 Ostende), Komponist
Martens. S. 208; B. wollte Gedichte von H. für Elsa A. vertonen, was offensichtlich aber niemals geschah.

Conrad, Michael Georg
(05.04.1846 Gnodstadt/Franken – 20.12.1927 München), Schriftsteller, Journalist, Redakteur, Theaterkritiker
Gesellschaftskritiker des deutschen Naturalismus; gründete 1885 in München die Zeitschrift „Gesellschaft. Realistische Wochenschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben“, die bis 1902 erschien; Publ.: Was die Isar rauscht (1887), Die klugen Jungfrauen (1889); seit 1887 in zweiter Ehe verheiratet mit der Schauspielerin (größte Ibsendarstellerin) und Schriftstellerin Marie Conrad-Ramlo (1848-1921); Nachlass in München

Conradi, Hermann
(30.05.1819 Leipzig – 15.07.1897 Klosterlausnitz), Philosoph, Dichter
C. traf mit Hezel erstmals in einer Sitzung des Akademisch-Philosophischen-Vereins am 13.05.1886 zusammen.
In Conradis Schlüsselroman „Phrasen“ (1887) treten viele seiner Freunde und Bekannten unter anderen Namen als Protagonisten, so u. a. Hezel als „Dr. Winkler“ (S. 279 f.).

Cramer, Walter
(01.05.1886 Leipzig – 14.11.1944 Plötzensee), Textilunternehmer, Widerstandskämpfer,
C. war Eigentümer/Vermieter des Wohnhauses Altranstädterstraße 23, in dem Hezel seit 1915 bis zu seinem Tode lebte

Curschmann, Heinrich 
(28.06.1846 Gießen – 06.05.1910 Leipzig), Geheimer Medizinalrat, Prof. (innere Medizin) Dr. med.
C. war 1895 behandelnder Arzt von Hezel wegen rechtsseitiger Pleuritis

Dehmel, Ida
(14.01.1870 Bingen – 29.09.1942 Hamburg, Freitod), geborene Coblentz, geschiedene Auerbach,
D. war die zweite Ehefrau von Richard D. Sie entstammte einer namhaften jüdischen Familie

Dehmel, Richard 
(18.11.1863 Hermsdorf – 08.02.1920 Blankenese), Schriftsteller
D. promovierte 1887 in Leipzig; H. besuchte ihn in seinem Wohnhaus in Blankenese

Diederichs, Eugen 
(22.06.1867 Löbitz – 10.09.1930 Jena), Verlagsbuchhändler und Mandant Hezels

Dohrn, Georg 
(23.05.1867 in Bahrendorf b. Magdeburg- 09.03.1943 Seeshaupt/Starnberger See), Dirigent, Pianist
Thomasschüler, Stud. 1886 jur. in Leipzig, Dr. jur. (Heidelberg 1891);
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

Drucker, Martin 
(06.10.1869 Leipzig – 1947 Leipzig) Rechtsanwalt und Notar,
Ehrenpräsident des DAV, Mitglied der Bungonen

Eggebrecht, Axel
(10.01.1899 Leipzig -14.07.1991 Hamburg), Journalist
Sohn von Ernst E. und Ina von Miaskowsky, Freund von Erich Hirschfeld

Eggebrecht, Ernst 
(01.07.1864 Angermünde – 03.04.1953 Lückendorf bei Zittau) Sanitätsrat, Dr. med.
Dozent an der Universität Leipzig; 1909 Mitbegründer der Leipziger Leoniden.

Eulenburg, Franz
(29.06.1867 Berlin – 28.12.1943 ebda.), Prof. Dr. phil. in Leipzig, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, wurde wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Amt gedrängt, starb an  den Verletzungen der Folter in Gestapo-Haft.
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

Falke, Gustav 
(11.01.1853 Lübeck – 08.02.1916 Hamburg), Schriftsteller
F. war Mitglied im Auguren-Kolleg

Förster-Nietzsche, Elisabeth
(10.07.1846 Röcken – 08.11.1935 Weimar)
Schwester Friedrich Nietzsches und dessen Nachlassverwalterin

Fresenius, August
(05.03.1834 – 03.07.1911); Übersetzer, Schriftsteller, Dramatiker

Gast, Peter
Pseudonym, siehe Köselitz

Goudstikker, Sophia 
(15.01.1865 Rotterdam-21.03.1924 München) Fotografin, Unternehmerin und Frauenrechtlerin
Martens, S. 209: gastierte in Leipzigals Dilettantin in einer Ibsen-Rolle

