dr. jur. Hubert Lang

Martin Drucker – Das Ideal eines Rechtsanwalts

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Ackermann, Heiner
A. war der Sohn von Hans Ackermann (1878-1920) und dessen Ehefrau Maria Kapferer (1892-1922). Er besuchte die Schule Schloß Salem, wo er ein enger Freund von Peter Drucker wurde. Da er Vollwaise war, nahm sich Martin Drucker seiner an.
Quelle: Lebenserinnerungen, S.  131 f.; Drucker, Briefe 47-49

Adler, Abraham
(04.05.1891 Hintersteinau – 21.08.1948 London), Dr. med., Facharzt für innere Krankheiten
A. besuchte das Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main, wo er 1909 das Abitur ablegte. Anschließend studierte es zunächst vier Semester Jura in Heidelberg und Marburg. Im Jahr 1918 legte er in Frankfurt seine medizinische Dissertation vor, nachdem er wiederum in Heidelberg aber auch in Kiel und Frankfurt Medizin studiert hatte. Während des gesamten Krieges hatte A. in einem Seuchenlazarett gearbeitet.
1921 heiratete er in Leipzig Trude Sachs (1899-1988). Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor.
A. war zunächst an der Leipziger Universitätsklinik Assistenzarzt bei Geheimrat Professor Adolf von Strümpell (1853-1925). Wegen antisemitischer Umtriebe erhielt er jedoch keine Professur und musste im November 1929 sogar die Klinik verlassen. Daraufhin ließ sich A. als Facharzt mit gut gehender Privatpraxis in der Bosestraße 2 nieder. Im Jahr 1933 verlor A. sofort seine Kassenpraxis und musste schließlich 1937 auch seine Privatpraxis aufgeben. Daraufhin wanderte er mit seiner Frau und den Kindern gegen Ende dieses Jahres nach England aus.
Nachdem er nochmals zwei Jahre Medizin studiert hatte, konnte A. 1940 wieder seine eigene Praxis in London eröffnen. Er wurde wiederum sehr schnell einer der namhaftesten Fachärzte insbesondere unter den Emigranten.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 61, 74; Lebenserinnerungen, S. 153, 161, 172

Ahlswede, Wilhelmine
(20.09.1882 22.05.1974 Leipzig)
A. war die Witwe der Generalkonsuls für den Iran, Hermann Ahlswede (1869-1935), Inhaber der Rauchwarenhandlung Mautner & Ahlswede in Leipzig und New York. Das Grabmal des Ehepaars mit der Ahlswede-Pieta von Max Alfred Brumme befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof.
Quelle: Drucker, Briefe 75

Albrecht, Alexis
(22.05.1843 Köthen – ? Klotzsche-Königswald) Dr. phil., Ordinarius an der Thomasschule, Ober­lehrer (1873-1888)
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 62, 172

Alsberg, Max
(16.10.1877 Bonn – 11.09.1933 Samaden), Professor, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar, Schriftsteller
A. war seit 1906 als Rechtsanwalt in Berlin zugelassen. Er war einer der namhaftesten Strafverteidiger Deutschlands. Seit 1931 hatte er eine Honorarprofessur an der Berliner Universität inne. Wegen seines herausragenden Engagements als Strafverteidiger der Weimarer Republik, aber auch wegen seiner jüdischen Herkunft wurde ihm schon 1933 die An­waltszulassung entzogen. A. floh nach Zürich. Kurze Zeit später be­ging er dort in einem Sanatorium Selbstmord.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 41 ff., 49, 69 f., S. 103; Lebenserinnerungen, S. 135, 137 ff., 142, 158, 172

Alterthum, Willy
(05.12.1879 Berlin ?), Dr. jur., Rechtsanwalt
A. war Mitglied des DAV-Vorstandes und von 1930  bis 1933 hauptamtlicher Geschäftsführer der Berliner RAK. Er emigrierte 1934 mit seiner Familie nach Brasilien.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 92; Ladewig-Winters, Anwalt ohne Recht, S. 107 f.

Aizen, Susanne
(04.03.1924 Leipzig 11.01.1943 KZ Auschwitz), Kontoristin
Martin Drucker verteidigte A. nachdem sie wegen „Rassenschande“ verhaftet und angeklagt worden war.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 72 f., Lebenserinnerungen, S. 148 f.

Apitz, Bruno
(28.04.1900 Leipzig – 07.04.1979 Berlin), Schriftstel­ler, Politiker
A. war von den Nationalsozialisten mehrfach aus politischen Gründen inhaftiert worden. Zuletzt wurde er ins KZ Buchenwald verbracht. Bekannt wurde A. durch seinen 1958 erschienenen Bu­chenwald-Roman „Nackt unter Wölfen“. M.D. verteidigte ihn im Jahr 1918 vor dem Reichsgericht und erneut, als er im Dezember 1934 inhaftiert war.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 42; Lebenserinnerungen, S. 136, 172

Bachweide
siehe: Chadima, Erna

Bachwitz, Hans
(01.08.1882 Leipzig – 24.08.1927 Berlin), Dr. jur., Rechtsanwalt, Schriftsteller
B. war Syndikus des Leipziger Operettenthea­ters und Mitarbeiter an der namhaften Leipziger Zeitschrift „Der Dra­che“. Bis 1920 trug B. den Namen „Bauchwitz“. Er schrieb zahlreiche humoristische Romane und Bühnenstücke. A. war zeitweise Deutschlands meistgespielter Bühnenautor und wie Martin Drucker Mitglied der Bungonen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45; Lebenserinnerungen, S. 143, 172 f.

Bähr, Otto
(02.06.1817 Fulda 17.02.1895 Kassel), Dr. h. c. (Marburg), Reichsgerichtsrat
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 106

Bärwinkel, Friedrich Max
(04.01.1870 Leipzig ? Berlin) Rechtsan­walt (1901) und Notar in Leipzig
Sein Vater, Justizrat Friedrich Emil B. (15.05.1824 Leipzig – 18.12.1912 Bad Kösen), war ebenfalls Rechtsan­walt (1851) und Notar (1849) in Leipzig. B. war von 1891 bis 1899 Mitglied des Vorstan­des der Anwaltskammer des Königreiches Sachsen und wurde anlässlich seines 50-jährigen Dienst­jubiläums 1901 mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Albrechtsordens geehrt. Vater und Sohn waren gleichzei­tig verpflichtete Übersetzer und Dolmetscher für die englische Sprache. B. stu­dierte Jura in Leipzig (1891/95). Er nahm als Offi­zier am Ersten Weltkrieg teil. Er zog im Oktober 1934 nach Berlin.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 25, 173

Barban, Heinrich
(03.08.1876 Leipzig 01.08.1962 St. John’s/Neufundland), Rechtsanwalt und Notar
B. war seit 1907 als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen. Er verlor zu Zulassung bereits 1933. B. konnte noch 1940 mit seiner Familie nach Shanghai entkommen. Nach Kriegsende emigrierte er in die USA
Quelle: Drucker, Briefe 80, 81, 81 a; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 257 f.

Barth, Johann Ambrosius
(1760 Thalschütz – 1813 Leipzig), Buchhändler, Verleger
B. übernahm 1789 in Leipzig die Haugksche Buchhandlung, die er unter seinem Namen als Verlag fortführte, welcher bis 1995 bestand. Insbesondere sein Sohn Wilhelm Ambrosius B. (1790-1851) führte den Verlag zu großer Bedeutung.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 21, 173

Bartmann, Ferdinand
(28.11.1889 Köln -08.11.1969 Berlin), Rechtsanwalt und Notar
B. war zunächst Rechtsanwalt in Hamm, später in Berlin. Er war zeitweise Geschäftsführer des DAV.
Quelle: Drucker, Briefe 14b, 105

Bauer, A.
Dr. med., Arzt in Lindhardt/Nauhof
B. war ein langjähriger Freund von Heinrich Scheuffler.
Quelle: Drucker, Briefe 104

Baur, Albert
(13.04.1856 Biberach 29.08 1933),  Dr. rer. nat., Chemiker in Mühlhausen
Sein Patent zur Herstel­lung von künstlichem Moschus wurde am 14.08.1891 beim Reichspatent­amt angemeldet und unter der Nr. 62362 eingetragen. Das Patent er­losch am 13.08.1906 wegen Nichtzahlung der Jahresgebühr.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 35 ff., 173

Becker, Carl August
(04.11.1811 Märk. Friedland – 19.08.1892 Dresden?), Kauf­mann
B. gründete 1846 in Leipzig, Ka­tharinenstraße 13, mit Georg Ludwig Philipp Surhoff eine Baumwoll- und Leinwarenhandlung, deren Alleininhaber er 1848 wurde. Er war stellvertretendes Mitglied des königlichen Handelsge­richts in Leip­zig. Er wurde als Jude geboren und ließ sich 1842 in Großdölzig taufen. B. verlegte 1864 seinen Wohnsitz nach Dresden.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 14, 173

Becker, Georg Carl August
(08.01.1862 Leipzig – 16.07.1926 Leipzig), Kommerzienrat
B. war Sohn des oben Genannten, der ihn 1887 in seine Firma aufnahm. Da Unternehmen firmierte zuletzt als Möbelstoffgroßhandlung Carl Aug. Becker KG mit Sitz am Richard-Wagner-Platz 1. B. war verhei­ratet mit Sophie Bertha List (1863-1944) aus der namhaften und weitverzweigten Buchhändlerdynastie.  Sie hatte, wie B., jüdische Vorfahren und wurde Opfer des Holocaust. Aus dieser Ehe ist eine Tochter Ma­ria verheiratete Gräfin von Tauffkirchen hervorgegangen, die in München lebte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 14, 173

Becker, Josef
(1871-1947), Rechtsanwalt in Köln
Quelle: Drucker, Briefe 14b

Beer, Ludwig
(15.05.1862 Leipzig – 11.01.1929 Heidelberg), Dr. phil., Schriftsteller, Pseudonym: Solitarius
B. war 1881 primus omnium der Thomasschule zu Leipzig. Nach dem bei der Universität Heidelberg überlieferten Nachlass hinterließ B. der Universität einen Teil seines großen Vermögens in Form ei­ner Stiftung.  Unter seinem Pseudonym erschien postum 1934/35 „Das Werk des Solitarius“. Der in den Lebenserinnerungen erwähnte Lehrer des Staats- und Völkerrechts an der Leipziger Universität namens Ludwig Beer war nicht der Mitschüler Druckers.
Quelle: Lebenserinnerungen, 61, 173

Bender, Paul
(28.07.1875 Driedorf 25.11.1947 München), Opernsänger (Bass)
B. war seit 1903 in München engagiert und wirkte in Breslau, spä­ter wieder in München. Gastspiele führten ihn an viele große euro­päische Bühnen, aber auch nach Amerika.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 45, 174

Bergmann, Ernst 
(07.08.1881 Colditz – 16.04.1945 Naumburg) Philosoph, Pädagoge
B. war seit 1916 Professor in Leipzig. Er trat bereits 1930 der NSDAP bei. Mit seinen zahlreichen Schriften und insbesondere als Herausgeber der Zeitschrift „Deutsches Werden“ war er einer der entschiedenen Förderer Hitlers unter den deutschen Philosophen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 166, 174

Bernays, Michael
(27.11.1834 Hamburg 25.02.1897 Karlsruhe), Lite­raturhistoriker,
B. war der Sohn des Hamburger Oberrabbiners Isaak Bernays (1792-1849); Goethe- und Shakespeare-Kenner.
B. studierte zunächst Jura. Im Unterschied zu seinem Bruder, dem Altphilologen Jacob Bernays (1824-1881), der Zeit seines Lebens fest am orthodox-jüdischen Glauben festhielt, ließ sich B. 1856 taufen, was zur völligen Trennung von seiner Familie führte. B. war Pri­vatdozent in Bonn, ab 1872 außerordentlicher Professor in Leipzig. 1874 wurde er erster Ordinarius für Neugerma­nistik in München. B. veröffentlichte grundlegende Studien über Herder, Schlegel, Wie­land und Klopstock. Sein Sohn Ulrich Bernays (1881-1948) wurde als Pä­dagoge 1933 von der Karlsruher Goethe-Schule sus­pendiert. Er war dort 1947 der Begründer der Volkshochschule.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 103, 173 f.

Bernhard, Georg
(20.10.1875 Berlin – 10.02.1944 New York), Volks­wirt und Journalist
B. war 1904 der Gründer der Zeitschrift „Plutus“ und von 1914 bis 1930 Chefredakteur der „Vossischen Zeitung“. Im Jahr 1928 erhielt er eine Honorar­professur an der Berliner Han­delshochschule. 1928 wurde B. als demokrati­scher Abgeord­neter in den Reichstag gewählt. Er hinterließ zahlreiche Publikationen auf den Gebieten der Wirtschafts­organisation, des Geld-, Bank- und Börsen­wesens und der Finanzwirt­schaft.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43; Lebenserinnerungen, S.  139, 174

Berthold, Johannes
(11.04.1879 Griesbach ?) Dr. jur., Rechtsanwalt (seit 1908) und Notar
B. war der Sohn eines Seminar-Oberlehrers in Schneeberg. Er kam 1908 von Schneeberg nach Leipzig und heiratete 1914 Charlotte Marie Rein­hold. Aus dieser Ehe ist am 26.02.1919 ein Sohn Hans Wolfgang her­vorgegangen. B. lebte nach 1945 in Bernau, von wo er 1946 nach Leipzig zurückkehrte.
Quelle: Drucker, Briefe 7

Binding, Karl Ludwig Lorenz
(04.06.1841 Frankfurt am Main 07.04.1920 Freiburg im Breisgau), Straf- und Staatsrechtslehrer
B. entstammte einer angesehenen Frankfurter Juristenfamilie. Er war seit 1965 Professor für Straf-, Strafprozess- und Staatsrecht an den Universitäten Heidelberg, Basel, Freiburg und Straßburg. 1873 folgte B. schließlich einem Ruf nach Leipzig auf den Lehr­stuhl für Criminalrecht, den er bis 1913 innehatte. B. zählte zu den Vertretern des auf liberalen Grundideen ba­sierenden Vergel­tungsstrafrechts. Er war auch als Richter und in der Universitäts­verwaltung aktiv. Seine zahlreichen Werke zum Strafrecht gelten nach wie vor als Klassiker. Kurz vor seinem Tode veröffentlichte B. eine umstrittene Schrift über die Freigabe der Vernichtung le­bensunwerten Lebens.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 108, 174

Blaurock, Marie, geborene Wolf
(21.04.1868 Schlettwein nach 1949 Leipzig)
B. war eine Cousine zweiten Grades von Martin Drucker. Ihre Großmutter väterlicherseits war Natalie Wolf, geborene Dölitzsch (1801-1878), eine Schwester von Druckers Großmutter Constanze Dölitzsch, verh. Klein (1807-1887). Sie wohnte nach 1945 in der Rochlitzstraße 45 in Leipzig. Ihr Sohn Karl B. (1885-1954) und ihre Tochter Martha B. (* 1901) lebten ebenfalls in Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 110

Bomhard, Eduard von
(01.06.1868 Bamberg – 01.05.1900 München), Richter
Sohn des Senatpräsidenten am Reichsgericht Ernst von Bomhard (1833-1912), B. war 1887 primus omnium an der Thomasschule und später Königlich Bayrischer Landgerichtsrat in München.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 104, 174 f.

Bornstein, Josef
(18.10.1899 Krakau – 23.06.1952 New York), Journa­list und Schriftsteller, Justizkritiker
B. war Mitarbeiter bei der linksliberalen Zeitschrift „Das Tage-Buch“ und bei der Wochenzeitung „Der Montag-Morgen“. Er veröffentlichte im Tage-Buch u.a. den Artikel „Der Ullstein-Roman“, welcher sich mit dem Skandal um Franz und Rosie Ullstein befasste und der zu einer Be­leidigungsklage von Georg Bernhard gegen ihn führte. Ebenfalls eine Beleidigung und Verleumdung hatte ein weiteres Verfahren gegen B. zum Gegenstand. 1928 erschien in „Das Tage-Buch“ ein Artikel von B. über die Vergangenheit des damaligen Reichsanwalts Jorns. 1918 leitete dieser als Kriegsgerichtsrat die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, die an der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beteiligt waren. Der Artikel berichtete darüber, dass Jorns in dieser Eigenschaft die Strafverfolgung der Täter vereitelt hatte. Dieser stellte Strafantrag wegen Beleidigung. B. als der verantwortliche Redakteur wurde zunächst freigesprochen. Das Reichsgericht hob jedoch das Urteil wieder auf.
B. veröffentlichte ebenfalls im „Tage-Buch“ eine sehr treffende Beschreibung der Vorgänge um den Caro-Petschek-Prozess. Er war Mitglied der deutschen Liga für Menschenrechte. Seine Bücher wurden 1933 ver­brannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43; Lebenserinnerungen, S. 139, 175

Bose, Eduard von
(22.08.1898 Leipzig 19.06.1963 Leipzig), Richter
B. war der Schwiegersohn von Betty Mannsfeld, der Schwester Martin Druckers.
Quelle: Drucker, Briefe 71a, 99; Lang, Zwischen alle Stühlen, S. 272 f.

Bose, Erika von
(07.02.1929 Dresden 06.02.2017 Leipzig), Biliothekarin
B. war die Tochter von Eduard von Bose und eine Großnichte von Martin Drucker
Quelle: Drucker, Briefe 111

Brause, Albert
(10.03.1852 Spahnsdorf 28.09.1924 in Gaschwitz), Professor Dr. phil., Hauptmann a.D.
B. war Lehrer an der Thomasschule von Ostern 1876 bis zum 31.12.1905. Er lebte überwiegend in Brüssel.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 81 ff, 90, 175

Brentano, Ludwig (Lujo) Josef
(18.12.1844 Aschaf­fenburg 09.09.1931 München) Nationalökonom, Professor in Breslau, Straß­burg, Wien, Leipzig und München
B. war ein Bruder von Franz B. und Neffe von Clemens Wenceslaus Maria B. Er war einer der bedeutendsten Vertre­ter der sozialpoli­tischen Richtung der Nationalökonomie, dem sog. Kathederso­zialismus. B. war 1872 Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik und trat für die Gewerkschaften und den Freihan­del ein. 1888 wurde B. auf ausdrücklichem Wunsch Roschers in Leipzig zum ordentlichen Professor der Nationalökonomie berufen. Er verließ Leipzig 1890/91 ausschließlich aus familiären Gründen und ging nach München.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 108, 175

Breslauer, Bernhard
(24.01.1913 Leipzig 05.05.1936 London)
B. war ein Freund Peter Druckers. Er studierte 1932 Jura in Leipzig und emigrierte später nach London.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 132; Drucker, Briefe

Breslauer, Moritz Wilhelm
(18.02.1878 Leipzig 1949 Amsterdam), Bankier in Leipzig
B. war Mitglied der „Leipziger Neunundneunzig“, seine erste Ehefrau war Erna geborene Platky (1889-1941). Bernhard Breslauer war sein Sohn. Seine Tochter Valerie war mit dem Rechtsanwalt Herbert Georg Meyer (1901-1952) verheiratet und arbeitete zuletzt in den USA als Bibliothekarin. B. war in zweiter Ehe mit Hildegard Dora Eleonore Baer, einer Nichtjüdin, verheiratet. Sie starb 1984 in Amsterdam.
Quelle: Drucker, Briefe 76, 77, 77a

Broda, Gustav
(14.12.1845 Dresden 06.07.1912 Borsdorf), Justizrat (1900), Rechtsanwalt (1874) und Notar (1899)
Der angesehene Leipziger Anwalt B. gehörte 1879 zu den Gründungsmitgliedern des Leipziger Anwaltsvereins. Er war verheiratet mit Henriette geborene Calm (1854-1931), einer Tochter des Rechtsanwalts am Reichsoberhandelsgericht David Calm (1825-1875).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 120 ff, 175; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 283

Brücklmeier, Bruno
(03.02.1872 – 19.05.1943), Rechtsanwalt am Reichsgericht, Justizrat
Vater des Diplomaten Eduard Brücklmeier und  des Filmregisseurs Erich-Fritz B. (* 1907).
Quelle:
Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 48; Lebenserinnerungen, S. 147, 175

Buchholz, Adolf
(01.08.1868 Leipzig 14.10.1932 Leipzig), Pro­fes­sor, Oberstudienrat, Dr. phil.
B. war 1889 Abiturient der Thomasschule und dann dort von 1921 bis 1932 als Lehrer tätig.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 98, 176

Bulthaupt, Heinrich
(28.10.1849 Bre­men 20.08.1905 ebd.), Dich­ter und Dramaturg, Pseudonym: Capobulto
B. war ab 1875 kurzzeitig Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 75, 176

Burian, Hermann
(14.01.1906 Neapel 25.11.1974 Parma/Italien), Augenarzt
B. war ein Neffe von Martin Drucker. Seit 1945 war er Direktor der Ophthalmologischen Klinik in Hanover, USA.
Quelle: Drucker, Briefe  59

Burian, Richard
(08.01.1871 Wien 02.05.1954 Iowa City/USA), Dr. med., Prof. für Physiologie
B. heiratete Marie geb. Drucker (1878-1919), die Schwester Martin Druckers. Er war der Vater von Hermann Burian
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 24

Burkhardt, Jacob
(25.05.1818 Basel 08.08.1897 ebd.), Kultur- und Kunsthistoriker
B. studierte zunächst in seiner Ge­burtsstadt Theologie. Er wech­selte dann zur Kunstgeschichte und Philologie. B. war an der Erar­beitung des Brockhausschen Konserva­tionslexikons beteiligt. Zu seinen Werken zählen auch Novellen und Gedichte alemannischer Mundart. Von größter historiographischer Bedeutung war jedoch sein 1860 erschie­nenes Buch „Kultur der Renaissance in Italien“, denn es war die er­ste umfassende Darstellung jener Epoche. Posthum er­schien sein vierbändiges Alterswerk „Griechische Kulturgeschichte“ (1898-1902).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 99, 176

Buschkiel, Friedrich Ludwig
(1848 Greifswald – 1939 Chemnitz) Dr. phil. (1873 Leipzig), Schulrektor
B. studierte Philologie und Geschichte in Greifswald und Leipzig (1869/70), wo er Mitglied der Universitäts-Sängerschaft zu St. Pauli war. 1874 wurde er an das Königliche Gym­nasium in Chemnitz berufen. Hier wurde er 1909 zum Konrektor berufen. B. trat 1913 in den Ruhestand und war von 1919 bis 1923 1. Vorsitzender des Ver­eins „Kunsthütte“ in Chemnitz. Er war der Vater des Bankiers und Kunstsammlers Dr. Alfred B. (* 1886 Chemnitz)
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 23, 176

