dr. jur. Hubert Lang

Thema verfehlt?

Über die Schwierigkeiten im Umgang mit Form und Inhalt Zum Wettbewerb für eine Gedenkstätte am Platz der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße

Wer erinnert sich – wie ich – noch heute an die spannenden Momente längst vergangener Schulzeit, wenn die Rückgabe der Aufsätze anstand? Das verheerendste Urteil vor der versammelten Klasse konnte nach meiner Erinnerung nur lauten: Thema verfehlt! Die schönste Schrift … zum Artikel

Raphael Chamizer, Arzt und Bildhauer

„Daß sich der Drang nach künstlerischem Schaffen ganz elementar auch noch in vorgeschrittenem Alter durchzusetzen vermag und es Begabungen gibt, die erst spät ihre wahre Bestimmung erkennen, dann aber mit desto größerer Intensität ihre aufgespeicherte Kraft entladen, beweist das außergewöhnliche … zum Artikel

Der Maler Eduard Einschlag

Als im November 1988 anläßlich des 50. Jahrestages der faschistischen Pogromnacht im Kroch-Hochhaus – dem Ausstellungszentrum der Leipziger Universität – eine Exposition zum Leben und Schicksal der Juden in Leipzig das Interesse von 16000 Besuchern fand, gehörte die Aufmerksamkeit vieler … zum Artikel

Victor Armhaus

Leben und Sterben eines Sprachgenies

Seit dem Turmbau zu Babel sind nach biblischer Überlieferung die Völker dieser Welt durch Sprachbarrieren getrennt. Das Resultat ihres Hochmutes sollte ihnen künftig jede Verständigung unmöglich machen. Doch wie jede Barriere eröffneten auch diese Möglichkeiten zu ihrer Überwindung. Die Menschen … zum Artikel

Renate Drucker

Vergänglichkeit ist etwas sehr Trauriges, werden sie sagen.
– Nein, erwidere ich, sie ist die Seele des Seins,
ist das, was allem Leben Wert, Würde und Interesse verleiht;
denn sie schafft Zeit – (Thomas Mann, in: „Altes und Neues“)

Renate Drucker wurde im Kriegsjahr 1917 als viertes Kind des Leipziger Rechtsanwalts und Notars Martin Drucker geboren. Auch beide Großväter waren bereits angesehene Advocaten in Leipzig gewesen. Mit Arthur Ottomar Olympius Dölitzsch, dem Bruder ihrer Großmutter, gehörte sogar ein namhafter … zum Artikel

Verleihung der Goldenen Robe an Hubert Lang

Laudatio für Hubert Lang von Rechtsanwalt Dr. Tillmann Krach, Mainz, Vorsitzender des Forums Anwaltsgeschichte e.V.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, lieber Hubert, im Einladungsflyer für diese Veranstaltung heißt es, du werdest heute für dein „gesellschaftliches und soziales Engagement“ geehrt. Der Internetauftritt des Leipziger Anwaltvereins nennt die Goldene Robe einen Ehrenpreis für „außerordentliches soziales, wissenschaftliches … zum Artikel

Rezension: Zwischen den Fronten

Verteidiger, Richter und Bundesanwälte im Spannungsfeld von Justiz, Politik, APO und RAF. Gespräche, hg. v. Gisela Diewald-Kerkmann / Ingrid Holtey

Die Publikation hält insgesamt dreizehn Gespräche fest, deren Abfolge sich stringent nach der bereits im Titel bezeichneten Frontenbildung richtet: Verteidiger (7), Richter (3), Bundesanwälte (2) und ein Politiker (Gerhard Baum). „Die Interviews wurden gefilmt und auf Band gespeichert“ (13). Den … zum Artikel

Juristen jüdischer Herkunft in Leipzig

Es gab und gibt weder jüdische Juristen, noch Juristen jüdischer Herkunft, denn Juristen jüdischen Glaubens weisen in ihrem Berufsverständnis keine Besonderheiten auf, die sich aus ihrer Religion oder ihrer Herkunft erklären lassen. Das Thema ist vielmehr lediglich Reflexion auf die … zum Artikel

Chronologie eines Zweikampfs

Am 4. Februar 1902 mußte der 29jährige Leipziger Rechtsanwalt Dr. jur. James B. seine Haft in der Festung Königstein antreten. Er war wegen Tötung im Duell, Körperverletzung und Hausfriedensbruch zu einer dreieinhalbjährigen Festungshaft und drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Dieser … zum Artikel

Turner, Sänger und Schützen,
Sind der Freiheit Stützen.

Martin Drucker senior (1834-1913)
Jurist, Dichter und Musiker

In der Biografie Martin Druckers, soweit sie heute noch nachgezeichnet werden kann, sind kaum Hinweise darauf zu finden, dass ihm eine herausragende musische oder juristische Begabung von seinen Vorfahren in die Wiege gelegt wurde. Er wurde am 31. Juli 1834 … zum Artikel

„Der Führer wünscht keine besonderen Maßnahmen.“

Das Ende eines deutschen Rechtsanwalts

„Der Führer wünscht keine besonderen Maßnahmen.“ So lautet die Aktennotiz des Reichsjustizministers Gürtner nach einem Gespräch mit Hitler am 08. April 1938 in Linz über den Fall des Leipziger Rechtsanwalts Max Hellmann. Max Hellmann wurde am 27. Mai 1884 in … zum Artikel

Ohne Beispiel: Der Leipziger Rechtsanwalt Dr. Johannes F.