Goetze, Rudolf  
(23.09.1863 Glauchau-30.10.1920 Alzey) Dr. med. in Leipzig, Nervenarzt
G. war behandelnder Arzt Hezels (1897);

Haase, Hugo 
(29.09.1863 Allenstein/Ostpreußen – 07.09.1919 Berlin), sozialdemokratischer Politiker, Pazifist und Rechtsanwalt in Königberg,
H. war Mitverteidiger von Karl Liebknecht im Hochverratsprozess vor dem Reichsgericht 1907. Er starb an den Verletzungen durch ein Attentat.

Hänichen, Felix Oskar
(21.09.1865 Lockwitz – 05.09.1946 ebda.), Kaufmann, Reichtstagsabgeordneter
Freund von Hermann Conradi

Hahnemann, Max Armin
(01.11.1876 in Annaberg – 06.12.1948 Leipzig), Thomasschüler 1895, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar, Sozius von Hezel (1906), Vorsitzender des Thomanerbunds, seit 1920 im Vorstand des Deutschen Anwaltvereins

Hartleben, Otto Erich
(03.06.1864 Clausthal – 11.02.1905 Sálo/Gardasee), Schriftsteller
H. studierte ab 1886 Jura in Leipzig und gehörte zu Hezels Freundeskreis.

Hauptmann, Gerhart
(15.11.1862 Ober Salzbrunn – 06.06.1946 Agnieszków), Dramatiker, Schriftsteller
Mitglied im Auguren-Kolleg

Hausdorff, Felix 
Mathematiker, Schriftsteller und Dichter (Pseudonym: Paul Mongré), Sein Vater verzog mit der Familie um 1870 nach Leipzig; traf mit H. nach seinem Militär-Dienst in einem Kreis von Nietzsche-Verehrern Leipzig zusammen (Stegmeier), Kenner und Verehrer der Musik Richard Wagners, Privatdozent, 1901 apl. Professor in Leipzig, 1910 Professor in Bonn, 1913 Greifswald, 1921 wieder nach Bonn

Heilmann, Hans P.   
(27.09.1859 Beerberg – 08.12.1930 Berlin), Schriftsteller, Kunstjournalist
H. war der Sohn eines Oberstabsarztes,  studierte 1879-1881 Jura in Leipzig, Freund Hezels. Erwähnt in einer Karte von 1892 an Richard Dehmel in Berlin, wo H. inzwischen lebte.

Hirschfeld, Erich (Künstlername: Erich Hezel)
(01.01.1901 Leipzig – 16.04.1944 Belgrad),Dr. jur. (Leipzig 1925), Schauspieler, Autor und Opernregisseur
H. war der Sohn von Richard Hirschfeld, Hezel hat ihn in seinem Testament bedacht.

Hirschfeld, Richard
(1862-1942), Dr. med., Arzt in Leipzig
H. gehörte zu den Bungonen, er war verheiratet mit Franziska geborene Rosenthal (1869-1942) und Vater von Erich Hirschfeld
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

His,  Wilhelm                   
(09.07.1831 Basel – 01.05.1904 Leipzig), Anatom
H. war einer der bedeutendsten Neuroanatomen seiner Zeit, seit 1872 Professur in Leipzig, hier mehrfach Dekan und 1882 Rektor; Arzt  von H., bittet 1898 um einen Besuch von Elsa Asenijeff; Martens S. 208

Holms, Korfiz 
(09.08.1872 Riga – 05.08.942 München) Verleger und Schriftsteller
H. war seit 1896 Mitarbeiter im Verlag Albert Langen; erwähnt Hezel in einem Brief an den Verleger Albert Langen vom 20.06.1900

Hübler, Gerhard
(14.03.1874 in Dresden – 22.12.1940 Leipzig) Rechtsanwalt. Landgerichtspräsident
Rechtsanwalt in Leipzig von 1902 bis 1929, danach stellv. Präsident des LG Leipzig, aus dieser Position wurde H. als aktives SPD-Mitglied 1933 entlassen. Hübler vertrat gemeinsam mit Hezel 1914 die Interessen von Max Martersteig gegenüber dem Rat der Stadt Leipzig. Martin Drucker verfasste nach seinem Tod einen Nachruf.
Quelle: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FKSUMB4NDA47P46SEGE35O3KJD6ATJJU