Busser, Ralph Cox
(03.01.1875 York/USA 06.03.1955 Philadelphia/USA), Diplomat, Rechtsanwalt
B. war von 1930 bis 1940 Generalkonsul der USA in Leipzig. Er war verheiratet mit Bertice S. Bates (1879-1963). Das Ehepaar hatte sechs Söhne.
Quelle: Drucker, Briefe 75

Collin, Annemarie
(1901 Berlin 1979 Australien), Lehrerin, Bibliothekarin
C., genannt Loll, war eine jüngere Schwester des Mitglieds des Mitglieds der Comedian Harmonists Erich Abraham Collin sowie eine enge  Freundin und Kollegin von Gertrud Landsberg an der Luise-Zickel-Schule in Berlin. Sie wanderte 1939 nach Australien aus.
Quelle: Drucker, Briefe, Landsberg 4; Auskunft Sabine Hank, Berlin vom 25.04.2022

Calmann-Lèvy
französischer Verlag, gegründet von den Brüdern Kalmus  Calmann (1819-1891) und Michel Levy (1821-1875) aus Pfalzburg in Lothringen . Der Verlag war seit 1891 im Besitz der drei Söhne von Kalmus Calmann.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 34, 176

Carl, Richard Heinrich
(16.01.1868 Bautzen vor 1946), Dr. jur. (1894 Leipzig, magna cum laude), Rechtsanwalt in Zeitz
Sohn eines Amtsrats und Mitglied im Vorstand des DAV
Quelle: Drucker, Briefe, 14b

Caro, Nicodem
(23.05.1871 Lodz – 27.06.1935 Zürich), Geheimer Regierungsrat, Professor, Dr. Ing., Chemiker, Naturwissenschaftler und Unter­nehmer
C. entwickelte ge­meinsam mit Adolph Frank (1834-1916) das Verfahren zur Gewinnung von Kalkstickstoff (Frank-Caro-Verfahren). Er war seit 1892 Assistent an der Universität Berlin und später Direktor der bayerischen Stickstoffwerke. Im Jahr 1930 wurde er Präsident des inter­nationalen Kalkstickstoffsyndikats.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 33, 42 f.; Lebenserinnerungen, S. 134, 137 f., 176

Carstens, Moritz
(13.11.1863 Berlin 12.04.1941 Gouda/Niederlande), Dr.jur., Justizrat, Rechtsanwalt und Notar
C. war als Moritz Jacob Cohn geboren. Unter diesem Namen hat er sich 1884 an der Leipziger Universität für Jura immatrikuliert. Die Namensänderung erfolgte vermutlich mit seiner Taufe. Er war zunächst als Rechtsanwalt in Berlin beim Landgericht II, etwa seit 1904 dann in Cottbus zugelassen. C. war Vorstandsmitglied des DAV. Er hatte zwei Kinder. Sein Sohn Dr. Otto C., geboren 22.08.1899 in Berlin, hat ebenfalls in Leipzig Jura studiert und war später Rechtsanwalt in der Kanzlei des Vaters tätig. Vater und Sohn emigrierten in die Niederlande. Die Tochter Anna, geboren am 29.08.1895 in Berlin, studierte Philosophie in Leipzig. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.
Quelle: Drucker, Briefe 14b

Cerf, Erich 
(25.08.1888 Leipzig – 26.04.1964 Tel Aviv), Rechtsan­walt
C. war Schüler der Nikolaischule und studierte Jura in Leip­zig und München von 1908 bis 1911. 1914 wurde er mit der Disserta­tion „Der Eigentumserwerb an der gefundenen Sache“ mit dem Prädikat „summis honoribus“ zum Dr. jur. promoviert. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er seine Tätigkeit als Sozius in der Kanzlei Drucker und Eckstein auf. C. verlor  bereits 1933 seine Anwaltszulassung und wanderte deshalb unmittelbar nach der Machtergreifung nach Palästina aus. Nach dem Kriegsende wurde C. wieder als deutscher Rechtsanwalt zugelas­sen und bearbeitete zahllose Wiedergutmachungssachen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 44, 60 f., 64, 66; Drucker, Briefe 4, 5, 14b, 77a; Lebenserinnerungen, S. 412 f., 151 f., 154, 176; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 288 f.

Chadima, Erna geb. Weidenbach
(1888 Leipzig 1965 Freiburg), Korrespondentin, Übersetzerin
Ch. war die Tochter des Architekten Georg Weidenbach (1853-1928) und dessen Ehefrau Frieda geborene Schnackenburg. Sie heiratete 1908 Dr. phil. (Leipzig 1904) Siegfried Levinstein (1876-1945), Baumwollagent in Leipzig. Ihr Ehemann war in Frankreich geboren und besaß die britische Staatsbürgerschaft. Er entstammte einer jüdischen Familie, konvertierte in Dresden vor seiner Heirat und emigrierte nach 1933 in die USA, wo er seinen Namen in Samuel Livingston änderte. Aus dieser Ehe ging 1909 die Tochter Marianne hervor, über deren Schicksal nichts bekannt ist. Nachdem die Ehe 1919 geschieden worden war, heiratete Ch. 1926 den tschechischen Kunstmaler Jaro Chadima (1877-1940) . Auch diese Ehe wurde geschieden.
Ch., die sich immer nur Bachweide nannte, war zeitweise Angestellte im Büro Martin Druckers, nachdem sie geschieden war. Sie war Übersetzerin u. a.: A. G. Hays, Laßt die Freiheitsglocken läuten! Zeitbilder aus Amerika, Leipzig 1929; Maryse Choisy, In den Tiefen von Paris, Reportage, Leipzig 1930.
Quelle: Drucker, Briefe 97

Cohn, Fritz Alexander
(20.06.1897 Leipzig 15.09.1962 Frankfurt am Main), Rauchwarenhändler
C. war der Sohn von Hugo Cohn (1856-1919)und dessen Ehefrau Toni geb. Windmüller (1869-1943), sowie Bruder von Hanna Dobriner, geb. Cohn. Seine Mutter und zwei Brüder wurden Opfer des Holocaust.  Er war verheiratet mit Luise Liesel geb. Weiss (1906-2004) , einer Nichtjüdin. und hatte zwei Söhne. Der äaltere Sohn wanderte 1949 nach Schweden aus. C. war ein Freund von Carl und Gertrud Drucker
Quelle: Drucker, Briefe 114; E-Mail Ellen Bertram vom 13.04.2022

Cramer, Curt
(06.07.1854 Leipzig 29.09.1916 Leipzig), Professor, Pädagoge
C. war seit 1879 Lehrer an der Thomasschule. Sein Vater war der Arzt Dr. med. Ernst Ludwig Theodor C.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 54, 59, 177

Cramer, Walter
(01.05.1886 Leipzig 14.11.1944 Berlin-Plötzensee), Unternehmer, Widerstandskämpfer
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 4

Crusius, Otto
(20.12.1857 Hannover 29.12.1918 München) Philologe
C. war von 1915 bis 1918 Präsident der Bayrischen Akademie der Wissenschaf­ten.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 64 ff., 177

Dangel, Anneliese
(31.03.1922 Leipzig ?), Dr. phil. (Leipzig 1944), Lehrerin an der Buchhändlerlehranstalt
Freundin von Dieter Bergmann, dem Sohn von Gertrud Landsberg.
Quelle: Drucker, Briefe 150

Darboven, Johann Heinrich Nicolaus Jürgen
(21.11.1877 Lauenbruch – August 1950 Hamburg?), Dr. jur. (1901 Göttingen), Rechtsanwalt
D. war seit 1903 Rechtsanwalt in Hamburg. Er war von 1928 bis 1933 Vorstandsmitglied der Hanseatischen An­waltskammer. D. setzte sich vehe­ment gegen Zulassungsbeschränkungen in der Anwaltschaft ein. 1936 wurde gegen D. ein Ermittlungsverfahren vor dem Gauehrengericht eingeleitet.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 65 ff.; Lebenserinnerungen, S. 155 f., 177; Drucker, Briefe 21c

David, Alfons
(13.06.1866 Speyer 11.06.1954 Pasadena/USA), Dr. jur., Senatspräsident am Reichsgericht
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 65; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 299 f.

de Boor, Hans-Otto
(09.09.1886 Schleswig 10.02.1956 Göttingen), Rechtswissenschaftler
de Boor hatte von 1935 bis 1950 eine Professur an der Leipziger Juristenfakultät inne, 1946 war er Dekan der Fakultät.
Quelle: Drucker, Briefe 91, 92

Degen, Ernst Heinrich
(15.02.1870 Leipzig ?), Dr. phil., Oberlehrer
D. war 1889 Primus Omnium an der Tho­masschule. Er studierte von 1892 bis 1894 in Leip­zig und war später Oberlehrer am Königin-Ca­rola-Gym­nasium Leipzig. Sein Vater Ernst Moritz D. war Rechtsan­walt (1855) und Notar in Leipzig. D. war der Lateinlehrer von Hans Fallada, dem er „ebensoviel Talent wie überspannte Phantasie“ bescheinigte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 69, 83, 177

Dehmel, Richard
(18.11.1863 Hermsdorf 08.02.1920 Blankenese), Dichter und Schriftsteller
D. war ein enger Freund von Kurt Hezel.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 143

Delbrück, Helmuth
(04.11.1891 Stettin 04.06.1957), Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar in Stettin
D. wurde 1946 zum Senats- und Vizepräsidenten am OLG Celle berufen. Ab 1948 war er Richter beim Obersten Gerichtshof für die britische Zone.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 85; Lebenserinnerungen, S. 167, 177; Drucker, Briefe 39, 40

Devrient, Otto
(03.10.1838 Berlin 23.06.1894 Stettin), Dr., Schauspieler und Dramatiker
D. entstammte der namhaften deutschen Schauspielerdynastie flämi­scher Herkunft. Er war der Sohn des Schau­spielers und Theaterlei­ters Eduard Devrient (1801-1877). Sein Großvater war der Charakterdar­steller Ludwig Devrient (1784-1832).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 75, 177

Dinter, Artur
(27.06.1876 Mühlhausen 21.06.1948 Offenburg), Dr. rer. nat. s.c. (1903), antisemitscher Publizist und Politiker
D. studierte nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt Naturwissenschaften und Philosophie in München und Straßburg. Schon in dieser Zeit war D. als Schriftsteller aktiv. Bevor er 1905 ins Theaterfach wechselte, arbeitete er als Lehrer.
Politisch engagierte er sich schon frühzeitig im Alldeutschen Verband. F. war Kriegsteilnehmer und wurde schwer verwundet. In dieser Zeit wandte er sich verstärkt dem rechten Radikalismus zu. Nach 1919 ließ er sich als freier Schriftsteller in Weimar nieder. Wegen seiner radikalen antisemitischen Ausfälle musste er bereits 1917 aus dem Verband Deutscher Bühnenschriftsteller ausgeschlossen werden. Es erschienen in dieser Zeit zahlreiche judenfeindliche Bücher und Pamphlete, von denen die Trilogie „Die Sünden der Zeit“ wohl die Übelste war. In den Jahren von 1918 bis 1923 war er der meistgelesene völkische Publizist in Deutschland. 1924 wurde D. in den Thüringer Landtag gewählt. Ein Jahr später wurde er Mitglied der NSDAP und einer deren Führer in Thüringen. Es kam jedoch bald zu Diskrepanzen mit Hitler, was 1927 zu D.s Absetzung führte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 140, 177 f.

Dittenberger, Rudolph Wilhelm Heinrich
(26.02.1875 Halle – 28.02.1952 Chesieres aus Ollon/Schweiz), Rechtsanwalt, Schriftleiter
D. war zu­nächst Rechtsan­walt in Halle, dann in Leipzig. Er war Mitglied des 1907 berufenen Geschäftsaus­schusses und ab 1910 hauptamtlicher Geschäfts­führer des DAV. Er hatte sich als Schriftleiter der Juristischen Wochenschrift bis 1933 bleibende Verdienste erworben. D. wurde später zum Ehren­mitglied des DAV ernannt. Er wurde durch die Nationalsozialisten sofort fristlos entlassen. Das RAG hatte diese Ent­lassung aber als unzulässig angesehen. D. war seit Januar 1933 als Rechtsanwalt in Berlin zugelassen. Nach 1945 war D. Mitherausgeber der NJW, Ober­amts­richter in Kitzin­gen und später dort wieder als Rechtsanwalt tä­tig.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45, 48, 85 f.; Lebenserinnerungen, S. 145, 167, 178; Drucker, Briefe 8, 9, 9a, 14b, 105

Dix, Rudolf
(11.05.1884 Leipzig – 17.04.1952 Frankfurt/Main), Dr. jur. (Leipzig 1907), Rechtsanwalt
D. war der Sohn des Leipziger Rechtsanwalts Paul D. (1852 Greiz-vor 1903 Leipzig) und Bruder des Rechtsanwalt Hellmuth Dix. Er war seit 1920 als Rechtsanwalt in Berlin zugelassen. Im Jahr 1927 wurde D. Mitglied des Vorstandes und 1932 Präsident des DAV als Nachfolger Martin Druckers.
D. war der Sprecher der Anwaltschaft im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43, 48, 51; Lebenserinnerungen, S. 138 f., 147, 178

Dobriner, Herbert Ernst
(12.07.1894 Hamburg ?), Kaufmann, Prokurist
D. und seine Ehefrau Hanna geb. Cohn (1910-1999) waren gute Freunde von Carl Drucker. Das Ehepaar überlebte Theresienstadt und kehrte nach Leipzig zurück.
Quelle: Drucker, Briefe 114, 120; E-Mail Ellen Bertram vom 13.04.2022

Dölitzsch, Arthur Ottomar Olympius
(15.04.1819 Altenburg 14.02.1900 ebd.), Geheimer Justizrat, Advo­cat
D. war Mitbegründer des Deutschen Anwaltvereins auf dem 1. Deut­schen Anwaltstag am 25.08.1871 in Bamberg. Er ver­trat gleichzeitig die im Herzogtum Sachsen-Altenburg bestehende Ad­vocaten-Vereini­gung.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 16, 25; Lebenserinnerungen, S. 10, 29, 31, 178

Donner, Max
(06.05.1855 Plö­sitz 19.12.1925 Leipzig), Lehrer an der Thomasschule seit Ostern 1883
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 64 ff., 178

Drucker, Carl
(24.11.1876 Leipzig 17.03.1959 Uppsala), Prof. Dr., Chemiker
D. war ein Bruder von Martin Drucker. Er war verheiratet mit der Malerin Gertrud geb. Flatow (1882-1965). Die Ehe blieb kinderlos.
Quelle: Drucker, Briefe 116a

Drucker, Conrad
(28.12.1879 Leipzig 06.01.1950 London), Bankier
C. war der jüngste Bruder von Martin Drucker. Er war verheiratet mit Bertha geb. Freyer (1889-1970) und hatte eine Tochter Johanna (Joan) verh. Dickinson. Er leitete in Hamburg die Filiale der Dresdner Bank.
Quelle: Drucker, Briefe 116a

Drucker, Paul
(18.01.1863 Leipzig 10.08.1942 Theresienstadt)
D. war ein Onkel von Martin Drucker aus der zweiten Ehe seiner Vaters. Er blieb unverheiratet und lebte zuletzt in Hamburg.
Quelle: Drucker, Briefe 116a

Düringer, Adelbert
(11.08.1855 Mannheim 02.09.1924 Berlin), Jurist, Politiker
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 44; Lebenserinnerungen, S. 141

Duseberg, Leo
(04.12.1900 Bürstedt – 19.09.1973 Oranienburg), Dr. med., Frauenarzt
D. war bis 1961 Inhaber einer Privatklinik in Aue. Danach war er bis 1968 als leitender Facharzt für Gynä­kologie am Krankenhaus in Oranienburg tätig. D. war verheiratet mit der aus Leipzig stammenden Ärztin Magdalena Maria geborene Krüger (1908-1977).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 163 f., 178

Eckstein, Friedrich August
(06.05.1810 Halle 15.11.1885 Leip­zig), Dr. phil., Philologe, Pädagoge
E. war der früh verwaiste Sohn eines Maurers. Er wuchs in der Wai­senanstalt der Franckeschen Stiftung auf und wurde 1849 deren Kon­rektor. 1863 berief ihn der Leipziger Oberbürgermeister Otto Koch per­sönlich nach Leipzig, wo er 18 Jahre lang als Rektor an der Thomas­schule wirkte. Daneben hatte E. auch eine Professur an der Universität Leipzig inne. 1902 wurde die Straße, in welcher sich die frühere Thomasschule befand, nach E. benannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 27; Lebenserinnerungen, S. 54, 56, 61f., 178

Eckstein, Kurt
(05.06.1881 Leipzig 14.10.1953 Leipzig), Rechtsanwalt und Notar
E. war der Sohn des Dr. med. Anton E. und Mathilde Jacobi. Er war 1900 Abitu­rient an der Tho­masschule. Seit 1908 war E. Rechtsanwalt und seit 1923 auch Notar in Leipzig. E. war zunächst der einzige Sozius von M.D. Er wurde wegen der Fortsetzung der Sozietät nach 1933 durch den Ehrenge­richtshof angeklagt, aber freigesprochen. Nach dem Tode seines So­zius übernahm E. die Praxis von Rechtsanwalt Dr. Max Junghanns (1883-1946) in Groitzsch bei Leipzig, welcher in Ge­fangenschaft gestorben war.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45, 65; Lebenserinnerungen, S. 19, 142 f., 154, 163, 166, 178 f.

Eitingon, Chaim
(11.12.1857 Schklou 24.12.1932 Leipzig), Rauchwarenhändler
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 142

Eitingon, Motty
(1885 Orscha 28.07.1956 New York), Rauchwarenhändler
Quelle: Drucker, Briefe 89

Eitner, Georg
( 1944 Leipzig), Inhaber der Spedition Hans Eitner AG in der Roscherstraße 11/13 in Leip­zig.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 142, 179

Endemann, Wilhelm
(1825-1899), Handelsrechtler, Professor in Jena und Bonn, Geheimer Justizrat, Mitglied des Reichstages
E. veröffentlichte u.a. 1881/85 ein vierbändiges Handbuch des Deutschen Handels-, See- und Wechselrechts. Ab 1867 war er Mit­glied der Kommission zur Ausarbeitung der ZPO.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 108, 179

Erkes, Anna Babette, geborene Conrady
(1894 Leipzig 1986), Malerin und Graphikerin
E. war die Tochter des Sprachwissenschaftlers August Conrady (1864-1925) und dessen Ehefrau Lucia Roßbach. Die Malerin Lily Herrmann-Conrady (1901-1992) war ihre jüngere Schwester. Sie war seit 1916 verheiratet mit dem Sprachwissenschaftler Eduard Erkes (1891-1958).
Quelle: Drucker, Briefe 102, 103

Fabian, Friedrich
(12.08.1832 Kleinnaundorf bei Dresden 01.04.1899 ?), Lehrer
F. war seit 1868 Lehrer an der Thomasschule.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 58, 179

Feuchtwanger, Siegbert
(02.12.1886 München 05.04.1956 Haifa), Dr. oec. publ., Rechtsanwalt und Redakteur
F. war der Sohn eines Bankiers und seit 1913 als Rechtsanwalt in München zugelassen. Er war Autor zahlriecher wissenschaftlicher Publikationen.
Quelle: Drucker, Briefe 14a; Weber, Jüdische Rechtsanwälte in Bayern, S. 228 f.

Fiedler, Rudolf?
Mitinhaber der 1923 gegründeten Leipziger Firma „Röbel & Fiedler Chemische Fabrik GmbH“ mit Sitz in der Angerstraße 26-28. Die Firma stellte Kosmetikprodukte und chemischen Produkte für die grafische Industrie her und verlegte 1953 ihren Sitz nach Ettenheim.
Quelle: Drucker, Briefe 117

Fischer, Friedrich Hugo
Dr. jur., Erster Staatsanwalt  am OLG in Dresden
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 96

Fischer, Rudolf
(13.07.1913 Leipzig 29.07.2003 ebda.) Pianist, Musikpädagoge
Quelle: Drucker, Briefe 7

Fischer, Walther
(27.10.1883 Tientsin/China – 22.03.1954), Rechtsanwalt in Hamburg
Quelle: Drucker, Briefe 14b

Fitger, Artur Heinrich Wilhelm
(04.10.1840 Delmenhorst 28.06.1909 Horn bei Bremen), Maler und Dichter
F. war der Sohn eines Postmeisters und Hoteliers. Er ging nach der Ausbildung in Oldenburg und Kunststudien in Mün­chen, Dresden, Ant­werpen und Italien nach Bremen, wo er sich als Maler und Dichter betätigte. F. schuf Kolossalgemälde und trat als Dramatiker, Ge­sellschaftspoet und Kunstkolumnist hervor.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 76, 179

Flatow, Clara
(09.11.1885 Berlin ?), Sängerin
F. war eine Schwester von Gertrud Drucker, geb. Flatow
Quelle: Drucker, Briefe 114

Förster-Nietzsche, Elisabeth Alexandra
(10.07.1846 Röcken -08.11.1935 Weimar), Dr. phil. h.c., Schriftstellerin
F. war die Schwester von Friedrich Nietzsche und nach dessen Tod die Herausgeberin seiner Werke. Sie war die Gründerin und Leiterin des Nietzsche-Archivs in Weimar. Seit 1885 war F. verheiratet mit dem Antisemiten und Lehrer Bernhard Förster (1853-1889), welcher in Paraguay Selbstmord beging. Er hatte dort versucht, eine germanische, d.h. judenfreie, Kolonie zu gründen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 137, 179

Forcellini, Egidio
(26.08.1688 Campo Sampiero 04.04.1768 ebd.), Lexikograph
F. wurde als Sohn armer Eltern geboren. Erst 1704 konnte er das Seminar in Padua besuchen, wo sein Lehrer seine besondere Begabung erkannte. Von 1718 bis zu seinem Tod las er den gesamten Bestand der überlieferten lateinischen Texte und Inschriften. Erst vier Jahre nach seinem Tod konnte das vierbändige Werk erscheinen, auf dem die meisten Wörterbücher des 19. Jahrhunderts basieren.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 83, 179

Forche, Hans-Eberhard
(07.02.1914 Stolp/Preußen Frankfurt am Main?), Chemiker, Biliothekar
F. war der Sohn des Kaufmanns Paul Forche in Leipzig. Er studierte ab 1932 Chemie in Leipzig. Nach 1945 war er Leiter der wissenschaftlichen Bibliothek der Farbwerke Hoechst AG, vormals Meister Lucius & Brüning in Frankfurt am Main.
Quelle: Drucker, Briefe 13, 13 a, 14aa+

Fränkel, Norbert
F. war der Schwager von Becka Frankel und David Steinmarder
Quelle: Drucker, Briefe 100

Frank, Adolph
(20.01.1834  Klötze 30.05.1916 Charlottenburg) , Chemiker
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 42; Lebenserinnerungen, S. 137

Frankel, Becka (früher: Rebecca Fränkel), geborene Steinmarder
(um 1893 04.05.1959 London)
F. war mit Avraham Fränkel (1888-1970) verheiratet. Sie war die Schwester von David Steinmarder und die Schwägerin von Norbert Fränkel.
Quelle: Drucker, Briefe 100

Franz, Herbert
(27.06.1896 Hoyerswerda ?),  Dr. jur., Rechtsanwalt in Leipzig
F. war der Sohn des Gutsbesitzers Otto Franz; Referendar bei Martin Drucker, 1946 wurde er als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen.
Quelle: Drucker, Briefe 63

Franz, Rudolf
(18.03.1880 Sonneberg vor 1949 Leipzig), Rechtsanwalt (seit 1907) und Notar
F.  war zeitweise Mitglied des Vorstandes der Sächsischen Anwaltskammer. Er wurde nach 1945 wieder als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen, aber bald wieder aus der Anwaltschaft ausgeschlossen.
Quelle: Drucker, Briefe 59

Frederking, Phillip Friedrich Theodor
(07.08.1844 Minden 15.01.1914 Leipzig), Kaufmann
F. war verheiratet mit Therese Drucker (1851-1927), der Halbschwester Martin Druckers sen. Er adoptierte die leibliche Tochter seines Bruders Adolf F. (1845-1903) namens Lina (1876-1964) verh. Köpp.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 14, 25; Lebenserinnerungen, S. 48, 179

Freyer, Hans
(31.07.1887 Leipzig – 18.01.1969 Ebersteinburg), Dr. phil. (Leipzig 1911), Soziologe, Philosoph und Historiker
F. war der Sohn eines Postmeisters. Von 1907 bis 1911 studierte er Philosophie, Geschichte und Volkswirtschaftslehre in Greifswald und Leipzig. Nach Lehrtätigkeit an verschiedenen Reformschulen habilitierte er sich 1920 in Leipzig, wo er zwei Jahr als Privatdozent wirkte. Dann übernahm er bis 1925 eine Professur in Kiel. Anschließend hatte F. bis 1948 wiederum in Leipzig eine Professur für Soziologie inne, wo er zugleich Leiter des Instituts für Kultur- und Universalgeschichte war. In dieser Position gehörte er zu den Protagonisten der Nationalsozialisten an der Leipziger Universität. Deshalb wurde er 1947 beurlaubt und schließlich 1948 entlassen. F. ging dann nach Westdeutschland, wo eine Berufung nach Göttingen wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus scheiterte. Im Jahr 1953 erhält er schließlich eine Professur für Soziologie in Münster.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 160, 179 f.