Mitglied des NS-Rechtswahrerbundes Nr. 95

Im Zusammenhang mit der Arbeit am Thema „Juristen jüdischer Herkunft in Leipzig“ stellte sich auch immer wieder die Frage, wie sich nicht der Verfolgung ausgesetzte Rechtsanwälte verhalten haben. Aus den bisherigen Erkenntnissen aus unterschiedlichsten Quellen lassen sich keine zuverlässigen verallgemeinerbaren … zum Artikel

Forderungen des Fiskus als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches gegenüber den NS-Verfolgten im Ergebnis der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts?

Aus der Praxis der Entschädigungsbehörden

Als die Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für das Gebiet der früheren sowjetischen Besatzungszone in das Vermögensgesetz integriert wurde, mögen viele der Verantwortlichen darauf vertraut haben, daß durch die jahrzehntelange Praxis im Umgang mit diesem Thema in den 50er bis 70er Jahren … zum Artikel

Zwischen allen Stühlen

Juristen jüdischer Herkunft in Leipzig (1848–1953)

Verlag des Biographie-Zentrums, Leipzig 2014,
Hardcover, 992 S., über 300 Abb., Format 17 x 24 cm
ISBN 978-3-940210-74-6
Preis: 58,00 Euro

Zur tausendjährigen Geschichte der Stadt Leipzig gehört auch ihre herausragende Bedeutung für die deutsche Rechts- und Justizgeschichte. Dafür stehen insbesondere die Juristenfakultät und das Reichsgericht. Juristen jüdischer Herkunft haben mehr als hundert Jahre lang in Leipzig in Rechtssprechung und Rechtswissenschaft gewirkt. Dieser Teil der Stadtgeschichte ist heute weitgehend unbekannt – eine der langwirkenden Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung und des Holocaust. Die vorliegende Arbeit geht gegen dieses Vergessen an.

Zwei Ereignisse markieren den Rahmen: Im Revolutionsjahr 1848 eröffnet Isidor Kaim als erster jüdischer Advokat Sachsens in Leipzig sein Büro, hinter ihm liegt ein jahrelanges zähes Ringen um seine Zulassung. Bereits wenige Jahre später wurde er unter dramatischen Umständen aus der Anwaltschaft eliminiert. 1953 flieht mit Fritz Grunsfeld, der das Ghetto Theresienstadt überlebt hatte, der letzte jüdische Rechtsanwalt aus Leipzig vor den stalinistischen Verfolgungen.

Diese beiden Ereignisse markieren nicht nur den zeitlichen Rahmen, sondern sie verdeutlichen auch die Spannbreite der Repressalien, welcher Juristen jüdischer Herkunft ausgesetzt waren. Die Schicksale der insgesamt 289 Juristen jüdischer Herkunft belegen eine erstaunliche Heterogenität in den Lebenswegen und vor allem auch in der Reaktion auf antisemitische Angriffe unterschiedlichster Natur. Zwischen beiden Ereignissen entfaltet sich das – vergebliche – Bemühen um Gleichberechtigung und Akzeptanz. Statt in der Mitte des Leipziger Bürgertums fanden sich die Juristen jüdischer Herkunft immer wieder zwischen allen Stühlen.

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Nachträge

Seit dem Erscheinen des Buches vor nunmehr fünf Jahren haben mich immer wieder Hinweise zu den Biogrammen erreicht, die mich zu weiteren Recherchen veranlassten. Im Ergebnis dessen habe ich feststellen müssen, dass leider einige Juristen in den Biogrammen fehlen. Ich habe auch zu diesen Personen Biogramme erstellt. Da es aber niemals eine zweite überarbeitete Auflage des Buches geben wird, habe ich diese Beiträge hier eingestellt, um sie für Interessierte zugänglich zu machen.

> weitere Biogramme

Lebenserinnerungen

Martin Drucker (1869–1947)

Verlag des Biographie-Zentrums, Leipzig 2007,
Hardcover, 211 S., Format 14,8 x 21 cm
ISBN 978-3-940210-16-6
Preis: 18,00 Euro

Der Leipziger Rechtsanwalt und Notar Dr. jur. Martin Drucker gehörte zu den angesehensten deutschen Anwälten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Präsident des Deutschen Anwaltvereins hat er bis 1932 die Geschicke seines Berufsstandes in schwerer Zeit erfolgreich und mit Umsicht geleitet.

Die hier erstmals veröffentlichten Lebenserinnerungen und die weiteren autobiografischen Texte aus dem Nachlass spiegeln deshalb nicht nur das Leben seiner jüdischen Vorfahren väterlicherseits in Leipzig wider, sondern sie sind auch eine beeindruckende Quelle für die deutsche Anwaltsgeschichte.

Die Lebensgeschichte der Familie Drucker beleuchtet in eindrucksvoller Weise die einzigartige harmonische Synthese jüdischer und protestantischer Wurzeln.

Das Schicksal der Familie während des Nationalsozialismus und der mutige Widerstand Druckers, vor allem durch die anwaltliche Vertretung Verfolgter, sind ein wichtiger Baustein der Stadt- und Anwaltsgeschichte dieser Zeit.

Die durch den Tod Martin Druckers leider unvollendet gebliebenen Lebenserinnerungen werden durch ein ausführliches Nachwort ergänzt, welches den Lebensweg bis zum Ende nachzeichnet.

Das Verständnis der Erinnerungen wird durch Biogramme zu den zahlreichen erwähnten Personen der Zeitgeschichte erleichtert.

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