Klinger, Max
(18.02.1857 Leipzig – 04.07.1920 Großjena), Grafiker und Bildhauer

Koegel, Friedrich Karl Adolf  (auch Fritz Kögel)
(02.08.1860 Hasserode – 20.10.1904 Jena) Schriftsteller, Philologe, Komponist und Unternehmer; bis zu seiner Entlassung 1897 Herausgeber der Nietzsche-Gesamtausgabe; Heirat am 30.04.1898 lt. H. an Elsa A. am 24.05.1898

Köselitz, Heinrich 
(10.02.1854 Annaberg – 15.08.1918 ebda.), Pseudonym: Peter Gast, Schriftsteller und Komponist, Freund und Mitarbeiter Nietzsches

Dokumente im GSA:

Postkarte vom 13.02.1895 aus Dresden (Silbermannstraße 13) an K. in Annaberg; Hezel hat etwas unbesonnen einem älteren Freund das Goethesche Gedicht (oder Schrift?) „Tagebuch 1808(?)“ (in Nauen??? Geschrieben) sofort zu unterbreiten Er besitzt aber kein Exemplar und bittet K. deshalb ihm eines – aber unverzüglich – für ein paar Tage zu senden.[1]

Postkarte vom 08.04.1895 aus Dresden an K. in Annaberg, sendet ihm eine Besprechung von Adolf Wilbrandt (1837-1911, Schriftsteller und Direktor des Wiener Burgtheaters) „Die Osterinsel“, erschienen 1894 bei Cotta in Stuttgart/Berlin, und hofft ihn dadurch zur Lektüre und einer Arbeit in Bezug auf Nietzsche motivieren zu können, „die wiederholte Lektüre des Buches ringt mir gesteigerte (?) Achtung vor dem Weibe ab“

Postkarte vom 16.08.1896 aus Locarno an K. in Annaberg, italienisch?, Zusatz: „Wir Südländer, nicht der Abstammung, sondern dem Glauben nach, grüssen Sie aus hängender Reben heiligsten Schatten! Felix Hausdorff“

Postkarte vom 06.12.1896 aus dem Nietzsche-Archiv in Weimar am Tage der Weimaraner Feier der Verlobung Fritz Koegels von G. Naumann (?), August Fresenius und Kurt Hezel: Bei Liedern Friedrich Nietzsches dachten wir Ihrer, des Venediger Meisters in Lied und Ton, und senden unseren Gruß

Brief vom 11.03.1899: Überbringer des Briefes ist Opernsänger Voigt[2] von hier, der in Annaberg singen will, sei Ihrer Huld empfohlen. Vielleicht sorgen Sie durch Ihren Bruder Theodor in praktischen Belangen umso mehr für ihn, als Sie ihm ein gutes und billiges Privatlogis verschaffen. Sie waren neulich in Leipzig: wie konnten Sie vergessen(?), mir die Möglichkeit zu geben, Sie begrüßen zu dürfen?

Postkarte vom 17.08.1899 (Poststempel) an K. in Annaberg; Bild vom Nordkap, Text: Mitternachtssonn übern Bergen wacht, ist blutrot anzuschauen. Es ist nicht Tag, es ist nicht Nacht, Es ist ein seltsam Grauen. Kurt Hezel (auf Fahrt nach Spitzbergen)

Brief vom 16.03.1900: Ich erhielt die Nachricht vom Heimgange Ihrer lieben Mutter und nehme an Ihrem Leider meinen Anteil. Wollen Sie ihrem Herrn Vater und Ihren Angehörigen, insbesondere Ihren Bruder Theodor, des gleichen Anteils versichern. Möge Ihrer guten Mutter, in der guten erwärmenden… die Erde leicht sein. Und nun was Zukünftiges: Er sendet im Gedichte aus seinem Werk „Passio Sarmatica“. Es ist sein Traum, dass er diese Lieder vertont- erwähnt „Kroatische Hysterica“ Gedichte: I. Hekate, II. Vampyrin, III. Schwarze Flaggen, IV. Charfreitagsnacht

Porges, Heinrich
Musikkritiker und Chorleiter, wies 1890 in München gemeinsam mit Hezel nach, dass Wagners Riesen in „Rheingold“ kein Plagiat von Berlioz „Sturm“ (so in einem Plagiats-Gutachten für Reichard Dehmel aus dem Jahr 1918) ist.