Fricke, Gustav Adolf
(23.08.1822 Leipzig – 30.03.1908 Leipzig), Dr. phil., Theologe, Geheimer Kirchenrat.
F. war der Sohn eines Porträtmalers. Nachdem er sich 1846 habili­tiert hatte, wurde er 1851 ordentlicher Professor in Kiel, dann 1865 Oberkatechet an der Leipziger Petrikirche und 1867 Pro­fessor an der Theologischen Fakultät der Leipziger Universität. Er war zugleich Vorsitzender des Gustav-Adolf-Vereins. Seine Verdienste um die Stadt, die Universität, die theologische Wissenschaft und den Gustav-Adolf-Verein wurden 1892 mit der Ernennung zum Ehren­bürger Leipzigs gewürdigt. Nach seinem Tod wurde in Leipzig eine Straße nach ihm benannt. Hilde Teichgräber war seine Tochter.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 50, 77 ff., 180

Friedberg, Emil Albert
(22.12.1837 Konitz/Westpreußen 07.09.1910  Leipzig), Dr. jur., Kir­chenrechtler, Hofrat
F. war seit 1869 ordentlicher Professor in Leipzig. Für seine Ver­dienste wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig und zum Ehren­doktor der Universität Bologna ernannt. F. war Ehrenmitglied der Universitäts-Sängerschaft zu St. Pauli.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29 f.; Lebenserinnerungen, S. 108,130, 180; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 331ff.

Frieders Kurt (bis 1923: Friedländer)
(30.04.1882 Berlin 1979 Schweden), Staatsanwalt
F. entstammte einer begüterten jüdischen Familie. Er wurde jedoch bereits 1899 getauft. Nach dem Jura-Studium begann F. eine Laufbahn als Staatsanwalt. Bei Ausbruch des Krieges 1914 meldete er sich freiwillig an die Front. Im Jahr 1919 wurde F. Staatsanwalt in Trier. Als er 1922 nach Weimar wechselte, startete eine Kampagne der rechtsgerichteten Presse in Thüringen gegen ihn, weil er die Stelle nur aus politischen Gründen erhalten habe. Die antisemitischen Angriffe endeten auch nicht als F. als Oberstaatsanwalt nach Altenburg wechselte. Von dort kam er aber bereits 1924 wieder zurück nach Weimar. Im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen den Staatsbankpräsidenten wurde er schließlich des Meineides beschuldigt, was zu einem der großen Justizskandale der Weimarer Republik führte.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 44; Lebenserinnerungen, S. 139 f., 180

Friedländer, Adolf
(23.01.1869 Bromberg 22.08.1942 Frankfurt am Main), Landgerichtsrat, Fachbuchautor
F. war der Bruder von M. Friedlaender. Er begann seine Tätigkeit als Richter 1888 in Frankfurt/Main. Vor der drohenden Deportation beging er Selbstmord.
Quelle: Drucker, Briefe 14a, 14b

Friedländer, Ilse (seit: 1926: Lippert-Dähne-Friedländer)
(04.03.1871 Leipzig 07.11.1951), Gesangsleh­rerin
Ihr Vater war der Mediziner Dr. Max Friedländer (1841-nach 1907), ihre Mutter Mary Rosalie geborene Lippert-Dähne (1848-1930) gehörte einer alteingesessenen Leipziger Familie an. F. veröffentlichte in den zwanziger Jahren gemeinsam mit Amélie Nikisch Bearbeitungen der Opern „Aebelö“ von Joseph Gustav Mraczek und „Daniel in der Löwengrube“ von Ernst von Wolzogen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 98, 180

Friedlaender, Max
(26.06.1873 Bromberg – 28.05.1956 Twicken­ham/England), Rechts­anwalt, Autor
F. war seit 1899 in München als Rechtsanwalt zugelassen. Er war Mitverfasser des Standardkommentars zur RAO und publizierte zahlreiche Publikationen zum Standes­recht. Von 1924 bis 1933 war F. Vorstandsmit­glied des DAV. Nachdem ihm im Jahr 1938 die Zulassung entzogen worden war, emigrierte er mit seiner Familie nach England.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 48 f., 66 f., 106; Lebenserinnerungen, S. 132 f., 145, 147 f., 150 f., 156, 168, 180 f.; Drucker, Briefe 64, 65, 105

Friedländer, Thekla
(? Leipzig ? Leipzig), Konzertsängerin (Sopran), Musiklehrerin
F. war die Tochter des Arztes Hermann F. und dessen Ehefrau Charlotte geborene Heimbach. Ilse Lippert-Dähne-Friedländer war ihre Nichte.. Sie war zuerst viele Jahre eine erfolgreiche Konzertsängerin in England. Ihre Schwester Helene Marie (1844-1891) war ebenfalls Sängerin und mit Salomon Jadassohn verheiratet.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 98 f.

Friedmann, Wilhelm
(19.03.1884 Wien – 11.12.1942 Frankreich), Professor, Dr. phil., Romanist
F. gründete Mitte der zwanziger Jahre in Leipzig die Deutsch-Französische Studiengesellschaft, welche die neuesten Bücher und Autoren zu Lesungen nach Leipzig holte. Ihm wurde im April 1933 der Lehrstuhl für romanische Philologie an der Leipziger Universität entzogen. F. lebte seit Sommer 1933 im Exil in Frankreich. Als er bei seiner Flucht nach Spanien in den Pyrenäen von deutschen Truppen aufgegriffen wurde, nahm er sich das Leben.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 32; Lebenserinnerungen, S. 131, 133, 181, Drucker, Briefe 80, 81a

Fritzsche, Johannes
(23.03.1902 Dresden 12.04.1945 Lindenthal), Rechtsanwalt und Notar
F. war als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen. Nach 1933 wurde er auch zum Notar ernannt. F. war führendes Mitglied der NSDAP seit 1930 und des NS-Rechtswahrerbundes in Leipzig und er­klärter persönlicher Gegner von M.D. Er wurde wegen per­sönlicher Vorteilsnahme aus der NSDAP ausgeschlossen und geriet of­fenbar in persönliche Gegnerschaft zu Mutschmann. Er wurde unter den chaotischen Verhältnissen kurz vor Kriegsende mit 52 Gegnern des Hitlerregimes in Lindenthal bei Leipzig erschossen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 65 ff., 86, 96; Lebenserinnerungen, S. 154 ff., 168, 181

Fruchtmann, ?
Quelle: Drucker, Briefe 5a

Fürst, Rudolf
(01.09.1865 Heidelberg 23.03.1943 Vernichtungslager Sobibor), Dr. jur., Rechtsanwalt
F. war der Sohn eines Rechtsanwalts und Fachautor in Heidelberg sowie Mitglied des DAV-Vorstandes.
Quelle: Drucker, Briefe 14a, 14b; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 730

Fugger-Blumenthal, Eberhard Joseph Graf von
(24.02.1824 Blumenthal 04.05.1903 München)
F.-B. war seit 1854 verheiratet mit Johanne Maximiliane Adelheid geb. Edler von Mayer auf Starzhausen (28.09.1833 Starzhausen 17.02.1902 München). Aus dieser Ehe sind vier Kinder hervorgegan­gen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 102, 103, 181

Gabelsberger, Franz Xaver
(09.02.1789 München – 04.01.1849 ebd.), Kanzlist, Kalligraph
G. entstammte bescheidenen familiären Verhältnissen. Weil er deshalb nicht studieren konnte, ging er in den Staatsdienst, wo er zunächst Kanzlist wurde. Dort fielen seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der Kaligraphie und Lithographie auf. Mit 28 Jahren begann er sein System einer Kurzschrift zu entwickeln, dass sich sehr schnell, insbesondere in den Parlamenten und der Verwaltung durchsetzte. Sein System ist die Grundlage der heutigen Stenografie.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 89, 181

Galeckas, ?
litauischer Zwangsarbeiter
G. wurde 1942 vor dem AG Leipzig verteidigt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 72

Gebhardt, Hertha Antonie Mathilde von, geborene Triepel
(02.02.1896 Leipzig – 08.07.1978 Berlin), Schriftstellerin, Drehbuchautorin
G. arbeitete bis 1920 als Sprachlehrerin für französisch in Berlin. Die Tochter von Heinrich Triepel und Enkelin des Ägyptologen Georg Ebers war seit 1919 mit dem Genealogen Peter von G. (1888-1947) verheiratet. Ihr Schwiegervater war der Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek Oscar von G. (1844-1906). Die Ehe wurde 1927 geschieden. G. schrieb zwischen 1932 und 1947 die Drehbücher bzw. Vorlagen zu zahlreichen Kinofilmen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 28, 181 f.; Drucker, Briefe 106

Geiler, Karl
(10.08.1878 Bernau 14.09.1953 Heidelberg), Jurist, Politiker
Ministerpräsident von Groß-Hessen
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 85; Drucker, Briefe 9a

Gelberg, Paul
Kaufmann, Rauchwarenhändler
Mitinhaber der Rauchwarenhandlung Lifschitz & Gelberg.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 119 ff.

Gerlach, Hilde
G. war die Tochter des RGR Ferdinand Gerlach (1886-1941) und dessen Ehefrau Else geborene Goldschmidt, die einer jüdischen Familie entstammte.  Sie und ihre Bruder Franz gehörten zum engsten Freundeskreis der Kinder von Martin Drucker.
Quelle: Drucker, Briefe 14aa, 14aaa; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 188

Gerok, Karl
(30.01.1815 Vaihingen an der Enz 14.01.1890 Stutt­gart), evangelischer Theologe und religiöser Dichter
Die erste Auflage sei­ner „Palmblätter“ erschien im Jahr 1867.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 80, 182

Glaesemer, Martin
(16.12.1902 Leipzig 17.08.1944), Oberstaatsanwalt beim LG Leipzig
Vater: Rechnungsrat am Reichsgericht Hermann G. (1861-1932); lt. Leipziger Adressbuch 1943 Amtsgerichtsrat
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 159

Glauning, Hans
(07.03.1906 Plauen 07.06.1973 Großgmain), Rechtsanwalt in Plauen
NS-Studentenführer, NSDAP-Mitglied seit 1926
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 96

Gneist, Rudolf von
(13.08.1816 Berlin 22.07.1895), Jurist und Politiker
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 106, 116

Goerdeler, Carl Friedrich
(31.07.1884 Schneidemühl – 02.02.1945 Berlin/Plötzensee), Verwaltungsjurist und deutsch-nationaler Kommu­nalpoliti­ker
G. war von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister in Leip­zig, seit Dezember 1931 zugleich Reichskommissar für Preisüberwa­chung. Er war der führende Kopf des zivilen nichtkommunistischen Widerstandes gegen Hitler. Nach dem gescheiterten Attentat wurde G. durch eine Denun­ziation verhaftet, zum Tode verurteilt und hinge­richtet. Nach ihm wurde ein Teil des Leipziger Innenstadtrings be­nannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 4; Lebenserinnerungen, S. 151, 182

Gold, Henry (eigentlich Euthyme Chaim)
(18.07.1874 Kaunas- New York?), Rauchwarenhändler
G. war verheiratet mit Fanny geborene Schloßburg (* 28.06.1880 Riga). Die Eheleute emigrierten im April 1939 in die USA. Er war mit Martin Drucker Vorstandsmitglied der Ch. Eitingon AG und der Kurt Wachtel AG (Taucha).
Quelle: Drucker, Briefe 89, 90; Informationen von Ellen Bertam, E-Mail vom 14.02.2022.

Goldschmidt, Max
(31.05.1884 Straßburg 1972), Professor, Dr. med.
G. hatte eine Professur für Augenheilkunde an der Universität Leipzig, aus welcher er wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 enternt wurde. Er war verheiratet mit der Medizinerin Dr. med. Marie geb. Haas (* 1883) und ist 1937 in die Schweiz emigriert.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 127 f.

Goldstein, Kurt
(15.11.1896 Straßburg/Elsaß ? Taucha)), Rechtsanwalt und Notar
G. änderte seinen Namen nach 1933 in Holstein.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 66, 97 ff.; Lebenserinnerungen, S. 155; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 127, FN 500

Gordon, Adolf von
(1850-1925), Rechtsanwalt, Dr. jur., Geheimer Justizrat
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 145

Graf, Ernst
(20.04.1861 Meißen 12.11.1940 Quedlinburg), Professor, Dr. phil., Philologe
G. war 1884/85 Lehrer an der Thomasschule, später Professor am Gymnasium Quedlinburg
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 73

Grill, Leo
Komponist, Leh­rer am Leipziger Konservatorium für Theorie und Komposition
G. war als Sohn des Opernsängers Johann Paul Grill (07.11.1801 Wien-nach 1854) und der Schauspielerin Clara Huber (* 1809) in Budapest gebo­ren und auf dem Wiener Konser­vatorium ausgebil­det. Vor seiner Berufung nach Leipzig lebte er mit seinem Bruder, dem ersten Tenor Moritz G., und dessen Frau Marie in München. Lehrer von Leoš Janáček (1854-1928).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 43, 45. 56, 182

Grill, Marie, Sängerin
G. hatte ihr erstes Engagement am Münchner Hoftheater antre­ten sollen, als der dort von 1857 bis 1867 als erster Tenor wirkende Moritz Grill (1826 Budapest-23.01.1871 München) sich mit ihr verlobte und ihr die Bühnenlaufbahn verbot. Ludwig II erlebte am 02.02.1861 mit dem Lohengrin seine erste Wagner-Oper mit Moritz Grill in der Titelrolle.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 43 f.

Grube, Max
(25.03.1854 Dorpat 25.12.1934 Meiningen), Schauspie­ler, Theaterleiter, Schriftsteller, Geheimer Hofrat
Sein Vater war der Zoologe Adolph Eduard G. (1812-1880). G. war verheira­tet mit der Schauspielerin Marie Leisch.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 75, 182

Grubel, Frederick, früher: Grübel, Fritz
(22.10.1908 Leipzig – 04.10.1998 New York) Jurist, Vizepräsident
Sohn des Kaufmanns und Schriftstellers Sally G. (1876-1940). Er war ein Cousin des Schriftstellers Joseph Roth, dessen Mutter eine Schwester von G.s Vater war. G. studierte von 1927 bis 1930 Jura in Leipzig und war als Referendar bei M.D. tätig. Die Zulassung als Rechtsanwalt konnte er wegen seines jüdischen Glaubensbekenntnisses nach 1933 nicht mehr erhalten. G. war nach 1933 Verwaltungsdirektor der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. 1939 wanderte er mit seiner Frau Lisa geb. Cohen (1913-2009), die er 1935 in Bremen geheiratet hatte, zu­nächst nach England, dann nach den USA aus, wo er sich bis zu sei­nem Tod für jüdische Belange engagierte. Er war zuletzt der Vizepräsident des Leo Baeck Instituts in New York. Daneben war er auch als Gründungspräsi­dent der Eph­raim Carlebach Stiftung tätig.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 33, 42, 60, 86; Lebenserinnerungen, S. 134, 136, 151, 157, 168, 182 f., Drucker, Briefe 45, 46; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 352 ff.

Gruhn, Hans Peter
(19.07.1906 Berlin 18.12.1991 Flushing/USA)
G. war der Schwiegersohn von Dora Hansen, verheiratet mit Charlotte geb. Kaufmann (1910-2006); studierte 1929 Jura und politische Ökonomie in Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 56

Gürtner, Franz
(26.06.1881 Regensburg 29.01.1941 Berlin), Reichsjustizminister
Quelle: Drucker, Briefe 64

Gunkel, Theodor
(11.09.1898 Berlin ?), katholischer Pfarrer
Mitbegründer des Leipziger Oratoriums.
Quelle: Drucker, Briefe 56

Gutzkow, Karl
(17.03.1811 Berlin, 16.12.1878 Frankfurt am Main), Schriftsteller
G. wuchs als Sohn eines Maurers in ärmlichen Ver­hältnissen auf. Bereits während seiner Gymnasialzeit war G. Mitherausgeber einer handgeschriebenen Schülerzeit­schrift. Er studierte in Berlin, Hei­delberg und München Philologie, Theologie und Rechtswissenschaft. Zwischen 1831 und 1834 wurde G. zum engen Mitarbeiter Wolfgang Men­zels an dessen Literatur-Blatt. Sein 1832 anonym erschienenes ers­tes Werk „Briefe eines Narren an eine Närrin“ wurde, wie auch ei­nige seiner späteren Publikationen, in Preußen verboten. Zu Beginn des Jahres 1834 verbrachte G. einige Wochen im Kreise Heinrich Lau­bes in Leipzig. G. war Förderer Büch­ners, welchem er insbesondere zur Veröffentlichung von „Dantons Tod“ verhalf. G.s scharfe Lite­raturkritiken führten zu Auseinander­setzungen und Zerwürfnissen mit zahlreichen Zeitgenossen, so auch mit Heine. 1847 zog er nach Dresden, wo er 14 Jahre lang wohnen blieb. Dort gründete er mit anderen Persönlich­keiten die Deutsche Schillerstiftung, deren Generalsekretär er ab 1861 in Weimar war.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 74, 183

Haber, Julius
(06.05.1844 Brieg – 18.12.1920 Leipzig), Justizrat (1897), Rechtsanwalt
H. war zunächst Rechtsanwalt in Breslau. Im Jahr 1888 wurde er beim Reichsgericht zugelassen. H. hatte sich bleibende Verdienste um die deutsche Anwaltschaft als Vor­standsvorsitzender des DAV von 1909-1918 erworben. Er war ein enger Freund von M.D., den er auch zu seinem Testamentsvollstrecker ernannte. Seine Tochter Margarethe verheiratete Fiedler (1878-1944) wurde Opfer des Holocaust.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 47 f., 51; Lebenserinnerungen, S. 134, 146 f., 150, 183; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 357 f.

Hachenburg, Hans Heinrich (später: H. J. Harrison)
(24.12.1897 Mannheim 05.02.1975 Mannheim), Dr. jur., Landgerichtsrat
H. war der Sohn von Max H. Er floh nach England, kehrte nach 1945 nach Heidelberg zurück.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 48 f., 51; Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 46; Drucker, Briefe 9a

Hachenburg, Max
(01.10.1860 Mannheim – 23.11.1951 Beverley/USA) Professor, Dr. jur., Rechtsanwalt, Autor
H. war Anwalt in Mannheim und Hono­rarprofessor an der Universität Heidelberg. Er wirkte als Mitherausgeber der Deutschen Juristenzeitung und der Juristischen Wochenschrift. H. publizierte eine maßgebliche Kommentierung zum HGB. Er war stellvertretender DAV-Präsi­dent. Im Jahr 1938 wurde ihm die Zulassung entzogen. Daraufhin emigrierte er in die Schweiz. Im Jahr 1946 übersiedelte H. in die USA. H. war Ehrenmitglied des DAV.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 144 f., 147, 149 f., 183

Hachette, Louis
(05.05.1800 Rethel 31.07.1964 Paris), französischer Verleger
H. gründete 1826 in Paris den Verlag Librairie Hachette S.A. mit einem breiten Verlagsprogramm.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 34, 183

Hagen, Hans-Joachim
(18.04.1896 Pegau 26.03.1945 Leipzig), Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar
Sohn des RA JR Dr. jur. Konrad Hagen (1867-1925), der Mitbegründer der Gartenvorstand Marienbrunn war (Konrad-Hagen-Platz); NSDAP-Mitglied, Major der Luftwaffe; zeitweise Sozius von Paul Langerhans
Quelle: Drucker, Briefe 37; Johannes Hohlfeld, Gedenkworte für Dr. jur. Hans-Joachim Hagen, Rechtsanwalt und Notar in Leipzig, Major der Reserve der Luftwaffe

Hahn, Kurt
(05.06.1886 Berlin 14.12.1974 Hermannsberg), Politiker und Pädagoge
H. gründete 1920 gemeinsam mit Max von Baden das Landschulheim Schloss Salem.
Quelle: Drucker, Briefe 49b

Hahnemann, Max Armin
(01.11.1876 Annaberg 1946? Leipzig), Dr. jur., Rechtsan­walt und Notar (1923)
H. war Thomaschüler und legte 1895 sein Abitur ab. Er war als Anwalt in Leipzig tätig. Seit 1920 war er Vorstandsmitglied des DAV, wo er ab 1922 die Funktion des Schatzmeisters innehatte. Er gehörte noch nach 1933 dem DAV-Vorstand an. H. war auch Vorsitzender des Versicherungs-Ausschus­ses des DAV und Leiter der Prüfung für Rechtsanwaltslehrlinge in Leip­zig. H. war nach 1945 wieder als Anwalt und Notar zugelassen und gehörte dem am 20.06.1945 gewählten „Vorläufigen Leipziger Anwaltskomitee“ als Schatzmeister an.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 48; Lebenserinnerungen, S.  147, 183 f.; Drucker, Briefe 14b

Hammer, Kurt
(10.08.1883 Dresden 08.12.1979 Verden/Aller), Rechtsanwalt und Notar
H. war seit 1913 als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen. 1935 musste er seine Anwaltszulassung aufgeben. H. verzog nach Berlin und emigrierte von dort nach Shanghai. Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück.
Quelle: Drucker, Briefe 80, 81a; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 360 f.

Hansen, Dora, geb May
(18.04.1884 Hamburg 1944 Ghetto Riga)
H. war in erste Ehe mit Dr. jur. Ernst Kaufmann (1880-1944 KZ Auschwitz) verheiratet, mit dem sie drei gemeinsame Kinder hatte. Nach der Scheidung heiratete sie den (nichtjüdischen) späteren RA/RG Harald Hansen (1882-1940). Nach dessen Tod verlor sie den Schutz einer „privilegierten Mischehe“ und wurde deportiert.
Quelle: Drucker, Briefe 56; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 91, 189, 195

Harun ar Raschid
(Fe­bruar 766 Rai 24.03.809 Tus bei Mesched), abasidischer Kalif und Märchenerzähler
Unter seiner Herrschaft kam es zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte, sowie hoher Macht- und Prachtentfaltung, was ihn zum Idealbild des Kali­fen werden ließ.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 82, 184

Hartleben, Otto Erich
(03.06.1864 Clausthal 11.02.1905 Salò am Gardasee), Schriftsteller
H. war ein enger Freund von Kurt Hezel.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 143

Hartmann, Werner
(27.11.1898 Magdeburg ?), Dr. jur., Rechtsanwalt in Leipzig (seit 1925)
Sohn des Kaufmanns Hermann Hartmann; nach 1945 wieder als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen.
Quelle: Drucker, Briefe 44, 44a, 44b

Hasenclever, Sophie, geborene von Schadow
(06.01.1824 Berlin – 09.05.1892 Düsseldorf),  Dichterin, Übersetzerin
H. war die Tochter des Malers Wilhelm v. Sch. Sie heira­tete 1845 den Sanitätsrat und Komponisten Richard H. Ihre Überset­zungen der Gedichte Michelangelos erschienen 1875 in Leipzig. Im Jahr 1884 veröffentlichte H. zwei Bände mit Erzählungen und Märchen und 1889 erschien ihre Übertragung von Dante Alighieris „Göttliche Komödie“.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 46, 184

Haubold, Gertrud?
Sekretärin, lebte nach 1945 in Gotha bei ihren Eltern, früher evtl. Sekretärin in der Anwaltkanzlei Drucker, Eckstein, Cerf?
AB Leipzig 1934: Lipsiusstraße 3/III?
AB Gotha 1949: Elisabeth H., Schneiderin; Gertrud H., Sekretärin; Jakob H., Schneidermeister, alle Brunnestraße 26 wohnhaft
Quelle: Drucker, Briefe 121, 122, 123

Hauptmann, Moritz
(13.10.1792 Dresden 03.01.1868 Leipzig), Komponist, Geiger
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 44

Haußmann, Conrad
(08.02.1857 Stuttgart – 11.02.1922 ebd.), Rechtsanwalt
H. war der Sohn des Politikers und Redakteurs Julius H. (1816-1889), welcher zum linken demokratischen Flügel während der 48er Revolution ge­hörte.
H. war seit 1909 Vorstandsmitglied des DAV, später wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Er war darüber hinaus Vorsitzender des Verfassungsausschusses der Nationalversammlung und Mitbegründer der DVP. H. war maßgeblich beteiligt an der Aus­arbeitung der Weimarer Verfassung. H. war ein enger Freund und auch Verteidiger von Ludwig Thoma. In seiner Komödie „Moral“ (1908) hatte er ihm mit der Figur des Justizrats Dr. Hauser ein bleibendes literarisches Denk­mal gesetzt. H. stand auch in regem Briefwechsel mit Hermann Hesse, der einen Nachruf mit dem Titel „Erinnerungen an Conrad Haußmann“ schrieb.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45; Lebenserinnerungen, S. 145, 184

Hecker, Richard
(12.01.1853 Grünhain 10.12.1920 Leipzig),
Dr. phil., Professor, Studienrat, seit Ostern 1880 Lehrer an der Thomasschule
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 63 f., 88, 184

Heilberg, Adolf
(14.01.1858 Breslau – 17.12.1936 Berlin), Justizrat, Rechtsanwalt
H. war seit 1883 Rechtsanwalt in Breslau. Er war 1893 Mitbegründer der Deutschen Friedensgesellschaft und langjähriger Vorsitzender der Schlesischen Anwaltskammer. Daneben war er auch jahrzehntelanges Mitglied der Breslauer Stadtverordnetenversammlung. 1933 gab H. infolge der nationalsozialistischen Repressalien gegen ihn die  Anwaltszulassung zurück. Er übersiedelte nach Berlin, wo er an den Folgen eines Unfalles verstarb.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45f., 48; Lebenserinnerungen, S. 145, 147, 157, 163, 184

Heimeran, Ernst
(19.06.1902 Helmbrechts 31.05.1955 Starnberg), Dr., Schriftsteller und Verleger
H. gründete 1922 in München den Ernst Heimeran Verlag, der 1980 liquidiert wurde.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 21, 184

Heine, Wolfgang
(03.05.1861 in Posen 09.05.1944 Ascona), Rechtsanwalt, Politiker, Justizminister
H. trat 1887 der sozialdemokratischen Partei bei. Bereits während seines Studiums war er Mitglied des Vereins Deutscher Studenten geworden. Er war langjähriges Mitglied des Reichstages, sowie Ministerpräsident von Anhalt und preußischer Justizminister. Zwischen 1920 und 1933 war H. als Anwalt in Berlin tätig.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43; Lebenserinnerungen, S. 138, 184 f.

Heisenberg, Werner
(05.12.1901 Würzburg 01.02.1976 München), Physiker
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 160

Held, Max
H. war Mitinhaber des Kaufhauses „Gebrüder Held“ in Leipzig-Lindenau
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 158

Held, Robert O.
(05.11.1889 Nürnberg 19.08.1977 Starnberg), Rechtsanwalt
H. war Mitglied im Vorstand der Bayerischen Rechtsanwaltskammer und im DAV; er wurde zunächst in Nürnberg, dann in Starnberg und 1933 in München als Rechtsanwalt zugelassen; 1938 verzichtete H. „freiwillig“ auf die Zulassungf und emigrierte in die USA. Er war dann in New York als Anwalt tätig. 1971 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde im Folgejahr in München wieder als Anwalt zugelassen.
Quelle: Drucker,  Briefe 14a, 14b, 64, 65, 105; Weber, Rechtsanwälte in Bayern, S. 235

Helmholtz, Hermann von
(31.08.1821 Potsdam 08.09.1894 Charlot­tenburg), Physiologe und Physiker
H. galt als Vollender der klassischen Physik und einer der letzten Univer­salgelehrten. Er stand für eine Naturwissenschaft, die Medi­zin, Physik und Chemie verknüpft. Er verkörperte in seiner Person die Physik in Theorie, Experiment und technologischer Anwendung.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 99, 185

Hemer, Franz
(1894 18.10.1982 Frankfurt am Main),  Chellist, Rauchwarenhändler, Leutnant
H. war Flieger im Ersten Weltkrieg. Er war verheiratet seit dem 29.04.1917 mit der Pianistin Johanna Hilde Steindorff (1892-1984), der Tochter des Ägyptologen Georg Steindorff  (1861-1951). Die Ehescheidung erfolgte 1938. Das Ehepaar hatte drei Söhne. Direktor der Fa. König & Bruder, Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 59

Hermann, Karl
(28.11.1885 Unkeroda 01.10.1973 Eisenach), Politiker
H. war aktives Mitglied der USPD, später der SPD. Im November 1918 wurde er zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates in Eisenach gewählt. In der Thüringer Regierung von August Frölich war H. Minister des Innern.
Quelle: Lebenserinnerungen, S.140, 185

Herr, Paul
(21.06.1875 Köslin 1951 Hamm) Dr. jur, Rechtsanwalt beim OLG Hamm
H. war der Sohn des Leipziger Kaiserliche Justizrates und Rechtsanwalts am Reichsgericht Paul Herr (1840-1912).  Sein gleichnamiger Sohn (1912-1998) studierte ab 1932 in Leipzig Jura. Paul Langerhans war der Sohn seiner Schwester.
Quelle: Drucker, Briefe 38 b, 38c

Herrmann, Gerhard
(06.05.1906 Charlottenburg München?), Dr. phil.
H. war nach dem Studium als Abteilungsleiter im Konsulat der USA , später im Verlagsbuchhandel in Leipzig tätig. Er war ein Freunder der Drucker-Familie, insbesondere von Heinrich Drucker
Quelle: Drucker, Briefe 9d, 10, 11, 12

Hertling, Georg Freiherr von
(31.08.1843 Darmstadt 04.01.1919 Ruhpolding), Rechtsphilosoph und Politiker
H. war seit 1882 Professor für Rechtsphilosophie in München. Im Jahr 1912 wurde er zum bayrischen Ministerpräsidenten gewählt. 1917/18 war er kurzzeitig Reichskanzler und preußischer Minister­präsident. Ein Jahr später veröffentlichte H. seine „Erinnerungen aus meinem Leben“.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 103, 185

Herzfelder, Felix
(15.10.1863 Speyer 05.10.1944 Haifa), Dr. jur., Geheimer Justizrat, Rechtsanwalt und Fachbuchautor
H. war Rechtsanwalt in München und DAV-Vorstandsmitglied.
Quelle: Drucker, Briefe 14a; Weber, Jüdische Rechtsanwälte in Bayern, S. 235

Hesse, Hermann
(04.10.1893 in Nordhausen ?) Dr. jur., Rechtsanwalt
Sohn des Lehrers Hermann Hesse, Rechtsanwalt in Leipzig, lebte nach 1945 in Lindenau/Kissinge
Quelle: Drucker, Briefe 28

Hezel, Kurt Heinrich Georg
(19.05.1865 Marienberg – 21.12.1921 Leipzig) Rechtsanwalt, Strafverteidiger, Dr. jur., Justizrat
H. war der Sohn des Kaufmanns und Stadtrats Friedrich Emil H. (1830-1910). Nach seinem Studium ließ er sich in Leipzig als Anwalt nieder, wo er sich sehr bald den Ruf eines herausragenden Strafverteidigers erwarb. H. war ein lebenslanger enger Freund von M.D. Als Begründer der Bungonen hatte er sich insbesondere in Künstlerkreisen großes Ansehen erworben.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 143, 185; Drucker, Briefe 0

Hilpert, Helene (?)
Mitarbeiterin im Notariat der Kanzlei Drucker, Eckstein & Cerf; Tochter des Bauführers Oberingenieur Curt Hilpert, Steubenstraße 83? Lt. AB 1949 Straßenbahnschaffnerin
Quelle: Drucker, Briefe 118, 119

Hinrichsen, Robert
(29.09.1863 Güstrow 17.10.1926 Rostock), Justizrat, Dr. jur., Rechtsanwalt  und Notar in Güstrow
H. wurde als Robert Cohen geboren. Hinrichsen war der Mädchenname seiner Mutter, der er 1892 bei seiner Taufe annahm.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 45; Lebenserinnerungen, S. 144

Hinrichsen, Walter
(23.09.1907 Leipzig 21.07.1969 New York City), Musikverleger
Quelle: Drucker, Briefe 59

Hodenberg, Hodo von
(13.04.1887 Leipzig 26.12.1962 Celle), Rechtsanwalt, OLG-Präsident
Quelle: Drucker, Briefe 14b, 105

Hoffmann, Therese
* 24.05.1907 Leipzig?, Dr. phil. (Leipzig 1932)
H. war die Tochter des Oberstudiendirektors Prof. Dr. Ernst Hoffmann. Sie studierte ab 1926 in Leipzig Germanistik und Geschichte. Sie promovierte über „Das klassisch-frühromantische Frauenideal“. H. wohnte 1943 mit ihrem Vater in der Kaiser-Wilhelm-Wilhelm-Straße 7/II. Keine weiteren Angaben.
Quelle: Drucker, Briefe 95

Hofmann, Emil Curt
(3.6.1890 Leipzig 1951) Dr. jur., Verlagsbuchhändler
Leiter des Verlags von Otto Beyer. Eigentümer der Villa Raschwitzer Straße 18 in Markkleberg. Nachdem der Verlag 1946 enteignet worden war, ging H. nach Hannover.
Quelle: Drucker, Briefe 88

Holldack, Hans
(22.08.1879 Königsberg 11.08.1950 Leipzig), Prof., Dr. phil., Agrarwissenschaftler
H. war der Bruder des Juristen Felix Holldack.
Quelle: Drucker, Briefe 107

Hollenberg, Wilhelm
(11.09.1820 Mülheim an der Ruhr 02.10.1912 Godesberg), Pastor
H. war seit 1853 Pfarrer in der neu geweihten „Kirche auf dem blauen Berg“ in Leverkusen. Er begründete im Jahr 1861 „Hollen­bergs höhere Bür­gerschule“ in Waldbröl. Im Jahr 1899 gab er die Leitung der Schule ab. Sein Hebräisches Schulbuch, später bearbei­tet von Karl Budde, er­schien im Jahr 1971 in der 26. Auflage.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 88, 185

Horn, Carl
Rechtsanwalt in Berlin
H. wurde 1931 in der Vorstand der Rechtsanwaltskammer Berlin und 1933 zum stellv. Vorsitzenden des Berliner Anwaltverein gewählt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 157

Hoyer, Hellmuth
(13.10.1902 Leipzig ?), Rechtsanwalt in Dresden
H. war der Sohn des LGD Dr. jur. Arthur H. (* 08.12.1870 Geringswalde) in Dresden.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 96

Hüllemann, Karl
(19.11.1842 Greiz 03.02.1916 Leipzig), Dr. phil., Lehrer
H. war 1863 Abiturient an der Thomasschule und von 1877 bis 1907 dort als Professor tätig.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 88, 89, 185

Jacob, Mathilde
(08.03.1873 Berlin – 14.04.1943 KZ Theresienstadt), Stenotypistin, Übersetzerin
J. war die langjährige Sekretärin und Vertraute von Rosa Luxemburg. Sie rettete Teile ihres Nachlasses.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 42; Lebenserinnerungen, S. 136, 187

Jacobson, Hermann Albert
(05.01.1875 Leipzig 17.10.1941 Leipzig), Dr. jur., Rechtsanwalt
J. war mit RA Heinrich Barban asoziiert.
Quelle: Drucker, Briefe 81a; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 393 f.

Jacoby, Alfred
(11.09.1893 Leipzig 11.11.1946 Rio des Janeiro), Dr. jur., Landgerichtsrat, Rechtsanwalt
J. war seit 1922 Landgerichtsrat und seit 1925 Rechtsanwalt in Leipzig. 1936 floh er über Prag nach Brasilien.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 65; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 394 f.

Jacoby, Kurt
(1893 Insterburg August 1968 New York), Verleger
Schwiegersohn von Leo Jolowicz (1868-1940), Mitgesellschafter der Akademischen Verlagsgesellschaft und Martha geb. Finkelstein.
Quelle: Drucker, Briefe 32, 33

Jaffé, Richard
(08.05.1885 Surbiton/England ?), Dr. jur., Rechtsanwalt, Landgerichtsrat
Quelle: Drucker, Briefe 50, 51; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 399 f.

Jadassohn, Josef
(30.07.1869 Leipzig 17.09.1899 Leipzig), Medi­ziner
J. war der älteste Sohn von Salomon Jadassohn (1831-1902), Komponist und Professor am Leipziger Konservatorium. Er studierte Medizin in Leipzig (1895/97). Sein Grab, wie das seiner Eltern, befindet sich auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Berliner Straße.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 69, 186; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 398

Jastrow, Ignaz
(13.09.1856 Nakel – 1937 Berlin), Professor, Dr. jur., Wirtschaftshistoriker, Nationalökonom
J. war seit 1885 Dozent der Staatswissenschaften und später Professor für Verwaltungswissenschaft in Berlin. Er war der Begründer der deutschen Arbeitsmarktstatistik und Leiter der „Jahresberichte der Geschichtswissenschaft. Zudem war er Herausgeber verschiedener Zeitschriften. Im Jahr 1936 wurde ihm die Lehrbefugnis entzogen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 140, 186

Joel, Maria (abweichend: Joël)
Freundin von Gertud Landsberg und Martin Drucker
Quelle: Nachlass Martin Drucker Gertrud Landsberg 15, 17

Jolowicz, Leo
siehe unter Kurt Jacoby

Joske, Erich
(19.04.1895 Weißenfels 22.12.1985 Marin County/USA), Dr. jur. , Rechtsanwalt
J. war seit 1922 als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen. Er war mit Erich Cerf und seiner Familie befreundet.
Quelle: Drucker, Briefe  5 a-b

Jung, ?
Rechtsanwalt in Sachsen
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 96

Jungmann, Franz Emil
(06.08.1846 Sangerhausen 08.04.1927 Dres­den), Dr. phil., Professor, Geheimer Studienrat
J. war Honorar­professor an der Universität Leipzig und Rektor an der Thomasschule von 1881-1917. Nach seinem Tod wurde in Leipzig-Wahren eine Straße nach ihm benannt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 61 f., 82, 96, 98, 186

Kästner, Alfred
(12.12.1882 Leipzig 12.04.1945 Lindenthal), Kommunist, Widerstandskämpfer
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 68

Kaufmann, Arthur
(08.11.1901 Leipzig 10.07.1978 Richmond/England), Rechtsanwalt
K. war seit 1927 Rechtsanwalt in Leipzig, die Zulassung wurde him 1933 entzogen. Er wanderte im gleichen Jahr nach England aus.
Quelle: Drucker, Briefe 78, 79; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 417 f.

Kaufmann, Willy
(01.08.1874 Melsungen 27.11.1942 Jersualem), Rechtsanwalt
K. war seit 1901 als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen, 1935 wurde er aus der Anwaltsliste gelöscht und wanderte nach Palästina aus. K. war der Onkeln von Arthur Kaufmann.
Quelle: Drucker, Briefe 78, 79; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 418 f.

Kisch, Wilhelm
(12.12.1874 Diedolshausen 09.03.1952 München), Geheimrat, Zivilrechtler
Quelle: Drucker, Briefe 71a

Kißkalt, Wilhelm
(21.10.1873 Würzburg 14.02.1958 München), Geheimrat, Versicherungsrechtler
Quelle: Drucker, Briefe 71a

Klein, Karl
(02.11.1870 Naumburg Wisselsheim), Dr. phil., Direktor
Cousin Martin Druckers
Quelle: Drucker, Briefe 20, 21, 21a-c

Kleine, Heinz
Rechtsanwalt in Berlin
Sozius von Carl Langbehn, nach 1945 Mitarbeiter im Verlag Lambert Schneider
Quelle: Drucker, Briefe 9a

Klemperer, Victor
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 5

Klien, Georg
(19.06.1877 Mügeln ?), Dr. jur., Rechtsanwalt (1904) und Notar
K. war der Sohn eines Oberamtsrichters und der  Vater des Verwaltungsjuristen Wolfgang Klien.
Quelle: Drucker, Briefe 62

Klinger, Max
(18.02.1857 Leipzig 04.07.1920 Großjena), Grafiker und Bildhauer
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 15

Knauth, Elisabeth (Lis)
(1894 New York 1954 New York), Pianistin, Komponistin, Übersetzerin und Lehrerin
K. war die Tochter von Manuel K. (* 15.04.1854 Leipzig) und dessen Ehefrau Bertha geb. Kropp (* 1865 Aachen). Ihr Großvater Franz Theodor Knauth (1803-1874) war der Gründer des Leipziger Bankhauses Knauth, Nachod & Kühne. Sie hatte drei Schwestern. K. war eine enge Freundin von Gertrud Landsberg und Taufpatin ihres Sohnes Dieter Bergmann (1920-1997). Sie war u. a. Lehrerin von Ruth Bodenstein-Hoyme (1924-2006).
Quelle: Drucker, Briefe 150

König, Eduard
(15.11.1846 Rei­chenbach i.V. – 10.02.1936 Bonn), Dr. phil., Dr. theol., Geheimer Konsistorialrat
K. war von 1876 bis 1888 Lehrer an der Thomas­schule. Er habili­tierte sich 1879 in Leipzig, und erhielt hier 1885 eine außeror­dentliche Professur. Im Jahr 1888 wurde K. nach Rostock berufen. Von dort ging er 1900 nach Bonn, wo er eine Professur für alttes­tamentarische Exegese innehatte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 89, 186

Koepp, Arthur
(03.05.1872 Leipzig 12.01.1940 Leipzig), Chemiker
Sein Vater Johann Heinrich K. war Generalbevollmächtigter der westdeutschen Versicherungsbank Essen und Bevollmächtigter der Deutschen Bank in Leipzig. K. studierte Chemie in Leipzig. Später war er Inhaber der Vasenol-Werke Dr. Arthur Koepp AG Leipzig. Von ihm sind folgende Druckschriften nachweisbar: Die sozialen Aufga­ben der Krankenkassen (1928), Merkblatt für Mütter und Pflegemütter (1925), Warum ist die Apotheke der Reklamewerbung verschlossen? (1928)
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 48, 186

Köst, Ewald
(10.08.1908 Leipzig ?), Dr. jur, Rechtsanwalt
K. war der Sohn des OLG-Präsidenten Fritz Köst in Dresden. Er war juristischer Fachautor udn gab. u.a. ein Juristisches Wörterbuch heraus.
Quelle: Drucker,  Briefe 22 bis 25