Kirstein, Gustav 
(24.02.1870 Berlin – 14.02.1934 Leipzig), Verleger, Kunstsammler
Hezel wohnte 1918 besuchsweise in dessen Villa in Lindhardt/Naunhof; seine Ehefrau war: Cläre Kirstein, geb. Stein (1885-1939, Freitod).

Köster, Hellmut(h)
(17.11.1898 Leipzig – 1963 Stuttgart?), Dr. phil. (Leipzig 1924: Eduard Laskers politische Frühzeit), Verlagsdirektor
Thomasschüler (1918),  studierte 1918/21 jur. et. phil. in Leipzig; Vater: Prof. (1904) Dr. med. Neurologe Georg Köster (Lessingstraße 12, * 01.09.1867 Naumburg, gest. 1932, Vater: Geheimer Sanitätsrat Dr. med. Carl Felix Köster und seiner Ehefrau Helene, geb. Jung aus Leipzig. Schulbildung auf dem Domgymnasium in Naumburg, Ostern 1888 Zeugnis der Reife, studierte seit 1888 Medizin in Leipzig)); K. war im April 1927 als Assistent am Hamburger Institut für Auswärtige Politik angestellt und damit für ein knappes Jahr Kollege Hans von Dohnanyis geworden. Aber 1939 arbeitete er als Lektor im Verlag Koehler & Amelang in Leipzig, wo er und seine Frau zum Freundeskreis der Dohnanyis gehörten (Hans von Dohnanyi: Mir hat Gott keinen Panzer ums Herz gegeben. Briefe aus Militärgefängnis und Gestapohaft 1943-1945, München 2015)
Verlagsangestellter, 1935 Mitarbeiter des L. Staackmann Verlag GmbH Leipzig, 1953-1957 Mitarbeiter des K.-F.-Koehler-Verlag (Stuttgart); 1946 bis 1950 Verlagsdirektor bei Koehler & Amelang; nach 1945 CDU-Landtagsabgeordneter in Sachsen; Schulfreund von Erich Hirschfeld und Axel Eggebrecht; AB Leipzig 1943, 1949: Prinz-Eugen-Straße 42
Quelle: Briefwechsel mit Carl Jacob Burckhardt (1891-1974) zwischen 1935 bis 1957, in dessen Nachlass Bibliothek Universität Basel, bezügl. Ludwig Windisch-Grätz

Kohler, Josef
(09.03.1849 Offenburg – 03.08.1919 Charlottenburg), Jurist, Prof. (Berlin 1888) Dr. jur. (Freiburg 1873), Fachautor, Komponist und Dichter
Hezel verfasste nach dessen Tod ein Gedicht zu seiner Erinnerung.

Korn, Karl (Philipp)
(1865 in Neustadt/Bayern-1942), Altphilologe aus Saarbrücken, Redakteur, Publizist
K. studierte im SS 1885 Philologie In Leipzig, enger Freund Hermann Conradis bis in dessen Todesstunde
Quelle:

Krüger, Ludwig
(1858-1907 Leipzig), Maler
Pseudonym: Franz Ludwig; Bildnismaler in Berlin, wo er auch an der Akademie ausgebildet wurde; von 1890 bis 1901 in Rom; Hezel erwähnt K. in einer Karte an Richard Dehmel; K. hat Dehmel 1888 porträtiert (Uni Hamburg); Otto Erich Hartleben in seiner Novelle: „Der römische Maler“ Denkmal gesetzt.  1906 zeigte der Leipziger Künstlerbund in einer Gemeinschaftsausstellung auch einige seiner Werke. K. starb im Leipziger Diakonissenkrankenhaus an einem Hirntumor.

Landauer, Gustav
(07.04.1880 Karlsruhe – 02.05.1919 München) Schriftsteller
L. war einer der wichtigsten Theoretiker des Anarchopazifismus im Deutschen Kaiserreich. Führender Vertreter in der Münchner Räterepublik. Er wurde in der Haft nach deren Niederschlagung von Freikorps-Soldaten ermordet.

Langen, Albert
(08.07.1869 Antwerpen – 30.04.1909 München), Verleger
Sein 1893 in Paris gegründeter Verlag, siedelte bald nach Leipzig und kurze Zeit später schließlich nach München über; 1896 Gründer der satirischen Zeitschrift Simplicissimus, die wiederholt verboten bzw. beschlagnahmt wurde. Die sogenannte Palästina-Nummer der Zeitschrift führte schließlich zu einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung gegen ihn und Thomas Theodor Heine und Frank Wedekind. Daraufhin floh Langen in die Schweiz.