Kohler, Josef
(09.03.1849 Offenburg 03.08.1919 Charlottenburg), Universaljurist
Der auch international hoch geachtete K. war der bedeutendste deutsche Jurist seiner Zeit. Er veröffentlichte u. a. ein Lehrbuch des Konkursrechts (1891) und des Bürgerlichen Rechts (1906/19).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 33, 186

Kolbe, Oskar
(24.07.1900 Meuselwitz ?), Dr. jur., Rechtsanwalt, KPD-Funktionär
Sohn des Zugführers Maximilian Kolbe; KPD-Stadtverordneter; 1933 kurzzeitige Verhaftung, danach Denunziant der Gestapo; nach 1945 Wiederzulassung als Rechtsanwalt in Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 37

Kraemer, Gustav
(01.06.1842 Halberstadt 09.02.1915 Berlin), Pro­fessor, Dr. phil., Chemiker, Generaldirektor
K. erlernte den Apothekerberuf und studierte dann an der Bergakademie und der Berliner Universität. Hier promovierte er 1870 bei August Wilhelm Hofmann. Er war dann in der Chemischen Fabrik C. A. F. Kahlbaum tätig. 1880 wurde K. Direktor der Teer­verarbeitungswerke J. Rütgers in Berlin. Er war Vorstandsvorsit­zender der chemischen Berufsgenossenschaft.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 37, 186 f.; Drucker, Briefe 14b, 105

Kraemer, Wilhelm
(28.07.1874 Berlin – 06.11.1956 Berchtesgaden), Dr. jur., Rechtsan­walt
K. war der Sohn des Chemikers Gustav K. Er war an den Landgerichten Berlin I bis III von 1902 bis 1922, dann bis 1925 am Kammergericht und schließlich seit 1925 am Reichsgericht als Rechtsanwalt zugelassen. K. war von 1914 bis 1926 auch Notar in Berlin. Er war verheiratet mit Luise Köller und Vater von drei Kindern. Er nahm aktiv am Ersten Weltkrieg teil. K. ging am 06.02.1945 wegen der Bombenan­griffe auf Leipzig nach Berch­tesgaden, wo er seit 1930 ein Landhaus besaß. Be­reits am 16.10.1945 beantragte er in Berchtesgaden seine Zulassung als Rechtsanwalt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 37, 187

Krenkel, Erich
(04.12.1880 Reichenau 1964), Prof. Dr. jur., Dr. phil., Geologe
Quelle: Drucker, Briefe 107, 108, 109

Krenzlin, Hans-Hellmuth
(29.08.1899 Berlin 25.08.1869 Altensteig/Calw)
Sohn von Adelheid geb. Rocholl (1872-1945), eine Cousine von Martin Drucker; Pressechef der O.N.S., NSKK-Obergruppenführer. Hans-Peter Krenzlin (1934-1995) war sein Sohn.
Quelle: Drucker, Briefe 52 bis 55, 98, 99

Kroch, Hans
(03.06.1887 Leipzig 07.02.1970 Jerusalem), Bankier
Quelle: Drucker, Briefe 77a

Kröer, Carl Hermann
(? 16.01.1901 in Leipzig), Kaufmann
K. war seit 1880 Mitinhaber der Weinhandlung „Röhß & Kiesgen“, die ihren Sitz damals in der Schlossgasse 24 hatte, K. war mit Juliane Therese geborene Trageles verheiratet. Sie hatten drei Kinder (Marie, Milly und Theodor).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 187; Drucker, Briefe Nr. 86 (Milly verh. Wünschmann)

Kröner, Alfred
(26.02.1861 Stuttgart – 02.01.1922 Berlin), Verleger
K. war der Sohn des namhaften Verlegers und Vorsitzenden des Börsenvereins Deutscher Buchhändler Adolf Gustav von K. (1839-1911). Er begann zunächst eine militärische Laufbahn, die er 1882 quittierte, um eine buchhändlerische Ausbildung zu beginnen.
K. gründete 1904 in Stuttgart einen Verlag, der seinen Namen trug. Er veröffentlichte als erster die Werke Friedrich Nietzsches, was zum Streit mit seinem Vater führte. Er verlegte deshalb den Verlag 1907 nach Leipzig. Hier begründete er 1908 die preiswerten Taschenbuchausgaben, deren Maße zum Musterformat fast aller Taschenbuchverlage geworden sind. K. setzte die Preisbindung der Bücher durch. 1937 kehrte der Verlag wieder nach Stuttgart zurück.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 137, 187

Küchenmeister, Max
(04.07.1849 Braunschweig 10.10.1918 Leipzig), Professor, Studienrat
K. war seit 1874 Lehrer an der Thomas­schule. Er war gleichzeitig Inspektor des städtischen Turnwesens.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 68, 187

Küstner, Paul
(02.07.1896 Giebichenstein 12.04.1945 Lindenthal), Kommunist, Widerstandskämpfer
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 68

Kuntze, Johannes Emil
(25.11.1825 Grimma – 11.02.1894 Leipzig) Professor, Dr. jur., Geheimer Hofrat, Advocat
K. hatte sich 1851 in Leipzig ha­bilitiert. Er leitete 1869 die kon­stituierende Versammlung der Inneren Mission in Leipzig, zu deren Vorsitzenden er gewählt wurde. Er behielt dieses Amt inne bis zu seinem Tode. K. war ein Neffe von Gustav Theodor Fechner, dessen erste umfassende Biographie er 1892 veröffentlichte. Er lebte seit seinem 10. Lebensjahr als Pflegesohn bei den Eheleuten Fechner.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 107, 187

Kurlbaum, Alfred Adolf
(08.04.1868 Magdeburg – 26.08.1938 Leipzig) Dr. h.c. (Leipzig 1929), Justizrat, Rechtsanwalt
K. war als Rechtsanwalt am Reichsgericht zugelassen. Er war von 1920 bis 1924 Vorstands­vorsit­zender des DAV, zu dessen Ehrenmitglied er ernannt wurde. K. war in zweiter Ehe verheiratet mit der Kunsthistorikerin und Schriftstellerin Margarete geb. Siebert.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 47, 51; Lebenserinnerungen, S.150, 187

Kurzwelly, Martin
(1831 Chemnitz 1882 Leipzig). Dr. med., Arzt in Leipzig
Sohn des Kantors Christoph Friedrich Albert K. (1772- um 1864) in Chemnitz, später in Grimma; K. studierte wie seine drei Brüder in Leipzig.
Er war verheiratet mit Thekla Cäcilie geborene Heinig und der Vater von Johannes K. (25.02.1867 Leipzig-17.09.1922 Leipzig), Kunsthistoriker; Prof. Dr. phil. Albrecht K.  (20.01.1868 Leipzig-08.01.1917 Leipzig)  Gründungsdirektor des stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig; Alexander K. (* 22.07.1869 Leipzig), Professor am Gymnasium in Plauen; Dr. phil. (Leipzig 1902) Walther K. (* 28.02.1875 Leipzig) und Dr. med. Ludwig K. (* 12.10.1877 Leipzig), Arzt in Leipzig; alle Söhne besuchten die Thomasschule.
K. ein Freund Martin Drucker sen. und der Taufpate seines Sohnes Martin Drucker jun.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 24; Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 24

Lahse, Franz Louis
(1837-16.07.1913 Belgern), Oberlehrer
1858 Lehrer in Belgern, von 1864 bis 1907 Lehrer in Leipzig an der 1. Bürgerschule für Knaben, an der 3. Bezirksschule, an der 2. Städtischen Fortbildungsschule für Knaben und an der Fischerschen Lehranstalt; Vater des Lehrers Dr. phil. Erich Lahse (* 1876 Leipzig) und des Anstaltsarztes in Eberswalde Martin Lahse (* 1874 Leipzig).
L. war vom 2. bis zum 4. Schuljahr der be­liebte, bereits ältere Klassenlehrer von Martin Drucker.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 53, 54

Landsberg, Alfred
(23.04.1887 Wiesbaden 02.08.1964 Tel Aviv), Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar
L. war seit 1913 als Rechtsanwalt in Wiesbaden zugelassen. Er war bis 1933 Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt. Er emigrierte nach Palästina.
Quelle: Drucker, Briefe 14b; Faber/Rönsch, Wiesbadens jüdische Juristen, S. 117-119

Landsberg, Gertrud Helene
(18.12.1894 Posen Mai 1988 Kalifornien), Dr. phil., Musiklehrerin
L. war als Tochter des jüdischen Rechtsanwalts und Notars JR Dr. Adolf Landsberg (1861-1940) und dessen Ehefrau Elly geborene Mockrauer (1873-1944) geboren. Die Mutter wurde Opfer des Holocaust. Die Familie war nach dem Ersten Weltkrieg von Posen nach Naumburg verzogen, wo der Vater wieder eine erfolgreiche Anwaltspraxis betrieb. Der Mediziner Otto Guttentag (1900-1992) war ihr Cousin.
L. war mit Prof. Ernst Bergmann (1881-1945) verheiratet, mit dem sie zwei Söhne, Ulrich (1918-1940, gefallen) und Dieter Bergmann (1920-1997), hatte. Martin Drucker vertrat sie 1924 im Ehescheidungsverfahren. Die beiden Söhne wurden dem Vater zugesprochen. L. floh 1939 über die Niederlande nach England. 1952 wanderte sie zu ihrem Sohn Dieter in die USA aus.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 166; Drucker, Briefe 150, 151; Landsberg, Briefe 17; Dieter W. Bergman, Zwischen Stuhl und Bank. Nicht zur Ausrottung bestimmt. Autobiographie, Norderstedt 2019

Landsberg, Konrad
(24.03.1901 Posen 1956), Dr. jur., Rechtsanwalt
L. war der Sohn des Rechtsanwalts  JR Adolf L. (1861-1940) und Bruder von Gertrud L. Er war bis 1933 als Rechtsanwalt in Naumburg in der Praxis seines Vaters tätig und emigrierte im gleichen Jahr nach Schevingen/Holland.
Quelle: Drucker, Briefe 106

Langbehn, Carl Heinrich
(06.12.1901 Padang-Bedagei 12.10.1944 Berlin-Plötzensee), Rechtsanwalt
Quelle: Drucker, Briefe 9a

Lange, Dora
Quelle: Drucker, Briefe 124

Lange, Walther
(06.01.1886 Leipzig ?), Dr. jur., Landgerichtsdirektor in Leipzig
L. war der Sohn des Sparkassenhauptkontrolleurs Max Lange. Er lebte 1945 nicht mehr in Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 80, 81a

Langerhans, Georg
(23.09.1870 Frankfurt an der Oder 08.03.1918 Köpenick)
L. entstammte einer namhaften Berliner Familie, aus welcher ver­dienstvolle Kommunalpolitiker und Ärzte hervorgingen. Sein Vater war der Reichsgerichtsrat Wilhelm Hermann Heinrich L. (1816-1902). Sein Großvater war der erste Berliner Stadtbaurat Friedrich Wilhelm L. (1780-1851), welcher Stadtältester (1850) Berlins war. Nach seinen Plänen wurde u. a. 1827 der jü­dische Friedhof in der heutigen Schönhauser Alle angelegt. L. war Albertiner und studierte Jura in Leipzig (1892). In die Geschichte ist L. vor al­lem durch seine Verwicklung in die Vorgänge um den „Hauptmann von Köpenick“ eingegangen, da er dort seit 1904 der Bürgermeister war. L. wurde 1915 als Soldat einberufen. Er fiel kurz vor Kriegsende.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 28 f.; Lebenserinnerungen, S. 69 f., 101 ff., 105 f., 188

Langerhans, Paul
(15.09.1906 Leipzig ?), Dr. jur., Rechtsanwalt, Staatsanwalt
L. war der Sohn des Sanitätsrats Dr. med. Ernst L. (* 1865), Neffe von Georg L., Enkel des RGR Wilhelm L. und Bruder von Lilli Conrad geb. L. Er war Referendar bei  Martin Drucker, wurde NSDAP-Mitglied und war nach 1933 zeitweilig Staatsanwalt bei einem Sondergericht. L. lebte nach 1945 in Rendsburg.
Quelle: Drucker, Briefe 36a, 37, 38, 38a-c

Lanner, Joseph
(12.04.1801 Wien 14.04.1843 Oberdöbling), öster­reichischer Komponist
L. begründete neben Johann Strauß (Vater) ide Popularität des Wiener Walzers
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 45, 188

Lasker, Eduard
(14.10.1829 Jarotschin 05.01.1884 New York/USA), Politiker, Rechtsanwalt
L. war ein führender liberaler preußischer Abgeordneter.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 106

Laue-Mitter, ? Frau
Gemeint war vermutlich die Ehefrau von Hermann Mitter, Inhaber der Großhandlung für Tapeten und Linoleum am Neumarkt 24.
Quelle: Drucker, Briefe 7, 85

Lehmann, Irmgard
L. war von 1931 bis 1935 Stenotypistin in der Kanzlei Drucker, Eckstein & Cerf.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 64

Leonhardi, Margarethe (Gretel)
(10.10.1877 Minden Berlin?)
L., geborene Rocholl war die Schwester von Adelheid Krenzlin und Marie Rocholl und eine Cousine von Martin Drucker. Sie starb vor ihrer Schwester Adelheid, also vor dem 06.06.1945.
Quelle: Drucker, Briefe 99

Leupolt, Paul Oskar
(03.06.1897 Leipzig ?), Dr. jur., Rechtsanwalt in Dresden
L. war der Sohn des Lehrers Arthur L. in Leipzig. NSDAP-Mitglied
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S.

Leibniz, Gottfried Wilhelm von
(01.07.1646 Leipzig 14.11.1716 Hanno­ver), Philosoph und Universalgelehrter
L. besuchte die Niko­laischule und studierte in seiner Vaterstadt. Als die Juristische Fakultät dem noch nicht Zwanzigjährigen die Doktorwürde „wegen allzu großer Jugend“ verweigerte, verließ er verärgert die Stadt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 99, 188

Leimbach, Karl
Generalmajor, Ritter etc.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 134

Leppoc, Albert
(23.03.1806 Braunschweig 06.10.1875 Leipzig), Kaufmann, Stadtverordneter
L. war der langjährige Geschäftspartner von Siegmund Drucker (1801-1874). Er ließ sich 1847 taufen. L. war einer der Taufpaten von Martin Drucker sen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 14; Lebenserinnerungen, S. 11 ff., 189

Lentsch, Carl
Kaufmann, Sachverständiger
L. war seit 1893 Mitinhaber der 1835 in Breslau gegründeten Rauchwarengroßhandlung Heinrich Lomer am Brühl 42, der sogenannten „Pelzkirche“. Das Unternehmen ging 1930 in die Insolvenz.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 122

Levi, Friedrich
(06.02.1888 Mühlhausen 01.01.1966 Freiburg), Prof. Dr. phil. Mathematiker
Quelle: Drucker, Briefe 107

Lichtenhahn, Carl
(1865 Basel 10.11.1939 ebda.), Dr. jur., Advokat
L. studierte 1887/88 Jura in Leipzig. Er war  ehrenamtlicher Präsident der Casinogesellschaft und der Gesellschaft des Stadttheaters in Basel.
Quelle: Drucker, Briefe 105

Lichtenstein, Leon
(16.05.1878 Warschau 21.08.1933 Zakopane), Prof., Dr. Ing., Mathematiker
Quelle: Drucker, Briefe 107

Liebknecht, Karl
(13.08.1871 Leipzig 15.01.1919 Berlin), Sozialistenführer, Jurist
L. war ein Freund Martin Druckers seit Kindheitstagen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29, 31; Lebenserinnerungen, S. 130

Lifschitz, Leo                            
Kaufmann, Rauchwarenhändler
L. war mit Paul Gelberg Mitinhaber der Rauchwarenfirma L. Lidschitz & Co am Brühl 27. Er war Besitzer des Geschäftshauses „Blaue Hand“ im Ranstädter Steinweg 28-32.
 Quelle: Lebenserinnerungen, S. 119 ff.

Lindenmeyer, Heinz
genannt Poppele/Papeele, Schüler, später Lehrer an der Schule Schloß Salem, Freund von Peter Drucker und Heiner Ackermann
Quelle: Drucker, Briefe 49b

List, Erich
(13.11.1905 Leipzig – 10.12.1962 Frankfurt am Main) Rechtsanwalt und Notar.
L. war seit April 1929 als Referendar in der Kanzlei Drucker, Eckstein, Cerf tätig und gleichzeitig als wis­senschaftlicher Hilfsarbeiter in der Hauptgeschäftsstelle des DAV beschäftigt. L. nahm 1931 seine Anwaltstätigkeit in der Kanzlei seines Vaters Hugo L. (1871-1944) auf. Die Rechtsanwaltszulassung wurde jedoch bereits 1933 wegen seiner „jüdischen Abstammung“ widerrufen. Nach 1945 erfolgte in Leipzig seine Wiederzulassung. Da sich die po­litischen Verhältnisse in Leipzig für ihn unerträglich wurden, kehrte er im Januar 1950 von einer Besuchsreise in Frankfurt am Main nicht zurück, wo er zunächst für die Jewish Agency of Palestine arbeitete, welche sich um die Geltendmachung von Restitutionsan­sprüchen emigrierter Juden bemühte. Im Juli 1952 wurde L. in Frankfurt als Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht zugelassen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 168, 188; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 476 f.

Lister, Josef
(05.04.1827 Upton/Es­sex 10.02.1912 Walmer/Graf­schaft Kent), Baron (seit 1897), Chirurg
L. führte die Methode der Antisepsis ein, indem er den Patienten Karbol-Kompressen verordnete und Karbolspray in die Luft von Ope­rationssälen sprühte. Er konnte dadurch die Zahl der damals außer­ordentlich häufigen Wundinfektionen deutlich verringern. Der be­rühmte Chirurg sagte öffentlich: „Es gibt nichts verächtlicheres als den Haß gegen die jüdische Rasse.“
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 17, 188

Litt, Theodor
(27.12.1880 Düsseldorf – 16.07.1962 Bonn), Professor, Dr. phil. (Bonn 1904), Philosoph und Pädagoge
L. studierte von 1899-1904 alte Sprachen, Geschichte und Philosophie in Bonn. Nachdem er seine in lateinischer Sprache verfasste Dissertation erfolg­reich verteidigt hatte, wirkte er zunächst als Oberlehrer in Köln. Bereits 1919 erhielt L. eine außerordentliche Professur in Bonn. Schon ein Jahr später wechselte er nach Leipzig, wo er in der Nachfolge von Eduard Spranger den Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik übernahm. Seine Leipziger Lehrtätigkeit endete 1937 unter dem Druck der Nationalsozialisten mit seiner frühzeitigen Versetzung in den Ruhestand. 1931/32 war L. Rektor der Leipziger Universität. Nach 1945 nahm L. seine Lehrtätigkeit an der Leipziger Universität wieder auf, wo er aber bald mit den neuen kommunistischen Machthabern kollidierte. Deshalb wechselte er bald wieder nach Bonn, wo er eine Professur für Philosophie und Pädagogik übernahm.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 160, 189

Loeb, Walter
(12.05.1895 Mannheim 28.03.1948), Bankier, SPD-Politiker
L. war von 1922 bis 1924 Präsident der Thüringer Staatsbank. Er emigrierte 1933 nach Amsterdam und später nach London.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 140

Loewe, Carl
(30.11.1796 Löbejün 20.04.1869 Kiel), Kantor, Komponist
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 44

Lorenz, Gerhard
(03.09.1889 Leipzig ?), Dr. jur., Richter
L. wurde 1935 zum Präsidenten des LG Leipzig ernannt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 157, 162

Luxemburg, Rosa
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 42

Magnus, Julius
(06.09.1867 Berlin – 15.05.1944 Theresienstadt), Ju­stizrat (1914), Dr. h.c. (1921, 1929), Rechtsanwalt (1898) und No­tar (1920)
M. war von 1915 bis 1933 Schriftleiter der Juristischen Wochenschrift. Das Notariat wurde ihm bereits 1933 entzogen. Als Rechtsanwalt war M. offenbar noch bis 1938 zugelassen. 1939 floh er nach Holland, von wo er nach Westerbork verschleppt und letztend­lich nach Theresien­stadt verbracht wurde. Dort ist M. nach Augen­zeugenberichten ver­hungert.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 47, 69 ff.; Lebenserinnerungen, S. 146, 157, 189; Drucker, Briefe 14a, 14b

Mannsfeld, Carl Emil
(15.11.1865 Annaberg – 14.02.1945 Dresden), Dr. jur. (Leipzig 1891), Geheimer Rat, Richter, Justizminister
M. war der Sohn des Oberamtsrichters Ernst Friedrich M. (1830-1892), der 1872 nach Leipzig versetzt wurde. 1896 heiratete er Betty Drucker (1875-1957), die Schwester von Martin Drucker. Ein Jahr später wurde M. zum Amtsrichter, drei Jahre später zum Landrichter in Leipzig ernannt. Ab 1906 war er am OLG Dresden tätig, zu dessen Präsident er schließlich 1922 ernannt wurde. Von 1929 bis 1933 war er parteiloser sächsischer Justizminister. M. schied mit dem von Manfred von Killinger erzwungenen Rücktritt am 11. März 1933 aus der Regierung aus. Am Folgetag der Bombenangriffe auf Dresden wurde M. während der Suche nach seinen Kindern getötet. Seine Frau Betty überlebte schwer verletzt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 31; Lebenserinnerungen, S. 130, 141, 164, 189, Drucker, Briefe 99, 111 (Betty M.), 112, 116a

Mannsfeld, Karl Ernst Waldemar
(19.04.1855 Schwarzenberg 02.01.1915), Amtsgerichtsrat in Marienberg
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 109, 189

Martens, Kurt
(21.07.1870 Leipzig – 16.02.1945 Dresden), Jurist, Schrift­steller
M. war der Sohn des Regierungsrates Oskar Martens (1834-1882) Seine Auto­biographie „Schonungslose Kritik“ er­schien in zwei Bänden zwischen 1921 und 1924. M. studierte Jura in Berlin, später wieder in Leip­zig (1893/94). 1897 leitete M. die „Literarische Gesellschaft“ in Leipzig. Er lädt in diesem Jahr Frank Wedekind zu einem Vortrag nach Leipzig ein. 1906 wurde er Redakteur bei den „Münchner Neueste Nachrichten“. M. war ein Freund von Thomas Mann, mit dem er einen umfangreichen Briefwechsel führte. Er war Mitherausgeber der Zeit­schrift über Bücher, Kunst und Lebensstil „Der Zwiebelfisch“. Seine weiteren Romane sind heute weitgehend vergessen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 100 f., 189 f.

Mau, Hermann
(01.07.1913 Hoyerswerda 25.10.1952 Pforzheim), Historiker
Quelle: Lebenserinnerungen, S.  131; Drucker, Briefe 9d

Maurenbrecher, Wilhelm
(22.04.1870 Königsberg 02.11.1929 Dortmund?), Schauspieler, Theaterdirek­tor
M. war der Sohn des gleichnamigen Historikers (1838-1892) und war 1889 Abiturient der Thomasschule. Er studierte anschließend Philosophie in Leipzig und wurde später Theaterdi­rektor in Düsseldorf. Sein jüngerer Bruder Max M. (1876-1930) war Theologe und politischer Publizist. Er erregte 1905 mit seinem Buch „Die Hohenzollernle­gende“ Aufsehen. Er wandte sich später allerdings alldeutschen und antisemitischen Ideologien zu. Er war Landtagsab­geordneter in Sachsen für die Deutschnationale Volkspartei und Hauptschriftlei­ter der „Deutschen Zeitung“. Sein Bruder Otto M. war ebenfalls Schauspieler und Theaterintendant. Der ältere Bruder Prof. Dr. phil. Berthold M. (1868- 1943) wurde Altphilologe und war u. a. Rektor des Thesaurus linguae Latinae in München. Alle drei Brüder besuchten die Thomasschule.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 69, 73 ff., 81 f., 190

Mayrhans, Alois
M. und seine spätere Ehefrau Hedwig waren viele Jahr Hausangestellte bei der Familie von Martin Drucker in der Schwägrichenstraße 5.
Quelle: Drucker, Briefe 70, 71

Meixner, Albert
Kaufmann, Fabrikant
Inhaber einer Blusenfabrik in Plauen
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 127 f.

Melsheimer, Ernst
(09.04.1897 Neunkirchen 25.03.1960 Berlin), Professor, Generalstaatsanwalt
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 85; Drucker, Briefe 9

Melzer, Gustav
(25.04.1882 Straßburg 1956), Dr. jur., Rechtsanwalt in Leipzig
M. war der Sohn eines Kaufmanns in Leipzig. Er wurde 1909 als Rechtsanwalt in Leipzig zugelassen., Er war Stadtverordneter in Leipzig für die Aufwertungspartei und Mitglied des Stahlhelms sowie der NSDAP.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, Anlage 2 a; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 129, 367

Menkes, Marie verw. Fischer, geb. Apfelbaum
(18.12.1866 Klasno 1943 verschollen), Witwe
M. war eine Mandantin von Martin Drucker und Tante seines Sozius Erich Cerf. Sie wurde am 12.10.1943 nach Ravensbrück deportiert.
Quelle: Drucker, Briefe 78, 79; Bertram, Gedenkbuch, S. 504

Meyer, Herbert George
(21.09.1901 Leipzig 14.10.1952 Milwaukee), Dr. jur., Rechtsanwalt
M. war verheiratet mit Valerie geb. Breslauer, der Tochter des Bankiers Wilhelm Breslauer.
Quelle: Drucker, Briefe 77a; Lang, Zwischen allen Stühlen, S.503 f.

Meyer, Richard Moritz
(05.06.1860 Ber­lin 08.10.1914 Berlin), Pro­fessor, Literaturhistoriker
M. war jüdischer Herkunft. Er ist insbesondere als Goethe-Biograph hervorgetreten. Max Klinger schuf 1910 eine Marmorbüste seines Sohnes Reinhold, die im Jahr 2002 durch das Leipziger Bildermuseum an die Erben zurückgegeben wurde.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 21, 190

Miaskowski, August von
(26.01.1838 Per­nau/Livland 22.11.1899 Leipzig), Dr. jur. (1864 in Heidelberg), Nationalökonom
M. war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Er entstammte einer pol­nischen Adelsfamilie. Im Jahr 1866 ließ er sich in Riga als Hofgerichtsadvokat nie­der. M. verließ 1871 Riga und wandte sich in Deutschland der Natio­nalökono­mie zu. Er erhielt 1891 eine Professur in Leipzig als Nach­folger von Lujo Brentanos, die er bis 1897 innehatte. M. stand bis 1885 mit Fried­rich Nietz­sche in freundschaftlicher Verbindung. Sein Sohn Kurt M. (1869-1934) war kurze Zeit bis zu seinem Selbstmord Landge­richtspräsident in Leipzig. Der Jounalist und Schriftsteller Axel Eggebrecht (1899-1991) war sein Enkel.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 198, 190

Mittelstaedt, Hermann Gottfried Johannes
(03.06.1869 Altona – 25.01.1931 Leipzig), Dr. jur., Justizrat (1917), Rechtsanwalt
M. war der Sohn des Reichsgerichtsrats Otto Mittelstaedt (1834-1899). M. war zunächst seit 1900 als Amtsrichter am AG Leipzig tätig. Von dort wurde er ein Jahr später zum Landrichter beim hiesigen Landgericht ernannt. Doch schon seit 1902 war M. als Rechtsanwalt in Leipzig tätig. Im Jahr 1910 wurde er als Rechtsanwalt am Reichsgericht zugelassen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 44; Lebenserinnerungen, S. 141, 190

Mommsen, Theodor
(30.11.1817 Garding 01.11.1903 Charlottenburg), Historiker, Altertumsforscher
M. war der Sohn eines friesischen Pfarrers. Im Jahr 1848 kommt er als Professor für römisches Recht nach Leipzig, wo er 1850 wegen seiner demokratischen Gesinnung wieder entlassen wird. Es folgen Professuren in Zürich und Breslau. 1854/56 erschien „Die römische Geschichte“ in drei Bänden. 1861 übernahm M. die Profes­sur für Alte Geschichte in Berlin. Am 31.01.1874 wurde M. zum ordentlichen Professor an der juristischen Fakultät der Universität Leipzig er­nannt und bereits am 21.02.1874 auf sein Ansuchen wieder des Dienstes enthoben. 1874/75 war M. Rektor der Berli­ner Universität. Ms. Forschungen auf historischem, juristi­schem, numismatischem und epigraphischem Gebiet waren bahnbre­chend. Er war ein entschiedener Kämpfer gegen den Antisemi­tismus und bezeichnete die Judenhetze als eine nationale Schmach. M. war 1891 Mitbegründer des „Vereins zur Abwehr des Antisemitis­mus“. Er war Mitglied des preußischen Landtages und später auch des Reichstages. Im Jahr 1902 wurde ihm für seine „Römische Ge­schichte“ der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er ist bis heute der einzige Historiker, welcher jemals den Literaturnobelpreis er­hielt. 1994 wurde in Leipzig eine Straße nach M. benannt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 79, S. 191 f.

Montesquieu, Charles de Secondat, Baron de
(18.01.1689 Schloß La Brède 10.02.1755 Paris), Schriftsteller, Philosoph und Staattheoretiker
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 106

Müller, Kurt
Inhaber des Verlags Kurt Müller & Co., Mitbegründer der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands, Ortgruppe Leipzig-Stadt.
Quelle: Drucker, Briefe 87

Mutschmann, Martin
(09.03.1879 Hirschberg – 14.02.1947 Moskau), Unternehmer, NS-Politiker
M. war ein Spitzenfabrikant aus Plauen. Er war seit 1925 Gauleiter der NSDAP in Sachsen. Bis zum Bankrott seiner Firma 1931 leistete er an die NSDAP großzügige Spendenzahlungen. Seit 1930 war er Mitglied des Reichstages und ab 1933 Reichsstatthalter in Sachsen. 1935 wurde er zusätzlich sächsischer Ministerpräsident. Nach Kriegsende flüchtete M. Er wurde jedoch gefasst und den sowjetischen Besatzungstruppen übergeben. Nach ungesicherten Informationen soll er im Januar 1947 durch ein Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet worden sein.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 156, 191

Nachod, Friedrich (Fritz)
(04.10.1913 Leipzig 19. Juni 1992 New York)
N. war der einzige Sohn des Privatgelehrten und Kunstkritikers Dr. phil. Hans Nachod (1885-1958). Der Bankier und Philantrop Jacob Nachod war sein Urgroßvater und Konstantin von Hößlin sein Großvater mütterlicherseits.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 131; Drucker, Briefe 14aa, 14aaa

Nalopp, Paul
(11.08.1903 Leipzig ?), Dr. med.
N. war der Sohn des Sekretär beim Reichsausgleichsamt Paul Nalopp
Quelle: Drucker, Briefe 58

Nathanson, Leon
(09.12.1874 Kiew 21.12.1944 Santiago de Chile) Rechtsanwalt
Quelle: Lebenserinnerungen, S.  141

Neu, Karl Alfred Eugen
(21.12.1871 Reichenbach – 07.11.1969 Leipzig), Rechtsanwalt, Richter
N. war seit 1901 Rechtsanwalt in Leipzig. Im Jahr 1922 wurde er Präsident des hiesigen Amtsgerichts. Von Oktober 1923 bis Januar 1924 war N. sächsischer Justizminister. Bis März 1933 wirkte er als Abgeordneter für die SPD im Sächsischen Landtag. Nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes wurde N. zum Präsidenten des Landgerichts Leipzig berufen. Dieses Amt hatte er bis 1952 inne.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 167, 191; Drucker, Briefe 93, 94

Neumeyer, Karl
(19.09.1869 München 17.07.1941 ebda.), Professor, Rechtswissenschaftler
N. hatte seit 1908 eine Professur für Intrernationales Recht an der Universität München inne. Er wurde 1934 in den Ruhestand versetzt und beging im Angesicht der drohenden Deportation mit seiner Frau Selbstmord.
Quelle: Drucker, Briefe 14a

Oberhummer, Eugen
(29.03.1859 München – 04.05.1944 Wien) Privatdozent, Geograph und Altertums­wissenschaftler
O. war der Sohn eines Münchner Kaufmanns. Er studierte in München und Berlin. Dort war er zunächst Privatdozent bis 1892. In diesem Jahr wurde er außerordentlicher Professor in München. 1903 wechselte O. nach Wien, wo er eine ordentliche Professur der Geographie innehatte.  Er führte in Leipzig lediglich ein Kolleg über Ethnographie durch. O. hin­terließ Tagebücher seiner Reisen nach Zypern 1887 und 1891.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 103, 191

Oehler, Waldemar
(22.02.1858 Halle ?) Dr. phil., Professor,Ober­studienrat
O. war Schüler an der Lateinischen Schule in Halle (Franckesche Stiftungen) und seit Ostern 1884 Lehrer an der Thomasschule.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 89 f., 191 f.

Örtel, Karl
(* 1869 Leipzig ?), Oberstaatsanwalt
Sohn des Rechtsanwalts Carl Robert Oertel (* 1832 Eisenberg), Bruder von Robert Örtel; Schulfreund von Martin Drucker, Schwiegervater des Kapellmeisters Herbert Charlier.
Quelle: Drucker,  Briefe 60, 61

Örtel, Robert
(02.05.1873 Leipzig ?), Amtsgerichtsdirektor in Leipzig
Sohn des Rechtsanwalts Carl Robert Oertel (* 1832 Eisenberg), Bruder von Carl Örtel unds Vater des Kunsthistorikers Robert Oertel (1907-1981).
Quelle: Drucker,  Briefe 61

Ollendorff, Leo
Kaufmann
O. war der Schwiegersohn von Samuel Hodes (1856-1940) und Inhaber der Textilgroßhandlung L. Ollendorff GmbH am Neumarkt 3. Er emigrierte mit seiner Frau in die USA.
Quelle: Drucker, Briefe 30a, 31

Osterloh, Ernst Robert
(13.03.1813 im Plauen­schen Grund 20.08.1884 Leipzig), Dr. jur., Geheimer Hofrat, Advocat, Hochschullehrer
O. war seit 1850 Professor des sächsischen Rechtes und des Zivilprozesses und außerordentlicher Beisitzer des Appellationsgerichts. Seit dem Wintersemester 1873/74 war O. Vor­stand der Universitäts-Sängerschaft St. Pauli.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 21 f., 192

Ostwald, Wilhelm
(02.09.1853 Riga – 04.04.1932 Großbothen), Chemi­ker
O. hatte die Professur für physikalische Chemie an der Leipziger Universität von 1887 bis 1906 inne. Er erhielt 1909 den Nobelpreis für Chemie. Carl Drucker war ein enger Mitarbeiter von O. an der Universität und auch familiärer Freund.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 24, 33; Lebenserinnerungen, S. 134, 157, 192

Pappageorg, Peter
(20.12.1867 Wien 1944 Leip­zig), Kaufmann, Ge­neralkonsul
P. war 1889 Abiturient der Thomas­schule. Er war Generalkonsul für Griechenland in Leipzig. P. war als Prokurist der Fa. C. Pappá in Leipzig tätig. Er ver­öffentlichte aber auch 1912 ein Taschen­wörterbuch der neugriechischen und deut­schen Sprache.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 74, 192

Pelchrzim, Franz Cunibert Eugen von
Steuermann a. D., Ballettmeister, Tanzlehrer
P. entstammte einem alten schlesischen Adelsgeschlecht. Er war gemeinsam mit seiner Schwester Frieda von P. Inhaber eines Tanzlehrinstituts in der Emilienstraße 22.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 94

Petersen, Lorenz
Sprechschuldirektor
P. war Inhaber einer Berlitz-Sprachschule in Leipzig, welche er nach 1945 wieder eröffnete. Die Einrichtung war heftigen Anfeindungen ausgesetzt, weil eine Privatschule nicht „in die Landschaft  ostdeutscher Schulpolitik“ passte.
Quelle: Drucker, Briefe 56

Petschek, Ernst (später: Ernest Frederick)
(1887 – 1956), Dr., Unternehmer
P. war mit seinem Vater Ignaz P. seit 1926 Aufsichtsratsmitglied der Phönix AG. Im Jahr 1918 heiratete er Vera Caro. Als die Ehe 1928 geschieden wurde, entwickelte sich hieraus ein Rechtsstreit, der schließlich 1932 in eine Anklage ge­gen den früheren Schwiegervater Nicodem Caro führte.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 33, 43; Lebenserinnerungen, S.134, 138, 192

Petschek, Ignaz
(14.06.1857 Kolin/Böhmen – 15.02.1934 Aussig), Bankier, Großunternehmer
P. war der jüngste von drei Brüdern aus einer Familie von einflussreichen böhmischen Industriellen. Er war u.a. Inhaber der Aussi­ger Braunkohlenfirma Ignatz Petschek, welche in Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei umfangreiche Kohlenvorkommen besaß. Mit seinem Bruder Julius war er Gründer und Eigentümer der Privatbank Petschek & Co. in Prag.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 33; Lebenserinnerungen, S. 138, 192

Petschull, Johannes
(08.05.1901 Diez 09.01.2001), Musikverleger
P. arisierte den Musikverlag C. F. Peters.
Quelle: Drucker, Briefe 59

Pinner, Albert
(28.09.1857 Berlin – 05.01.1933 Berlin), Dr. jur. h.c. (Berlin), Justiz­rat, Rechtsan­walt und Notar in Berlin
P. war Vorstandsmitglied des Berli­ner Anwaltver­eins und im DAV. Er war Verfasser zahlreicher Schriften zum Handels- und Aktienrecht und Mitarbeiter an verschiedenen Fachzeitschriften. P. wurde 1932 als letzter jüdischer Jurist mit einer Festschrift gewürdigt. Ha­chenburg schrieb für P. in der Deutschen Juristen-Zeitung vom 15.01.1933 einen würdigen Nachruf.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 4, 50, S. 91-94; Lebenserinnerungen, S. 59, 149

Politz, Alice Marie
(18.06.1869 Wien 1946 Dresden?), Königlich Sächsische Hofschauspielerin
P. war zu­nächst kurzzeitig in Berlin engagiert, dann für 1 ½ Jahre in Leipzig. Sie war verheiratet mit dem Musikkritiker Hugo Daffner (1882-1936), der Opfer des Holocaust wurde. Sie hatten einen Sohn Franz (* 1911). Ab 1890 bis 1907 war sie Mitglied des Dresdener Hoftheaters und Lektorin für Redekunst an der dortigen Technischen Hochschule. Bereits 1884 hatte P. ihren Austritt aus dem mosaischen Glauben erklärt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 74, 192

Possart, Ernst Ritter von
(11.05.1841 Berlin 08.04.1921 ebd.), Dr. phil. h.c. (München), Schauspieler, Theaterleiter
P. wurde 1897 geadelt und war bis 1905 Generalintendant in Mün­chen. Er war ein namhaf­ter Freimaurer. Der Maler Felix P. war sein Bruder.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 83, 192 f.

Reimer, Carl Traugott
(06.06.1836 Kössern – 13.12.1915 Leipzig), Lehrer
R. war seit 1864 ständiger Lehrer an der Realschule und wurde 1872 Oberlehrer. Im Jahr 1874 wurde R. zum Direktor der Bürgerschule für Knaben, die ab 1891 die Bezeichnung „Erste höhere Bürgerschule“ führte, ernannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 27; Lebenserinnerungen, 52 f., 193; Information des Stadtarchivs Leipzig, Herr Olaf Hillert.

Reimers, Anna
(14.09.1868 Leipzig ? Hamburg-Wandsbeck)
R. war eine Cousine von Martin Drucker, Schwester von Karl Klein und Elsbeth Wohlfahrt. Sie war die Mutter von Elsbeth Thiess.
Quelle: Drucker, Briefe 21a-c

Reinecke, Carl Heinrich Carsten
(23.06.1824 Altona 10.03.1910 Leipzig), Dr. phil. h.c. Leipzig), Komponist, Pianist und Diri­gent
R. war Kapellmeister am Gewandhaus von 1860 bis 1895. Daneben war er bis 1902 auch am Leipziger Konservatorium tätig. Nach seinem Tode wurde in Leipzig eine Straße nach R. benannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 28; Lebenserinnerungen, 41 f., 193

Reinhardt, Max, eigentlich: Goldmann
(09.09.1873 Baden bei Wien   30.10.1943 New York), Schauspieler und Regisseur
R. war seit 1894 am Deutschen Theater in Berlin engagiert, dessen Leitung er 1905 übernahm. 1924 übernahm er das Theater in der Jo­sefstadt in Wien und eröffnete die Komödie am Kurfürstendamm in Berlin. 1933 verließ R. Deutschland und emigrierte schließlich 1938 in die USA.
Quelle: Lebenserinnerungen, 75, 193

Richter, Robert
(15.10.1843 Lichtensee 14.07.1905), Oberlehrer
R. war an der Ersten Höheren Bürgerschule und von 1875 bis 1886 an der Tho­masschule Lehrer für Mathematik.
Quelle: Lebenserinnerungen, 52, 54, 193 f.

Rieger, Conrad
(08.08.1831 Köthen – 14.09.1910 Köthen) Justizrat, Rechtsanwalt
R. war als Rechtsanwalt am herzoglichen Landgericht seiner Heimat­stadt zugelassen. Er war um 1877 Mitglied im Köthener Stadtrat. 34 Jahre lang arbeitete R. im Kreistag und 16 Jahre im Köthener Krei­sausschuss mit. Seine Frau, Clara geb. Krause, war Taufpatin von Betty Drucker, verh. Manns­feld (1875-1957).
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 15; Lebenserinnerungen, 19 ff., 39, 193

Riess, Gerhard
(22.21.1885 Kolberg 11.03.1957 Berlin), Rechtsanwalt
R. war bis 1936 als Rechtsanwalt in Dillingen im Saarland zugelassen, nachdem er dort seine Zulassung verloren hatte, verzog er mit seiner Familie nach Leipzig.
Quelle: Drucker, Briefe 66-69; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 554 f.

Rietz, Julius
(28.12.1812 Berlin 12.09.1877 Dres­den), Dr. phil. h.c. (Leipzig), Komponist
R. war 1847-1854 Theaterkapellmeister, von 1856 bis 1860 Direktor der Ge­wandhauskon­zerte und Kompositionslehrer am Konservatorium der Mu­sik in Leipzig. Ab 1860 war er königlicher Hof­kapellmeister in Dresden und 1874 wurde er dort zum Generalmusikdirektor berufen. R. war Ehrenmitglied der Universitäts-Sängerschaft St. Pauli.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 18, 193

Rocholl, Marie (Mietze)
21.05.1879 Minden Kassel?)
R. war die unverheiratete jüngste Tochter Elise Rocholl. geb. Klein, der Schwester von Martin Druckers Mutter. Sie lebte nach 1945 in Kassel.
Quelle: Drucker, Briefe 98, 99

Röhn, August William
(Borna bei Leipzig um 1928 Leipzig)
R. war zunächst Direktor der Dritten Bürgerschule, dann von 1874 bis 1893 Lehrer für Stenographie an der Thomas­schule und an der Fortbildungsschule für jüngere Kaufleute. Sein Sohn Walther R. (* 15.07.1884 Leipzig) besuchte die Thomasschule, studierte seit 1903 Jura in Leipzig und war später Mitglied des Semniars für Orientalische Sprachen in Berlin.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 89, 193

Roloff, Heinrich
 (11.05.1911 Wernigerode 27.03.1980 Berlin) , Dr. phil. (Leipzig 1936), Bibliotheksrat
Sohn des Oberlehrers Hermann Roloff, Direktor der Katalogabteilung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, später Direktor der Inkunabelabteilung.
Quelle: Drucker, Briefe 34, 35

Roscher, Wilhelm Georg Friedrich
(21.10.1817 Hannover 04.06.1894 Leipzig), Nationalökonom und Historiker
R. hatte seit 1848 eine Professur in Leipzig. Ihm wurde 1889 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Leipzig verlie­hen. Als sein Hauptwerk gilt die 1874 erstmals erschienene „Ge­schichte der National-Oekonomie in Deutschland“. 1898 wurde in Leip­zig eine Straße nach R. benannt. Sein Sohn, der Alt­philologe Wil­helm Heinrich R. (1845-1923) war Oberlehrer an der Fürstenschule Meißen, später Rektor am Gymnasium in Wurzen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 108, 193 f.