Lauterbach, Paul
(22.01.1860-24.03.1895), Dr. phil., Philosoph
L. studierte Naturwissenschaften, Übersetzer von Nietzsche-Texten ins Französische, Freund von Paul Mongré und Peter Gast, besuchte 1891 Nietzsche, starb an einem Rückenmarkleiden, Neffe von Nietzsches Verleger C. G. Naumann in Leipzig; Nachlass in Basel als Geschenk von Käthe Lauterbach.

Liebknecht, Karl

Liliencron, Detlev von
Auguren-Kolleg

Limmer, Johannes
Dr. jur. (Leipzig, Das römische Jagdrecht), * 1863 Fürstenwalde, stud. Jur. 1888 in Leipzig, Dr. jur., Justizrat, Rechtsanwalt in Chemnitz, seine Tochter Eva L. (* 1895 Chmenitz) studierte in Leipzig Germanistik, die Tochter Annemarie (* 1903 Chmenitz) Geschichte und Germanistik, der Sohn Johannes (* 1909 Chemnitz) Jura

Martens, Kurt
(1870-1945) Schriftsteller
Quelle: Kurt Martens, Schonungslose Lebenschronik, 1921

Martersteig, Max
Schauspieler, Theaterintendant, Schriftsteller
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

Merian, Hans
18.02.1857 Basel – 29.05.1902 Leipzig, Musikkritiker, Satiriker, Redakteur, Schriftsteller,
Hezel hielt „die ergreifende und eindrucksvolle Gedenkrede voller Feuer und Beredsamkeit“ auf seiner Beerdigung.
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.

Mongré, Paul
Pseudonym, siehe: Felix Hausdorff

Mothes, Rudolf
Lebenserinnerungen, Teil C, S. 12

Müller, Hans von
E. T. A. Hoffmann-Forscher und Sammler, Bibliothekar an der Berliner Stadtbibliothek

Naumann, Constantin Georg
(1842-1911), Nietzsches letzter Verleger

Nielsen, Rosalie
Dänin, mütterliche Freundin von Conradi, Nietzsche-Verehrerin, sie traf  Nietzsche in Basel im Oktober 1873, der von ihrer unansehnlichen Gestalt (ugly widow) entsetzt war und sie deshalb niemals wiedersehen wollte.

Nissen, Bernhard
N. betrieb in einem 1818 erbauten Bauernhof die Gastwirtschaft mit Gästehaus „Raantem Inge“ in Rantum auf der Insel Sylt, die Hezel und Richard Dehmel häufig besuchten.
Quelle: Nachlass Richard Dehmel, SUB Hamburg

Oberbreyer, Max Ludwig Julius
Dr. phil., Philologe, Journalist, Autor und Übersetzer
Sohn einer angesehenen Magdeburger Kaufmannsfamilie, legte in Rudolstadt sein Abitur ab und studierte vom SS 1871 bis 1873 Klassische Philologie und Geschichte In Leipzig, später in Heidelberg, Halle und Berlin. Nach seiner Promotion 1875 war er Lehrer in Berlin, dann kurzzeitig stellvertretender Kreisschulinspektor in Düsseldorf. 1879 kehrte er nach Berlin zurück. Ein Jahr später ging er nach Magdeburg als Mitarbeiter bei der Magdeburgischen Zeitung. 1884 kam O. nach Leipzig zurück, um als Journalist für Zeitungen und Fachzeitschriften zu arbeiten. 1904 verzog O. nach Dresden.