Rosenblatt, Viktor
(01.05.1870 Stadtlengsfeld 1934 Leipzig), praktischer Arzt
R. studierte Medizin in München, Feiburg und dann in Leipzig. Er war verheiratet mit Elisa­beth Lüh­mann. Sein Sohn Hans (1901 ?) war Amtsgerichtsrat in Leip­zig. Er überlebte als Mischling die Nazi-Diktatur und floh im September 1953 aus Leipzig in die Bundesrepublik.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 104, 194

Roßbach, Heinrich Julius
(26.01.1835 Zittau 03.03.1891 Leipzig), Rechtsanwalt
R. eröffnete mit Martin Drucker sen. dessen erste Anwaltskanzlei. Beide waren 1879 Gründungsmitglieder des Leipziger Anwaltvereins. Seine Ehefrau Maria geb. Bach (1844-1914) war eine der Taufpaten von Martin Drucker jun.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 16; Lebenserinnerungen, S. 24, 194

Rothe, Gustav
(09.03.1823 Gößnitz – 02.11.1910 Altenburg) Geheimer Medizinalrat, Dr. med.
R. studierte zunächst Theologie in Jena und Heidelberg. Er gehörte zu den führenden 48ern in der „Republik Thü­ringen“ um Douai, Erbe und Dölitzsch. R. wurde im Oktober 1848 ver­haftet und später zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Als er spä­ter beschuldigt wurde, zu einem Freischarenzug nach Dresden aufge­fordert zu haben, ging er nach Amerika, wo R. Medizin studierte und später auch prakti­zierte. Auf Wunsch seines Vaters kehrte er zurück und eröffnete in Altenburg eine gutgehende Praxis. 1862 heiratete er Adelheid Klein, die Nichte seines früheren Mitkämpfers Arthur Olympius Dö­litzsch. Sie war eine der Taufpaten M.D.s
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 17; Lebenserinnerungen, S.  16 f., 79, 90, 107, 194

Rothe, Karl Wilhelm August
(20.02.1865 Leipzig – 20.01.1953 Leip­zig), Dr. jur. et phil. h.c., Stadtverordneten-Vorsteher (1909), Justizrat (1909), Oberjustizrat (1916), Rechtsanwalt, Oberbürgermeister
R. besuchte die Nikolaisschule und studierte ab 1883 in München und Leipzig neben Jura auch Volkswirt­schaft, Kunst und Archäologie. Im Jahr 1893 wurde er Stadtrat in Meißen und später dort amtierender Bürgermeister. Seit 1896 war R. als Rechts­anwalt in Leipzig tätig. Von 1896 bis 1917 war er Direktor der Leipziger Hypothekenbank, die 1901 wegen wechselseitiger Verflechtungen auch in den Konkurs der Leipziger Bank verwickelt war. Als R. zum Leipziger Ober­bürgermeister (1918-1930) gewählt wurde, gab er seine Rechtsan­waltszulassung auf. In Gohlis wurde 1930 die Straße, in welcher sich sein Wohnhaus befand, nach ihm benannt. Nach 1945 war R. wie­derum als Rechtsanwalt tätig, bis 1947 Stadtrechtsrat und Alters­präsident der Stadtverordnetenversammlung, welcher er für die Libe­raldemokraten angehörte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 135, 194

Rudolph, Walther
(27.08.1869 Glauchau – 04.05.1938 Dresden), Dr. jur., Justizrat, Rechtsanwalt
R. war als Rechtsanwalt am OLG Dresden zugelassen. Seine Kanzlei am Seidnitzer Platz Nr. 1 betrieb er gemeinsam mit Dr. Rudolf Busch. R. war vor und nach 1933 Vorstandsmitglied der Sächsischen Rechts­anwaltskammer.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 28; Lebenserinnerungen, S. 104 f., 194 f.

Runge, Karl Wilhelm Kurt
(13.07.1898 Leipzig – 15.07.1972 ?), Dr. jur., Rechtsanwalt
R. war 1918 Abiturient der Tho­masschule. Im Jahr 1926 wurde ihm die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft unter Bezugnahme auf § 5 Ziff. 4 RAO verwei­gert, da R. stellv. Ge­schäftsführer des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler und gleichzeitig Geschäftsführer des Arbeitgeberverban­des der Deutschen Buchhändler war. In dem Verfahren vor dem Ehren­gerichtshof wurde R. durch M.D. vertreten. Mit Urteil vom 6.11.1926 wurde fest­gestellt, daß ein Versagungsgrund nicht vor­liegt. R. wurde daraufhin in Leip­zig zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Er war Sozius in der Kanzlei von Hans Otto und Rudolph Flügel. Er ging später als Rechts­anwalt nach Berlin. R. war nach 1945 Rechtsanwalt und Steuerberater in Bad Harzburg, später in Köln und zuletzt am OLG Karlsruhe. Gleichzeitig wirkte R. als Dozent an der Bibliothekar- und Buchhändlerschule in Köln. R. war 1948 bis 1961 auch Kuratoriumsmitglied des Max-Reger-Insti­tuts.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 142, 195

Sachs, Jacob
(27.08.1904 Leipzig –  2000 London), Kaufmann, Rauchwarenhändler
S. wurde als Sohn des Rauchwarenhändlers Joseph Benjamin S. geboren. Er besuchte die von Ephraim Carlebach geführte Höhere Realschule. Im Jahr 1920 trat er in die Firma seines Vaters und seiner Brüder ein, die eine der der größten ihrer Art in Leipzig war. Zehn Jahre später wurde S. Mitinhaber der Firma J. B. Sachs & Co. in der Nikolaistraße.
Am 22. März 1933 wurde S., der in Begleitung seiner 68jährigen Mutter war, auf offener Straße von SA-Leuten überfallen und schwer misshandelt. Nachdem er 1935 kurzzeitig und grundlos inhaftiert worden war, verließ S. sofort nach seiner Freilassung Deutschland und wanderte über Prag letztendlich nach England aus. In London war er wiederum sehr erfolgreich als Rauchwarenhändler tätig. Er war Inhaber der Firma J. B. Sachs & Co. Ltd.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 61; Lebenserinnerungen, S. 153, 195 f.

Samson, Hermann
(18.07.1804 Braunschweig 16.09.1865 Leipzig), Kaufmann
S. entstammte einer alten Hoffaktorenfamilie. Er war der Sohn des Ban­kiers Hertz Samson (1778-1849). S. kam 1840 aus seiner Geburts­stadt, wo er Repräsentant der jüdischen Gemeinde gewesen war, nach Leipzig. Er wurde hier erster Gemeindevorsteher der Israelitischen Religi­onsgemeinde.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 14, 195

Sander, Constantin (Pseudonym: S. C. Helm)
(25.04.1826 Breslau 21.12.1905 Leipzig), Musikver­leger
S. war der Enkel des Musikverlegers Franz Ernst Christoph Leuckart (1748-1817), der 1782 eine Musikalienhandlung in Breslau gründete. S. verlegte die Firma 1870 nach Leipzig. Der noch heute existie­rende Musikverlag ist seit 1948 in München ansässig.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 22, 42, 195

Schatz, Johannes
(06.04.1868 Zschirla – 27.05.1943 Leipzig), Justizrat, Rechtsanwalt (1896) und Notar (1919)
Der Leipziger Anwalt war lang­jähriges Mitglied des Vorstandes des DAV.  Als Sch. im Jahr 1939 nach 47jähriger Dienstzeit ein Dankschreiben des Reichsjustizministeri­ums erhalten soll, schrieb der Leipziger NSRB in seiner Stellungnahme: „Justizrat Schatz ist im früheren  Deutschen Anwaltverein und im Notarverein jahrzehntelang aufopfernd für den Berufsstand tätig gewesen und hat dort oft in einem gewissen Gegensatz zu der jüdischen Berliner Richtung gestanden.“ Seine Tochter Eva war ebenfalls Rechtsanwältin. Ihr, wie auch Ihrem Ehemann Zuberbier, wurde am 29.10.1945 die Zulassung wegen der Mitgliedschaft in der NSDAP entzogen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 149, 195 f.

Scheffel, Joseph Victor von
(16.02.1826 Karlsruhe 09.04.1886 ebda.), Schriftsteller und Dichter
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 56

Schenkel, Rudolph
(* 1842 Oelsnitz), Dr. med., Hausarzt, Leichenschauarzt (seit 1870)
Sohn des Pfarrers Carl Schenkel (1802-1861).
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 101

Scheuffler, Heinrich
(07.05.1889 Johanngeorgenstadt 02.09.1946 München) Dr. jur., Landgerichtsdirektor, Verleger
Sch. der Sohn von Clara geb. Mannsfeld und somit ein Neffe von Margarete Drucker, geb. Mannsfeld, sein Großvater war der Pfarrer Heinrich Scheuffler. Er war bis zu einer Entlassung 1934 am LG Dresden tätig. Nach dem Krieg war er in der C. H. BECK’sche Verlagsbuchhandlung in München tätig, wo er durch einen Verkehrsunfall starb.
Quelle: Drucker, Briefe 103a-c, 104

Schiffer, Eugen
(14.02.1860 Breslau 05.09.1954 Berlin, Jurist und Politiker
Sch. war bis 1921 Reichsjustizminster
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 112

Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst
(21.11.1768 Breslau 12.02.1834 Berlin), Theologe, Philosoph und Pädagoge
Sch. war Mit­begründer des Frühromantikerkreises um Friedrich Schlegel. Nach seiner Ausbildung in Niesky und Barby begann Sch. 1787 vier Semester in Halle, insbe­sondere Philosophie zu studieren. Dorthin kehrte er im Jahr 1804 wieder als außerordentlicher Professor und Universitätsprediger zurück. Durch die Schließung der Hallenser Universität im Zuge der Besetzung durch französische Truppen wechselte Sch. wie viele andere Gelehrte 1806 nach Berlin, um dort den Aufbau einer neuen Universität voranzu­treiben. Er war erster Dekan der Theologi­schen Fakultät.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 106, 196

Schmidt, Carl Adolf
(04.11.1815 Allstedt/Sachsen – 20.10.1903 Baden-Baden), Dr. jur., Dr. phil., Professor für römisches Recht, Geheimer Justizrat,
Sch. studierte Rechtswissenschaft in Jena, wo er 1839 promovierte und sich 1843 habilitierte. Im gleichen Jahr wurde Sch. hier außerordentlicher Professor. 1849 übernahm er eine ordentliche Professur in Greifswald. 1850 wechselte er an die Universität Freiburg im Breisgau. Von 1858 bis 1866 war Sch. Landtagsabgeordneter in Baden, ab 1869 Professor in Bonn und schließlich in Leipzig, wo er 1873/74 zum Rektor gewählt wurde.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 71 f., 76, 83, 108, 196

Schmidt, Richard
(19.01.1862 Leipzig – 31.03.1944 Leipzig), Professor, Dr. jur., Geheimer Hofrat, Prozessualist,
Sch. promovierte in Leipzig, wo er 1884 zunächst Assessor, dann Hilfsrichter wurde. Im Jahr 1887 erfolgte hier auch seine Habilitation und 1890 seine Berufung zum außerordentlichen Professor. Bereits ein Jahr später wechselte Sch. nach Freiburg im Breisgau. Im Jahr 1913 kehrte er auf eine Professur an die Universität Leipzig zurück, wo er 1925 auch Institutsdirektor für Auslandskunde wurde. 1932 wurde Sch. emeritiert. Als sein Nachfolger wurde Leo Rosenberg berufen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 108, 196

Schmidt, Viktor
(03.12.1869 Leipzig ? Breslau), Privatmann
Sch. war der Sohn des Geheimen Rats Prof. Adolf Schmidt.  Laura  (* 1864), die mit dem Mathematiker Friedrich Schur verheiratet war, war seine ältere Schwester. Sch. war mit Martin Drucker 1889 Abiturient der Thomas­schule und studierte Jura in München, später wieder in Leip­zig, legte aber niemals das zweite Staatsexamen ab.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 69, 71 f., 74, 76, 83, 108, 196; Drucker, Briefe 41a

Schneider, Lambert
(18.04.1900 Köln 26.05.1970 Heidelberg), Verleger
Quelle: Drucker, Briefe 9a

Schneider, Otto
(25.10.1869 Leipzig ? Berlin), Lic. theol., Professor
Sch. war der Sohn eines Lehrers und legte, wie Martin Drucker, 1889 das Abitur an der Thomasschule ab. Er wirkte später als Professor am Realgymnasium in Blasewitz, später in Berlin.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 54 f., 196

Schönburg-Waldenburg Prinz, Heinrich Otto Friedrich von
(17.09.1867 Waldenburg – 24.05.1937 Obersiebenbrunn)
Jüngster Sohn von Fürst Otto Friedrich von Schönburg-Waldenburg (1819-1893), Thomasschüler.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 73, 196

Schreber, Daniel Gottlieb Moritz
(15.10.1808 Leipzig 10.11.1861  Leipzig), Dr. med. (Leipzig 1833), Arzt und Pädagoge
Sch. war Thomasschüler. Er studierte in Leipzig Medizin und Heil­mittellehre. Ab 1844 leitete R. eine orthopädische Klinik in Leip­zig. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn, dem Bürgerschul­direktor Ernst Innocenz Hauschild (1808-1866), war er der Wegbereiter der Klein­gartenbewegung, der drei Jahre nach seinem Tod nach ihm benannten Schrebergärten.
Seine Söhne besuchten ebenfalls die Thomasschule und wurden beide Juristen. Daniel Gustav Sch. (1839-1877) war Landsgerichtsrat in Leip­zig und beging Selbstmord. Sein jüngerer Bruder Paul Daniel Schreiber (1842-1911) war Senatspräsident am OLG Dresden.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 15, 197

Schrömbgens, Heinrich
(30.03.1874 Kaldenkirchen 1956 ?), Dr. jur., Justizrat,  Rechtsanwalt
Sch. war seit 1901 als Rechtsanwalt in Köln, ab 1912 am Reichsgericht und seit 1948 in Karlsruhe zugelassen. Er war ein Studienfreund von Konrad Adenauer.
Quelle: Drucker, Briefe 96

Schulze, Gerhard
(24.12.1906 Auerbach 1943 Leipzig), Schatzmeister der Gesellschaft der Bibliophilen
Sch. ist bislang nicht völlig zweifelsfrei identifizierbar. Evtl. der Verlagsinhaber und Schatzmeister der Gesellschaft der Bibliophilen Gerhard Schulze, der u. a. 1934 eine Fontane-Ausgabe mit Zeichnungen von der Kunstanstalt Max Breslauer drucken ließ. Sch. wurde „mitsamt seinen Sammlungen unter den Trümmern seines Hauses begraben“.
Quelle: Drucker, Briefe 77a

Schurig, Heinrich Rudolf
(04.03.1835 Radeberg – 15.06.1901 Dresden), Dr. h.c. (Leipzig), Geheimrat (1888), sächsischer Justizminister
Sch. war der Sohn eines Musikdirektors S. in Dresden. Er studierte von 1854 bis 1857 die Rechte und trat anschließend in den Staatsjustizdienst ein. Im Jahr 1876 wurde Sch. zum Rat beim Appellationsgericht (seit 1879 Oberlandesgericht) in Dresden ernannt. 1884 wurde er Landesgerichtspräsident und königlicher Kommissar bei den juristischen Prüfungen der Universität in Leipzig. Von 1890 bis zu seinem Tode war Sch. sächsischer Justizminister. Seit 1895 war er gleichzeitig Ministerpräsident.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 30; Lebenserinnerungen, S. 109, 197

Schuster, Erich
(24.07.1898 Sebnitz ?),  Dr. jur., Rechtsanwalt
Sch. war der Sohn des Studienrats Max Schuster in Bautzen. Er war aktives SPD-Mitglied, verlor nach 1933 seine Zulassung und wurde nach 1945 wieder als Rechtsanwalt in Bautzen zugelassen.
Quelle: Drucker, Briefe 57

Sernau, Wilhelm
(18.06.1880 Brehna ?), Dr. med., Psychiater
1929 Leiter des Sanatoriums „Villa Harthek“ in  Gaschwitz, ab September 1942 in der Wahrendorffschen Klinik in Ilten.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 132; Drucker, Briefe 49b

Sickert, Johannes (Hans)
(13.11.1864 Schmölln 1945 Leipzig), Architekt
Sein Vater war der deutsch-wendische Pfarrer Johann August Sickert (1835- 1921), der als letzter bis 1899 in sorbischer Sprache predigte. Er war mit Martin Druckers ältester Schwester Johanna verheiratet.
Quelle: Drucker, Briefe 99, 116a

Sickert, Ludwig
Dr. jur., Rechtsanwalt
Sohn des Architekten Johannes Sickert und dessen Ehefrau Johanna geborene Drucker, Neffe Martin Druckers.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 23; Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 593 f.,

Siehr, Ernst
(05.10.1869 Heinrichswalde 14.11.1945 Bergen/Rügen), Jurist, Politiker
Quelle: Drucker, Briefe 73, 74

Siehr, Kurt
(05.08.1888 ?), Dr. jur. (Jena 1910), Kammergerichtsrat, zuletzt Reichsgerichtsrat.
S. war ein jüngerer Bruder von Ernst Siehr und verheiratet mit Anna Siehr.
Quelle: Drucker, Briefe 73

Sistermann, Anton
(05.08.1867 s’Hertogenbusch/Holland 06.03.1926  Haag), Konzertsänger (Bariton)
S. erhielt seine Ausbildung durch Julius Stockhausen in Frankfurt am Main. Er war einer der bedeutendsten Vertreter sei­nes Stimmfachs in Europa. Zwischen 1891 und 1914 gab er ständig Konzerte in Ber­lin; auch in Wien, Hamburg, Paris, Moskau und St. Petersburg war er außerordentlich erfolgreich. Am 16.03.1896 sang er in Berlin die Solopartie in der Uraufführung der „Lieder eines fahrenden Gesel­len“ von Gustav Mahler. Sein Vortrag der Werke von Johannes Brahms, vor allem der „Vier ernsten Gesänge“ galt als unvergleichlich. Diese sang er 1896 in Wien in der Uraufführung in Anwesenheit des Komponisten.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 45, 197

Sohm, Rudolph
(29.10.1841 Rostock 16.05.1917 Leipzig), Professor, Dr. jur. et. phil., Geheimrat
Nach seiner Promotion in Rostock und Habilitation in Heidelberg folgte S. 1870 einem Ruf auf einen Lehrstuhl in Frei­burg, dann 1872 nach Straßburg an die neu gegründete deutsche Uni­versität, wo er sofort zu den erfolgreichsten akademischen Lehrern gehörte. Mit der Annahme der Professur für Kirchenrecht und deut­sches Recht 1887 in Leipzig begründete S. mit anderen namhaften Kollegen das Ansehen der Leipziger Universität als führende juristische Fakultät um 1900. S. engagierte sich in der zweiten Kommission zur Beratung des BGB und als Reichstagsabgeordneter. Mit Friedrich Naumann begrün­dete er 1896 den Nationalsozialen Verein. Seine wissenschaftlichen Publikationen zur deutschen Rechtsgeschichte und zum Zivilrecht wa­ren und sind Standardwerke auf diesen Gebieten. Richtungweisend waren aber auch seine Schriften zum Kirchenrecht. Durch sein frühzeitiges Eintreten für eine aktive staatliche Sozialpoli­tik kann S. zu den geistigen Vätern der Tradition eines freiheitli­chen Sozialstaates gerechnet werden.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 108, 197 f.

Soldan, Hans
(22.03.1870 Friedberg/Hessen – 12.08.1940), Rechtsanwalt
S. war seit 1903 Rechtsanwalt in Mainz. Im Jahr 1908 übernimmt er die Herausgabe der Deutschen Rechtsanwalts-Zeitung (DRAZ). Seit 1923 war er am Reichsgericht zugelassen. 1929 gründete S. die noch heute bestehende Hans-Soldan-Stiftung.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 149, 198

Sorgler, Ernst
Friseur für Damen in Leipzig, Beethovenstraße 10
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 133

Spitzner, Friedrich Ernst Otto Johannes
(01.07.1869 Groß Jehser, Kreis Calau/Preußen – 24.07.1959 Hamburg), Professor, Dr. phil.
Sp. war der Sohn des Rittergutsbesitzers Max Friedrich Sp. (1839-1909). Er studierte 1889-1894 in Leipzig, Halle und Greifswald Theologie. Sp. war dann Gym­nasiallehrer an der Thomasschule und an der 2. Höheren Töchter­schule für Mädchen nebst Lehrerinnenseminar in Leipzig, ab 1907 Di­rektor des Lehrerseminars in Hamburg. Sp. unter­richtete Deutsch, Religion, Geschichte und Latein. Er wurde 1932 in den Ruhestand versetzt.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 97 f., 198

Stach, Walter
(01.11.1890 Pieschen bei Dresden – 09.09.1955 Ringingen bei Ulm), Professor
St. war Professor für lateinische Sprache und Literatur in Leipzig, später in Straßburg, wo er einen der wenigen Lehrstühle für mittelalterliches Latein innehatte. Er war auch Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.
Quelle: Lebenserinnerungen, S.161, 198

Stein (früher: Goldstein), Friedrich Wilhelm Viktor Albert
(27.01.1859 Breslau 12.07.1923 Leipzig), Professor, Dr. jur., Zivilprozessualist
St. wurde 1887 Privatdozent, dann ab 1889/90 außerordentlicher Professor in Leipzig. Im Jahr 1896 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Professor nach Halle, von wo er 1908 nach Leipzig zurückkehrte. St. war langjähriger Herausgeber des von Ludwig Gaupp begründeten Kommen­tars zur Zivilprozessordnung.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 30; Lebenserinnerungen, S. 108 f., 198

Steindorff, Georg
(12.11.1861 Dessau 28.08.1951 North Holywood/USA), Ägyptologe
St. war verheiratet mit Elise geborene Oppenheimer. Er war der Vater von Ulrich St. und der Pianstin Hilde Hemer geb. St.
Quelle: Drucker, Briefe 107

Steinmarder, David
(28.02.1882 Lublin ?)
St. war Rauchwarenhändler (Brühl 69) und der Bruder von Becka Frankel. Er wird erwähnt von Egon Erwin Kisch in „Eintritt verboten“ (1934).
Quelle: Drucker, Briefe 100

Steinmarder, Georg (Gerson)
(10.05.1885 Meseritz ), Dr. jur., Rechtsanwalt in Zürich
St. war der Sohn des Privatlehrers Joseph St. in Leipzig. David St. und Becka Frankel waren seine Geschwister. Er studierte Cameralia in Leipzig. St. verteidigte David Frankfurter (1909-1982) und vertrat Else Lasker-Schüler.
Quelle: Drucker, Briefe 101

Stoecker, Adolf
(11.11.1835 Halberstadt 07.02.1909 Bozen), Prediger, Politiker
St. war Berliner Hof- und Domprediger. Er gründete 1878 in Ber­lin die „Christlich-Soziale Arbeiterpartei“. St. war Mitglied des Deutschen Reichstages für die Deutschkonservative Partei (1881-1893 und 1898-1908). Wegen seiner antisemitischen politischen Tätigkeit wurde St. 1889 als Hofprediger entlassen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 28; Lebenserinnerungen, S.24, 129, 198