Omar, Louis Richard Max
(* 1852 Leipzig-  + nach 1902, vor 1906 Annaberg), Dr. jur., Rechtsanwalt in Annaberg
studierte 1873 jur. et. cam in Leipzig, Vater: Fabrikfactor; Karlsplatz 3; Ehefrau: Helena Klara geb. Beinert (1906: Karlsplatz 3, 1910: Lindenstraße 47, 1914: Schulgasse 7, 1928: Lindestraße 47, als Witwe und Inhaberin der Brauerei); bei dem Hezel 1893 seinen Vorbereitungsdienst absolvierte; Mitinhaber der F. Stadt-Brauerei Annaberg, Beinerts Nachfl.; Die eigentliche “Annaberger Stadtbrauerei” befand sich in der Lindenstraße 47, wo in Teilen die Gaststätte “Wolpertinger” aktiv ist. 1879 begann hier Hermann Fichtner Bier zu brauen, er wurde dann 1889 von Wilhelm Beinert, 1894 von Wilhelm Kappenmayer und Max Omar abgelöst. Vermutlich wurde die Brauerei um 1935 geschlossen. Von 1942 bis 1952 wurde sie als Gemüselager der Firma Walter Preil genutzt, dann wurde Teile durch die Vulkanisierwerkstadt Teubner und später vom KONSUM “Möbelfundus” übernommen. Als auf dem Schutzteich noch Bootsfahrten möglich waren, diente ein Teil der ehemaligen Brauerei (Hopfenschuppen) zum Einlagern der Boote im Winter.
sein Sohn Greif Max Omar (*08.11.1899 in Annaberg) studierte 1917 Jura in Leipzig und promovierte hier 1923 mit m.c.l., NS-Archiv des MfS in Karl-Marx-Stadt: Ermittlungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den Juristen und ehemaligen Amtsgerichtsrat Dr. Max Omar Greif, geb. 8.11.1899, wegen politischer Tätigkeiten
weiterer Sohn: Robert Felix Omar, Agent und Kommissionär, Obere Schmiedegasse 1 (AB 1914), AB 1923, 1928: Rolf Max Omar, Braumeister, Lindenstraße 47

Overbeck, Franz
(1838 in Petersburg – 1905 Basel), Kirchenhistoriker in Basel
Enger Freund Friedrich Nietzsches

Overbeck, Ida, geborene Rothpletz
(1848-1933)
Ehefrau des obigen.

Perscheid, Nicola
Königlich-sächsischer Hoffotograph in Leipzig (1892), porträtierte Hezel und Max Klinger.

Porges, Heinrich
Chorleiter, Musikdirektor
P. war vermutlich ein außerehelicher Sohn von Franz Liszt, Vater der Schriftstellerin Elsa Bernstein  (1866-1949, überlebte Theresienstadt, EF des Münchner RA JR Max B., der 1925 starb); Hezel traf nachweislich 1890 in München mit ihm zusammen.

Ramdohr, Hermann August
Orthopäde und Besitzer des Zanderinstituts in Leipzig
Hezel unterzog sich bei ihm im Medio-Mechanischen Zanderinstitut (Bahnhofstraße 3/EG) seit Februar 1897 einer Kur wegen seiner wiederholten Pleuritis

Raydt, Ernst
(03.10.1880 Ratzeburg – 22.01.1929), Rechtsanwalt in Leipzig seit 1907
Kanzlei: Königsplatz 16/III, Vertreter Hezels, Fußballspieler (Torwart), Deutscher Meister

Roth, Udo
Literaturwissenschaftler, hielt 16./17.01.2013 einen Vortrag über Felix Hausdorff, in dem er auch Kurt Hezel erwähnt; https://videoonline.edu.lmu.de/de/node/4221/684000

Rauscher, Adolf
(22.12.1873 Innsbruck- nach 1949 Leipzig), Dr. med., Arzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe in Leipzig
R. hatte eine Privatklinik in Leipzig. Sein Bruder Dr. med. Gustav Rauscher (*20.07.1875 Innsbruck) war ebenfalls Frauenarzt in Leipzig.
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f., Bernd-Lutz Lange, Das Leben ist ein Purzelbaum,

Rößler, Carl
Pseudonym: Carl Reßner; Schauspieler und Autor
R. traf mit Hezel am Biertisch zusammen und sprach mit ihm über den Wedekind-Prozess.
Quelle: Brief Korfiz Holm an Albert Langen vom 20.6.1900

Rosenberg, Kurt
(25.05.1876 Berlin – 20.04.1964 Edinburgh/Schottland), bis 1938 Rechtsanwalt in Berlin
Mit Hezel Verteidiger von Karl Liebknecht im Hochverratsprozess vor dem Reichsgericht 1907.
Quelle: Ladwig-Winters, Anwalt ohne Recht, S. 247.

Rowohlt, Ernst
Hezel vertrat seine Interessen wegen der Herausgabe von Handschriften Wedekinds an diesen.

Zwintschner, Rudolf
Pianist und Musikpädagoge
Z. erwähnt Hezel in einem Brief vom 19.08.1896
Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Schüddekopf, Carl
Germanist, Bibliothekar und Schriftsteller
Sch. war Sachverständiger in der Anklage gegen den Insel-Verlag.

Schütz, Hugo
(1859 Eisenach-?) Dr. med., Nervenarzt
Begründer (1892) der Privatheilanstalt für Gemütskranke „Villa Harthek“, nach 1945 Leiter des Leipziger Gesundheitsamtes

Seidl, Arthur
(* 8. Juni 1863 in München; † 11. April 1928 in Dessau) war ein deutscher Schriftsteller und Dramaturg. stud. 1886 phil. In Leipzig; Vater: Oberpostmeister; Seidl studierte an den Universitäten München, Tübingen, Berlin und Leipzig und konnte sein Studium 1887 erfolgreich mit einer Promotion abschließen. Begleitend zu seinem Studium erlernte Seidl in München und in Regensburg die Instrumente Cello und Klavier und vertiefte sich in die Kompositionslehre. Nach seinem Studium wirkte Seidl als Redakteur an verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen; u.a Deutsche Wacht, Die Moderne, Münchener Neueste Nachrichten und Neueste Hamburger Nachrichten. Zwischen 1898 und 1899 war Seidl am Nietzsche-Archiv in Weimar tätig. In diesen Jahren konnte er sich auch als Spezialist für Richard Wagner profilieren. Ab 1904 betraute man Seidl mit einem Lehrauftrag am Konservatorium in Leipzig. Bereits 1903 hatte Seidl einen Ruf als Dramaturg am Hoftheater Dessau angenommen und blieb dies bis zu seinem Tod im Alter von 64 Jahren am 11. April 1928.

Sernau, Wilhelm
(18.06.1880 Brehna-?), Dr. med., Nervenarzt
Sohn eines Landwirts, Leiter des Sanatoriums „Villa Harthek“ als Nachfolger von Hugo Schütz.

Slawejkow, Pentscho
studierte 1897 in Leipzig Philosophie; Verbindung zur Literarischen Gesellschaft?

Sommer, Robert  
Dr. phil, Dr. med., Psychiater,
S. war ein Freund Hezels
Quelle: erwähnt in einem Brief an Elsa A. vom 02.01.1898

Ssymank, Paul
Dr. phil., Gymnasiallehrer und Studentenhistoriker
S. studierte 1894 ling. rec. in Leipzig und war mit Hezel bekannt, wie sich aus seinen Erinnerungen an Hermann Conradi ergibt.
Quelle: https://www.projekt-gutenberg.org/ssymank/conradi/chap003.html

Steiger, Edgar
Sohn eines Pfarrers, studierte 1879 bis 1881 Philosophie in Leipzig

Steinmetz, Sebald Rudolf
Ethnologe und Sozioloe
St. studierte Philosophie  In Leipzig, Abgang: gestrichen laut Resolution vom 08.03.1888

Süß, Wilhelm
Prof. Dr. phil. an der Uni Leipzig, Philologe
Quelle: Ernst Eggebrecht, Vom Jungsein und Altern, S. 66 f.; Georg Witkowski, Erzähltes aus sieben Jahrzehnten, S. 352-354

Teuscher, Heinrich
Dr. Dr., Nerven- und Naturheilkundesanatorium in Dresden-Oberloschwitz, Weißer Hirsch
Behandelnder Arzt von Hezel nach 1895
Quelle: Offizierspatentakte Kurt Hezel

Trepinski, Stanislaus
* 1863 Milawa/Polen, Dr. med., Arzt in Leipzig

Weber, Hans von
(1872 Dresden – 1924 München), Verleger und Kunstmäzen; Vetter von Kurt Martens, Mitentdecker Frank Wedekind; Herausgeber des „Zwiebelfisch“, 1895 Mitbegründer der Literarischen Gesellschaft
Quelle: Hans von Weber, Der Zwiebelfisch, Zweites Probeheft, München 1921

Wedekind, Frank
Enger Freund und Mandant Hezels
Quelle: Brief vom 24.10.1917 an Hezel im Literaturarchiv Marbach

Wernick, Erich
(27.06.1877 Eisenach – 15.06.1956 in Saarbrücken) Jurist und Politiker; von 1910 bis 1918 Abgeordneter des Landtages von Sachsen-Weimar-Eisenach, von 1920 bis 1927 Abgeordneter und ab 1924 zugleich Präsident des Thüringer Landtages. Von 1903 bis 1945 praktizierte der promovierte Jurist als Rechtsanwalt, zunächst in Jena, von 1919 bis 1922 in Eisenach, von 1922 bis 1931 in Weimar und im Anschluss erneut in seiner Geburtsstadt. Von 1920 bis 1945 war er auch als Notar tätig. Briefwechsel mit Hezel von 1909 im Literaturarchiv Marbach: Eugen-Diederichs-Verlag/Nietzsche-Prozesse, Bevollmächtigter vor dem OLG Jena