Stoiber, Franz
(23.12.1897 Landshut ?), Wirtschaftsprüfer in Leipzig
St. war Geschäftsführer und letztes (nichtjüdisches) Mitglied des Vorstands der Ch. Eitingon AG, nachdem Henry Gold und Martin Drucker aus dem Vorstand ausscheiden mussten.
Quelle: Drucker, Briefe 89

Stürenburg, Heinrich
(23.07.1847 Hildburghausen – 28.09.1934 Dresden), Dr. phil., Professor, Geheimer Studienrat
St. war Konrektor an der Thomas­schule und später Rek­tor der Kreuzschule in Dresden von 1889 bis 1910. Er veröffent­lichte 1930 seine „Erin­ne­rungen eines Achtzigjährigen“.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 61, 98 ff., 198

Tammenhain, Oskar
(20.01.1899 Oberlungwitz 1986), Rechtsanwalt in Leipzig
T. war der Sohn des Pfarrers Oskar T.  (* 1866 Dresden) in Lützschena. Er war Leiter des Kreisrechtsamtes Leipzig der NSDAP.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 96, Lang, Zwischen allen Stühlen, S. 143, FN 588

Teichgräber, Heinrich
(1857 Freiburg 01.08.1923 Leipzig), Pfarrer
T. wurde 1883 Pfarrer in Kitzscher, dann in Leipzig Archidakonus an der Andreaskirche (1890) und Bethlehem (1912). Sein Vater war Diakonus. T. heiratete 1883 oder 1884 Hilde Fricke.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 77 f., 198

Tell, Wilhelm
(01.10.1871 Leipzig 12.05.1950), Politiker, Staatsminster
Bürgermeister von Altenburg, Mandant von Martin Drucker.
Quelle: Drucker, Briefe 17

Tempel, Gustav Richard
(1886 nach 1947), Präsident einer Versicherungsanstalt in Sachsen, Sozialdemokrat
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 141

Thiemann, Max
(18.07.1875 Helmstedt ?), Rechtsanwalt und Notar in Braunschweig
Th. studierte 1894-98 Jura und Theologie in Leipzig und war später viele Jahre Schriftführer im Braunschweiger Anwaltsverein.
Quelle: Drucker, Briefe 26, 72

Thiersch, Friedrich
(12.03.1868 Leipzig 1954?), Justizrat, Rechtsanwalt (seit 1895) und Notar in Leipzig
Sohn von Prof. Dr. med. Carl Thiersch; nach 1945 wieder als Rechtsanwalt zugelassen.
Quelle: Drucker, Briefe 44

Thiess, Elsbeth
(31.07.1891 Hamburg-Wandsbeck ?)
Th. war die Tochter von Anna Reimers, einer Cousine von Martin Drucker. Sie hatte eine Tochter Annerose (* 1922).
Quelle: Drucker, Briefe 21c

Tolhausen, Louis Charles Joseph
(18.02.1817 Frankfurt am Main ?), Ritter der Ehrenlegion, Kanzler bzw. Konsul von Frankreich in Lü­beck, Berlin und in Leipzig
T. war der älteste von fünf Söhnen ei­nes französischen Militärs. Die aus Lothringen stammende Familie T. emigrierte bei Aufhebung des Edikts von Nantes. Der Va­ter versäumte es 1814 die französische Staatsbürgerschaft beizube­halten und wurde später Frankfurter Bürger.
T. wurde 1832 berufen, das öffentliche Bildungssystem in Moldawien zu organisieren. Der Prinzregent Michel Stourza ernannte ihn zum Rektor der neu gegründeten Akademie in Yassi. T. übernahm dort 1839 den Lehrstuhl für französische Sprache und Literatur. Gesund­heitliche Gründe, aber offenbar auch religiöse Verfolgung veranlassten T. nach einigen Jahren die Donauprovinzen zu verlassen. Er bereiste Südrussland, die Türkei, Kleinasien, Ägypten, Griechenland, Serbien und Ungarn. Nach seiner Rückkehr in Deutschland beendete er sein Studium. 1840 wurde T. in Paris die Stelle des Kanzlers im Konsulat Lübeck angeboten, die er im Juni 1841 antrat. Per Dekret vom 20.12.1854 wurde T. zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1857 übernahm T. das Amt des Kanzlers in der Gesandtschaft in Ber­lin. Dort wurde er am 25.02.1860 zum Ehrenkonsul ernannt. 1866 wurde T. Konsul in Köln. Nachdem das dortige Konsulat aufgehoben wurde, kommt T. 1871 als Konsul 2. Klasse nach Leipzig. Hier wurde er 1975 zum Konsul 1. Klasse und schließlich 1879 zum Generalkonsul er­nannt. Am 21.01.1879 wurde T. die französische Staatsbürgerschaft verliehen, nachdem er bereits 1840 (!) die Einbürgerung beantragt hatte. Am 19.01.1981 wurde T. in den Rang eines Offiziers der Ehren­legion erhoben und zum Ende dieses Monats in den Ruhestand ver­setzt. 1884 erschien in Leipzig sein französisch-spanisches Le­xi­kon; bereits 1864 war in Paris sein „Dictionaire technologique francais-anglais-allemande“ erschienen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 32, 199

Triepel, Carl Heinrich
(12.02.1868 Leipzig – 23.11.1946 Untergrai­nau), Professor, Dr. jur., Geheimer Justizrat, Staatsrechtler
T. studierte Jura in Leipzig von 1887 bis 1890. Im Jahr 1893 wurde er Privat­dozent für Staats- und Völkerrecht und 1899 außerordentlicher Pro­fessor in Leipzig. 1900 erfolgte seine Berufung als ordentlicher Pro­fessor nach Tübingen. Von dort wechselte er 1909 nach Kiel und schließlich 1913 nach Berlin. T. initiierte 1924 die Gründung der Vereinigung deutscher Staatsrechtslehrer. Im Jahr 1926 wurde er zum Rektor der Humboldt-Universität gewählt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 17; Lebenserinnerungen, S. 28, 69, 99, 199

Triepel, Charlotte
Verlagssekretärin bei B. G. Teubner
Ehefrau von Hermann Triepel
Quelle: Drucker, Briefe 106

Triepel, Hermann
(24.01.1871 Leipzig – 26.09.1935 Breslau), Professor, Dr. med., Anatom
T. war 1889 primus omnium der Tho­mas­schule. Er studierte Medizin zunächst in Tübingen, dann von 1890 bis 1894 in Leipzig. Dann wurde er außerordentlicher Honorarprofessor und Abtei­lungs­vorsteher am Anatomischen Institut der Universität Breslau. Seine Witwe, Charlotte T., lebte nach 1945 in Leipzig.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 28, 69 ff., 74, 82 f., 98, 199

Breslauer, Beatrice verheiratete van Tijn
(1910 Leipzig ?)
B., genannt Trixi, war die Zwillingsschwester von Valerie B., verh. Meyer, war verheiratet mit Jacques van Tijn
Quelle: Drucker, Briefe 77a

Tröndlin, Karl Bruno
(26.05.1835 Leipzig 27.05.1908 Dresden), Dr. jur. et. phil., Justizrat, Oberbürgermeister (1899-1908)
T. war Abiturient der Thomasschule Ostern 1854 und seit 1876 Vor­steher der Thomas­schule. T. studierte Rechtswissenschaft in Heidelberg, Leipzig und Berlin. Dann war er zunächst in seiner Vaterstadt als Rechtsanwalt und Notar tätig. T. unterstütze die Thomasschule und insbesondere auch den Thomanerchor in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister nachhaltig. Die Fortexistenz dieser beiden traditionsreichen Leipziger Einrichtungen ist sein besonderes Verdienst. In seiner Amtszeit wurden das Neue Rathaus und der Hauptbahnhof eingeweiht und zahlreiche Messehäuser errichtet.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 62, 199 f.

Türschmann, Paul Richard
(26.05.1834 Penig 13.12.1899 Arnheim), Rezitator klassischer Dramen
T. war Ostern 1854 Abiturient der Thomasschule. Anschließend studierte er zunächst an der Leipziger Universität. Er ging dann jedoch zur Bühne und fand am Hoftheater zu Braunschweig als erster Charakterdarsteller eine Anstellung. Infolge seiner zunehmenden Erblindung wandte er sich dann der Kunst der dramatischen Rezitation zu, die er seit 1872 mit großem Erfolg ausübte.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 83, 200

Twietmeyer, Carl Theodor Alexander
(? – 15.05.1911 Leipzig), Buchhändler
T. war in Leipzig Inha­ber einer angesehenen Buchhandlung für ausländische Literatur, Kunsthandlung und Antiquariat, die 1843 gegründet wurde. Die Firma wurde 1956 im Handelsregister gelöscht, nachdem auch die Witwe von T. kurz nach Kriegsende gestorben war.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 38, 200

Uhlmann, Robert
Maurermeister in Leipzig
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 51

Ullstein, Franz Edgar
(16.01.1868 Berlin – 13.11.1945 New York), Dr. jur. (Freiburg), Verleger
U. war der Sohn von Leopold U. (1826-1899), wel­cher 1877 den Verlag Ullstein gründete. Er studierte Jura in Ber­lin, Heidelberg und Freiburg und trat 1894 in den Verlag seines Va­ters ein, dessen Teilhaber er mit seinen vier Brüdern seit 1897 bis zum Zwangsverkauf 1934 war. U. emigrierte 1938 in die USA, wo er im Ruhestand lebte.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43; Lebenserinnerungen, S. 139, 200

Ullstein, Rosalie geborene Gräfenberg
Ehefrau des obigen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 43; Lebenserinnerungen, S. 139

Unger, Manfred
(10.10.1930 Chemnitz 28.01.2016 Dresden), Prof. Dr., Historiker, Archivar
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 4, 86; Lebenserinnerungen, S. 168

Vierling, Wilhelm Johannes
(12.09.1889 Nossen – 22.09.1956 Leipzig), Dr. jur., Rechtsanwalt, Bürgermeister
V. war Rechtsanwalt in Leipzig und Mitglied der Sächsischen Rechtsanwaltskammer seit 1931. Er blieb als einer der wenigen Nicht-NSDAP-Mitglieder auch nach 1933 im Vorstand. Nach Kriegsende wurde V. kurzzeitig von den Amerikanern zum Bürger­meis­ter in Leipzig ernannt.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 84; Lebenserinnerungen, S. 165, 200

Vieuxtemps, Henri
(17.02.1820 Verviers/Belgien – 06.06.1881 Mustapha Supérieur/Algerien), Komponist, Violinist
V. war der Sohn eines Geigenbauers, von welchem er ersten Unterricht erhielt. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er mit sechs Jahren. V. besuchte das Brüsseler Konservatorium. Während einer Kunstreise nach Deutschland 1833 kam er in freundschaftlichen Kontakt zu Robert Schumann, welcher ihn mit Niccolò Paganini verglich. Er war mit der Pianistin Josephine Eder (1815-1868) verheiratet, mit der er erfolgreich auf eine Welttournee ging.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 41, 200

Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio)
Architekurtheoretiker
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 83

Wach, Adolf
(11.09.1843 Kulm – 04.04.1926 Leipzig), Professor, Dr. jur., Dr. theol. h.c., Wirklicher Geheimer Rat, Exzellenz, Ehrenmitglied der Universitäts-Sängerschaft St. Pauli
W. promovierte 1865 und habilitierte sich 1868 in Königsberg mit Themen des Kirchenrechts. Er lehrte dann in Tübingen und Bonn und ab 1875 in Leipzig Strafrecht, sowie Straf- und insbesondere Zivilprozessrecht. Auf letzterem Gebiet erlangte W. Weltruhm. Sein 1885 erschienenes Handbuch des deutschen Zivilpro­zesses wurde zum Klassiker, in welchem W. das Begriffssystem des Zivilprozessrechts mit Schärfe, Klarheit und Gestaltungskraft begründete. 1913 wurde W. eine dreibändige Festschrift zu seinem 70. Geburtstag überreicht. W. war seit 1879 auch Hilfsrichter am Leipziger Landge­richt. Er verband deshalb in seltener Weise Theorie und Praxis.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29 f.; Lebenserinnerungen, S. 108 f.

Werner, Alfred
(27.03.1891 Stuttgart 26.08.1965), Dr. jur., Rechtsanwalt, Fachautor
W. war Rechtsanwalt in München, später in Haifa. Er kehrte nach Deutschland zurück und war in Düsseldorf wieder al Rechtsanwalt zugelassen.
Quelle: Drucker, Briefe 14a

Werthauer, Johannes
(20.01.1866 Kassel 31.01.1938 Paris), Rechtsanwalt und Notar in Berlin
W. war ein prominenter Strafverteidiger und Autor der Weltbühne.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 103; Ladwig-Winters, Anwalt ohne Recht, S. 282

Wielandt, Rudolf
(26.05.1875 Mannheim – 1948 Berlin?), Theologe, Pfarrer in Nieder-Eggenen
W. war verheiratet mit Elisabeth Treiber. Der Sohn Dr. phil. Helmut Wielandt (1910-2001) war Senior der mathematischen Fakultät Tübingen. W. lebte nach 1945 in Berlin.
Veröffentlichungen: Das Programm der Religionspsychologie, Tübingen 1910
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 201; Drucker, Briefe 42, 43

Wielandt, Wilhelm Felix
(31.08.1870 Karlsruhe 14.12.1964 Westerland), Chemiker, Fabrikant
W. war der älteste Sohn des Reichsgerichts­rates Karl Wielandt (1830-1914). Sein Bruder war der Theologe Rudolf W.  Er war in erster Ehe mit Elisabeth geboren Simons (1875-1925) verheiratet, die eine jüdischen Familie entstammte. Er war Inhaber einer Torfver­kokung in Elisabethfehn/Olden­burg.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 69, 94 f., 100, 201; Drucker, Briefe 40a, 41

Windscheid, Bernhard
(26.06.1817 Düsseldorf 26.10.1892 Leipzig), Professor, Dr. jur.
W. war einer der bedeutendsten Vertreter der Pandektistenwissen­schaft des 19. Jahrhunderts und Wegbereiter der modernen deutschen Privatrechtsordnung. Seine Schriften fanden weit über Deutschland hinaus Beachtung. Seine Promotion und Habilitation erfolgten in Bonn 1838 und 1840, wo er auch 1847 außerordentlicher Professor wurde. Im gleichen Jahr wurde er als ordentlicher Professor nach Basel berufen. Ab 1852 hatte W. Professuren in Greifswald, Mün­chen, Heidelberg und schließlich ab 1874 in Leipzig inne. Im Wintersemester 1879/80 wird er Ordinarius und 1. Professor der juristischen Fakultät. Auf Grund seines bürgerlich-liberalen Selbstverständnisses verzichtete er auf die Führung des 1868 ver­liehenen Adelstitels. W. gehörte 1880-1883 der ersten Kommission zur Beratung des BGB an. Der erste Entwurf des BGB von 1887 wurde des­halb zu Recht als „kleiner Windscheid“ bezeichnet. Als sein wissen­schaftliches Hauptwerk ist das dreibändige „Lehrbuch des Pandekten­rechts“, welches 1861-70 erschien, anzusehen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 29; Lebenserinnerungen, S. 71, 108, 201

Witte, Karl Heinrich Gottfried
(08.10.1767 Pritzwalk -01.08.1845 Berlin) Lehrer, Pfarrer in Lochau bei Halle
W. stiftete 1836 den Witteschen Preis der Thomasschule. Sein Sohn war der Wunderknabe Johannes Heinrich Friedrich Karl Witte (1800-1883), der als Neunjähriger am 12.12.1809 an der Thomasschule beim damaligen Rektor Prof. Wilhelm Rost (1768-1835) seine Maturitätsprüfung ablegte. Das Kind wurde durch den Vater nach den Grundsätzen der Erziehungsreformbestrebungen der Aufklärung allein aufgezogen. W. war der Auffassung, dass die außergewöhnliche Begabung seines Sohnes die alleinige Frucht seiner Erziehung ist. Karl W. wurde am 18.01.1810 durch den Rektor der Leipziger Universität, Professor Gottlob Kühn (1754-1840), feierlich immatrikuliert. Er durfte jedoch nicht in Sachsen studieren, obwohl Leipziger Bürger durch Stiftungen die notwendigen finanziellen Voraussetzungen geschaffen hatten.
Er wurde später Professor in Halle und ist der namhafteste Dante-Forscher. Er gründete 1865 anlässlich des 600. Geburtstages Dantes in Dresden die Deutsche Dante-Gesellschaft, deren Präsident er bis 1883 war. Als Jurist hat sich der Geheime Justizrat Dr. jur. und phil. Karl Witte um die Quellenkunde des römischen Rechts sowie das byzantinische und preußische Recht verdient gemacht.
Quelle: Lebenserinnerungen, S.  95 ff., 201 f.

Wohlfahrt, Frank
(15.04.1894 Bremen 03.10.1971 Hamburg), Komponist und Musikkritiker
W. war der Enkel von August Klein (1838-1912), einem Bruder von Martin Druckers Mutter, Marie geborene Klein (1841-1921). Seine Mutter war Elsbeth Wohlfahrt (*1866), eine Cousine Martin Druckers.
Quelle: Drucker, Briefe Nr. 21a

Wüllner, Ludwig
(19.08.1858 Münster/Westphalen 19.03.1938 Kiel), Dr. phil., Konzertsänger (Bariton) und Schauspieler
W. war der Sohn des Diri­genten Franz W. (1832-1902), der 1889 die Uraufführung von Wagners „Rheingold“ und 1870 von „Walküre“ leitete. W. ging 1889 als Schau­spieler nach Meiningen, wo er in fast allen klassischen Heldenrollen brillierte. Er war besonders als Brahms-Sänger berühmt, ab 1895 ging er als Rezitator auf Reisen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S. 45, 202

Wünschmann, Feodor
(05.01.1870 Leipzig ?), Dr. jur., Justizrat, Rechtsanwalt (seit 1898) und Notar in Leipzig
Sohn des Fabrikanten Reinhold W.; Prof. für Steuerrecht an der HHL, Mitunterzeichner des Treueversprechen der Professoren der deutschen Universitäten und Gymnasien an Adolf Hitler und den nationalsozialistischen Staat.
Quelle: Drucker, Briefe 44

Zeigner, Erich Richard Moritz
(17.02.1886 Erfurt – 05.04.1949 Leip­zig), Dr. jur. (1913), Staatsanwalt, Richter, Justizminister, Ministerpräsident, Oberbürgermeister
Z. studierte von 1905 bis 1913 an der Leipziger Universität Jura und Volkswirtschaft. Anschließend war er in Leipzig als Staatsanwalt und Richter tätig. Im Jahr 1919 trat Z. in die SPD ein. 1921 wurde er sächsi­scher Justizminister und am 21.03.1923 Ministerpräsident des Frei­staates Sachsen. Bereits im Oktober dieses Jahres wurde Z. durch den Reichspräsidenten Ebert abgesetzt, kurz darauf verhaftet und zu drei Jahren Haft verurteilt, aus der er im August 1925 auf Bewäh­rung entlassen wurde. Z. arbeitete dann als Journalist und Lehrer sowie SPD-Funktionär. 1933 wurde er erneut inhaftiert, musste jedoch 1935 freigesprochen werden. Z. wurde durch die SMAD am 16.07.1945 als Oberbürgermeister der Stadt Leipzig eingesetzt. Dieses Amt führte er bis zu seinem Tode. 1946 gehörte Z. zu den Begründern der SED in Leipzig und Sachsen.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 84; Lebenserinnerungen, S. 165, 202

Zöphel, Karl Georg
(06.10.1869 Reichenbach i.V. – 13.04.1953 Gar­misch-Partenkirchen), Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar, Politiker
Z. studierte in München Jura, später auch wieder in Leip­zig. Er war seit 1899 verheiratet mit Leonie Schleber. Aus dieser Ehe sind vier Kinder hervorgegangen. Der älteste Sohn Wolfgang (geb. 1899) wurde ebenfalls Rechtsanwalt und war in der Kanzlei seines Vaters tätig. Z. war von 1900 bis 1918 Mitglied der nationalliberalen und an­schlie­ßend bis 1921 der demokratischen Partei. Er war Mitglied der preu­ßischen Großloge 8. Grades und Abgeordneter im Sächsischen Landtag. 1919/20 vertrat Z. die linksliberale DDP als Reichstagsabgeordneter. Als Syndikus der Leipziger Unternehmerorga­nisationen beantragte Z. 1923 auf Grund der Misswirtschaft beim Reichspräsidenten, die Stadt Leipzig unter Geschäftsaufsicht zu stellen. Der Leipziger Landgerichtspräsident erteilte Z. noch nach 1933 in den Personalakten eine hervorragende Beurteilung. Der Prä­sident des OLG Dresden behauptete jedoch seine politische Unzu­ver­lässigkeit, die er bestätigt sah, als Z. in einem Brief schrieb, dass ihm „die neuen Autoritäten nicht imponieren.“ Er for­derte des­halb die sofortige Entziehung der Rechtsanwaltszulassung. Das Reichsjustizministerium erwog eine Versetzung in den Ruhestand nach der „lex Drucker“. Dem kam Z. zuvor, indem er seine Zulas­sung Ende 1944 aufgab. Durch die amerikanischen Behörden wurde Z. im Dezember 1945 wieder als Anwalt und Notar zugelassen. Die Zulassung wurde aller­dings am 15.07.1949 wieder zurückgenommen. Daraufhin verließ der 80-Jährige Leipzig und zog mit seiner Frau nach Garmisch-Parten­kirchen. Z. erhielt wenig später seine Zulassung als Rechtsanwalt in Düsseldorf.
Quelle: Das Ideal eines Rechtsanwalts, S. 28; Lebenserinnerungen, S. 103, 105, 220 f.

Zuberbier, Alfred
(24.04.1897 Leipzig ?), Dr. jur., Rechtsanwalt
Z. war der Sohn des Porträtmalers Eduard Z. Er war verheiratet mit Dr. jur. (Leipzig 1939) Eva geborene Schatz (* 21.01.1904 Leipzig), die ebenfalls Rechtsanwältin war. Die Familie wohnte, wie Martin Drucker, in der Schwägrichenstraße 5. Z. wurde 1936 zum Kreisamtsleiter der NSDAP für Schulungen ernannt. Ihm und seiner Frau wurdem am 29.10.1945 die Anwaltszulassungen wegen der Mitgliedschaft in der NSDAP entzogen. Sie verließen danach Leipzig und wurden in Westfalen wieder zur Anwaltschaft zugelassen.
Quelle: Lebenserinnerungen, S.  164; https://www.quelle-optimal.de/pdf/Rudolf%20Mothes/rudolf_mothes_erinnerungen_teil_c_pdf.pdf