Werthauer, Paul
Rechtsanwalt in Leipzig

Wirth, (Friedrich) Moritz
(1849 Euba b. Chemnitz – 1917), Sohn eines Gutsbesitzers, Schriftsteller,
W. studierte 1869 Philologie, 1875-1880 Philosophie in Leipzig; er war zeitweise Vorsitzender und später Ehrenmitglied des Akademisch-Philosophischen-Vereins, wo er immer wieder vehement antisemitische Positionen vertrat.

Witkowski, Georg
Quelle: Georg Witkowski, Erzähltes aus sieben Jahrzehnten, S. 352-354

Wolzogen, Ernst von
Schriftsteller, Verlagslektor
Leipziger Auguren-Kolleg

Zehme, Albertine, geborene Aman
(07.01.1857 Wien – 11.05.1946 Naumburg), Schauspielerin (Künstlername: Satran) und Sängerin,
Z., Ehefrau von Felix Zehme, war u. a. die erste Interpretin Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“ (1912), eines der Schlüsselwerke der modernen Musik des 20. Jahrhunderts.

Zehme, Felix
(1849-28.01.1924 Leipzig) Dr. jur., Rechtsanwalt
Ehemann von Albertine Hezel, Vater von Rechtsanwalt Dr. jur. Eugen Zehme (* 1885) und von Dr. jur. (Leipzig 1909) Carina Zehme, die eine der ersten Juristinnen in Sachsen wurde und deren Ehemann Hans Kirchberger (1884-1968) später in die Kanzlei des Vaters eintrat. Bruder der Frauenrechtlerin Eugenie Schumann. Hezel trat mit seiner Zulassung 1895 in seine etablierte Kanzlei ein.

Zeitler, Julius
Profess (HGB), Dr. phil., Philosoph, Schriftsteller, Literaturhistoriker, Bibliothekar, Verleger (GF des Tempel-Verlags) und Übersetzer. Pseudonym: Robert Rehlen; Inhaber des Julius Zeitler Verlags in Leipzig, Seeburgstraße 57; Briefwechsel mit Kurt Hezel im Literaturarchiv Marbach von 1907/08: Zeitler, Julius ./. Borchardt, Rudolf (dessen RA: Dr. Mittelstädt)
Die Geschichte der Unstimmigkeiten zwischen Rudolf Borchardt und seinen Verlegern ist lang und kompliziert. Julius Zeitler (1874-1943), Kommilitone Borchardts in Bonn 1897/98, erlebt – und erleidet – mit seinem 1904 in Leipzig gegründeten Verlagsunternehmen als erster Verleger die Schwierigkeiten des Umgangs mit diesem Dichter. Der Dissens zwischen beiden endet nicht nur mit einer persönlichen Entfremdung; er schließt auch den grundsätzlichen Konflikt zwischen Kommerz und schöpferischen Problemen ein, verlegerischem Konkurrenzkampf und sanguiner Autorenhoffnung auf den »Durchbruch« beim Publikum. Roland Stark analysiert auf Grund der überlieferten Zeugnisse vor allem die skandalträchtige, seinerzeit halböffentlich viel besprochene Druck- und Verlagsgeschichte von Borchardts berühmter ›Rede über Hofmannsthal‹ aus dem Jahr 1907 – mit ihrer jahrzehntelangen Auswirkung auf beider, Borchardts und Zeitlers, Lebenslauf. Bisher unveröffentlichte Briefe von Hugo von Hofmannsthal, Julius Zeitler, Otto Deneke und Abschnitte aus den nachgelassenen Erinnerungen von Dora Zeitler über Rudolf Borchardt schließen sich an.

[1] „Das Tagebuch“ ist ein 1810 entstandenes Gedicht Goethes. Es erschien – wegen seines „unsittlichen“ Inhalts – erst 1861 bei Hirzel in Leipzig in einem kleinen Privatdruck. 1955 erschien ein mit farbigen Illustrationen von Max Schwimmer versehene Ausgabe, die u. a. Thomas Mann sehr gefallen hat.
[2] AB 1899: Voigt, Arth(ur), Opernsänger beim Stadttheater, Bismarckstraße 14/pt.